Giftige Schwermetalle aus Minen in Myanmar bedrohen die Lebensadern im Norden Thailands. Während Messungen bereits alarmierende Arsenwerte in den Flüssen Kok und Sai nachweisen, arbeiten thailändische Wissenschaftler nun gemeinsam mit einem führenden US-Sanierungsexperten an einer Verteidigungsstrategie gegen die unsichtbare Gefahr.
Internationales Experten-Team auf Erkundungsmission
Um die drohende Umweltkatastrophe abzuwenden, hat sich die thailändische Wissenschaft prominente Unterstützung geholt: Professor Danny Reible von der Texas Tech University – ein international anerkannter Experte für die Sanierung kontaminierter Umweltgebiete – befindet sich derzeit in der Provinz Chiang Rai. Im Rahmen einer mehrtägigen Exkursion untersuchte er die betroffenen Flussläufe der Provinzen Chiang Rai und Chiang Mai aus nächster Nähe. Begleitet wurde der US-Professor dabei von Dr. Thanaphol Penrat vom thailändischen Büro für Wissenschaft, Forschung und Innovation (TSRI) sowie Dr. Suebsakun Kidnukorn von der Mae Fah Luang Universität. Das Ziel der Mission: Ein intensiver Erfahrungsaustausch über den effektiven Umgang mit hochgradig toxischen Substanzen.
Das Dilemma mit der Quelle im Nachbarland
Die größte Herausforderung bei der Eindämmung dieser grenzüberschreitenden Umweltverschmutzung liegt in der Geografie. „Der wichtigste Schritt ist die Bekämpfung des Problems an seiner Quelle in Myanmar“, betont Dr. Thanaphol. Da ein Durchbruch auf diplomatischer oder operativer Ebene im Nachbarland bislang jedoch aussteht, konzentrieren sich die Experten nun auf den akuten Eigenschutz. Es gilt, die weitere Verschmutzung und die schleichende Ansammlung von Schadstoffen auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen in Chiang Mai und Chiang Rai rigoros zu minimieren.
Noch gibt Dr. Thanaphol eine vorsichtige Entwarnung für die Bevölkerung: Frühere Bodenprobenuntersuchungen im Bezirk Mae Sai (Chiang Rai) zeigten, dass die Belastung derzeit noch innerhalb der zulässigen Grenzwerte liegt. Regionales Obst und Gemüse können weiterhin unbedenklich verzehrt werden. Doch der Forscher warnt eindringlich: Sollten die Schadstoffe weiterhin ungehindert flussabwärts nach Thailand gespült werden, könnte sich diese Lage jederzeit dramatisch verschlechtern.
Technische Barrieren gegen den Giftstrom
Als konkrete Sofortmaßnahme schlägt Dr. Thanaphol den Bau von speziellen Deichen vor, die das Absetzen von kontaminierten Sedimenten blockieren sollen. Was am Sai-Fluss als Pilotmodell dienen könnte, ließe sich laut dem Experten später auch auf den Kok-Fluss und weitere betroffene Nebenflüsse übertragen.
US-Experte Professor Reible dämpft derweil zu hohe Erwartungen an reine Symptombekämpfung: Ohne ein Einschreiten direkt an den Bergbaustätten in Myanmar werde das Problem in Thailand – besonders bei starken Wasserströmungen – extrem schwer zu lösen sein. Für die nächsten Schritte fordert Reible eine präzise physikalische Analyse:
„Wir müssen zuerst exakt bestimmen, ob der Großteil der giftigen Substanzen frei im Wasser schwebt oder sich bereits in den Sedimenten abgelagert hat. Abgelagerte Sedimente sind im Vergleich deutlich einfacher zu handhaben.“
Druck auf Myanmar und China wächst
Für Dr. Suebsakun Kidnukorn ist die Sache auch eine Frage der internationalen Verantwortung. Er fordert, dass die Regierungen von Myanmar und China unmissverständlich in die Pflicht genommen und in die Lösungsfindung einbezogen werden müssen, sobald der lückenlose wissenschaftliche Nachweis erbracht ist, dass die Schadstoffe zweifelsfrei aus den dortigen Minenaktivitäten stammen.
Wie akut die Bedrohung bereits ist, untermauern die jüngsten harten Daten der nationalen Abteilung für Umweltverschmutzungskontrolle. Wasserproben, die im Zeitraum vom 19. bis 22. Mai an insgesamt 22 Messstationen in Chiang Rai und Chiang Mai – darunter die Flüsse Kok, Sai, Ruak und der mächtige Mekong – entnommen wurden, zeichnen ein düsteres Bild: Die Wasserqualität entspricht an vielen Stellen nicht mehr den gesetzlichen Standards. Besonders besorgniserregend: Die Arsenkonzentrationen überschreiten den kritischen Grenzwert von 0,010 mg/L. Einzig bei anderen gefährlichen Schwermetallen wie Cadmium, Nickel, Chrom, Zink und Quecksilber bewegen sich die Werte glücklicherweise noch im zulässigen Rahmen.
Redaktion STIN // CTN-Media
Das fällt mir bei Anutin nun langsam auf.
Er holt sich meist bei größeren Problemen internationale Hilfe/Experten oder
setzt international anerkannte Thai-Experten ein.
Das macht Thaksin nicht, da ist der zu überheblich und meint vermutlich, dass können Thais auch alles.
Nein, können sie eben nicht. Weil die gut ausgebildeten Thais auch meist im Ausland tätig sind oder
nicht verfügbar.