PATTAYA, Thailand – Eine tiefgreifende politische Wende sorgt in Thailand für dringende Warnungen aus der Wissenschaft und dem Gesundheitssektor. Durch eine Bekanntmachung im Königlichen Amtsblatt vom 28. Mai wurde das landesweite Nachmittagsverbot für den Verkauf von Alkohol dauerhaft gekippt. Wo bislang zwischen 14:00 und 17:00 Uhr die Regale gesetzlich gesperrt blieben, ist der Verkauf nun durchgehend von 11:00 bis 24:00 Uhr gestattet. Diese Neuregelung schafft eine der langlebigsten Säulen der thailändischen Alkoholprävention ab – und zieht eine Welle der Kritik nach sich.
Experten warnen vor Normalisierung und sozialen Folgen
Wissenschaftler und Experten für öffentliche Gesundheit schlagen angesichts der erweiterten Verfügbarkeit Alarm. Sie argumentieren, dass der Wegfall des Nachmittagsverbots den Alkoholkonsum am hellichten Tag gesellschaftlich normalisiert. Die Befürchtung: Vor allem Jugendliche und Erstkonsumenten könnten durch den erleichterten, ganztägigen Zugang verleitet werden.
Die Fachwelt warnt eindringlich davor, dass diese Lockerung die über Jahre mühsam aufgebauten Präventionserfolge schwächt. Besonders gefährdet seien Gemeinschaften, in denen Alkoholismus bereits jetzt ein tiefgreifendes soziales Problem darstellt. Die Experten betonen in diesem Zusammenhang ein klares Ursache-Wirkung-Prinzip: Jede Veränderung der Verfügbarkeit greife direkt in das Konsumverhalten ein und ziehe unweigerlich langfristige, negative Folgen für die öffentliche Gesundheit nach sich.
Der Spagat zwischen Boom und Verantwortung in Tourismus-Hotspots
In touristischen Zentren wie Pattaya, wo das Nachtleben ohnehin das wirtschaftliche Fundament bildet, betrachten Beobachter die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Einerseits dürfte die Liberalisierung den Alkoholkonsum sowohl bei thailändischen Urlaubern als auch bei internationalen Gästen massiv ankurbeln. Andererseits räumen auch Kritiker ein, dass das lokale Gastgewerbe von den ausgeweiteten Verkaufszeiten finanziell erheblich profitieren kann.
Obwohl die Regierung bislang keinerlei Anstalten macht, die neuen Maßnahmen wieder zurückzunehmen, reißt die Diskussion nicht ab. Zwischen Gesundheitsexperten, lokalen Gemeinschaften und Vertretern der Wirtschaft tobt ein intensiver Diskurs darüber, wie sich die erhofften fiskalischen Vorteile mit dem Schutz der Bevölkerung und sozialer Verantwortung vereinbaren lassen.
Redaktion STIN // CTN-Media
Ich schrieb schon daß das Alkoholverkaufsverbot nur für Ausländer gilt weil die Thai ihren Stoff in Tante Emma Läden ohne elektronische Kasse kaufen.
Uns trifft besonders das Verkaufsverbot vor 11.Uhr weil meine Frau um 6Uhr Morgens zum Frischmarkt geht und dann bis 10.30 warten muß um zu Foodland zu fahren und Wurst,Schinken,Käse, Brot und Wein zu kaufen.
Das Verkaufsverbot wird keinen Alkoholiker abhalten.Die sind an Vorratskäufe gewohnt.
Ja, richtig.
ich bekam auch zu jeder Zeit Alkohol beim Kiosk im Dorf – nur halt Rucksack mitnehmen.
Gibt ja auch Neider, die dann Anzeige machen – oder Konkurrenz-Kiosk.