Nach der spektakulären Abberufung der Führungsspitze von Phuket demonstriert das thailändische Innenministerium nun direkt vor Ort Härte: Zwei stellvertretende Minister haben den Freedom Beach inspiziert. Der Einsatz markiert den jüngsten Versuch der Regierung, den malerischen, von Hügeln umschlossenen Strandabschnitt aus den Händen der organisierten Kriminalität zu befreien.

Der gestrige Besuch der beiden stellvertretenden Innenminister Polapee Suwanchawee und Worasit Liangprasit (beide Bhumjaithai-Partei) am Freedom Beach sendet ein unmissverständliches Signal an die lokale Unterwelt. Der 300 Meter lange, unberührte und eigentlich abgelegene Strandabschnitt wurde über Jahre hinweg von illegalen Eindringlingen besetzt, die von Besuchern dreist Eintrittsgelder für den Zugang verlangten.

Radikaler Kahlschlag in der Verwaltung

Der Ministerbesuch folgt unmittelbar auf eine drastische Maßnahme von Premierminister Anutin Charnvirakul: Dieser hatte zuvor den Gouverneur von Phuket sowie dessen beide Stellvertreter mit sofortiger Wirkung versetzt. Die umfassende Säuberungsaktion in der Provinzverwaltung war die Quittung für das jahrelange Versäumnis der lokalen Behörden, wirksam gegen „dunkle Einflüsse“ und die illegale Besetzung von Staatsland vorzugehen. Besonders die Strände und erstklassigen Hochlandgebiete der Urlaubsinsel waren zunehmend in die Hände Krimineller geraten.

Illegale Maut und gefälschte Dokumente

Vor Ort konfrontierte der stellvertretende Innenminister Polapee Suwanchawee die Behauptungen einiger Besetzer, die ihren vermeintlichen Eigentumsanspruch mit sogenannten „Nor-Sor-3“-Landzertifikaten untermauern wollten. Polapee stellte jedoch unmissverständlich klar, dass der Freedom Beach Teil eines geschützten Waldreservats ist. Da das Areal somit unter die strikte Zuständigkeit des Ministeriums für natürliche Ressourcen und Umwelt fällt, sei es für die Landbehörde völlig unmöglich gewesen, jemals solche Eigentumsurkunden legal auszustellen.

Die Machenschaften der Besetzer, zu denen auch ein Kopf der organisierten Kriminalität gehört, der lokal nur als „Sia Lek“ bekannt ist, haben System:

  • Illegale Strand-Maut: Touristen wurden systematisch zur Kasse gebeten und mussten jeweils 100 Baht zahlen, nur um den öffentlichen Strand betreten zu dürfen.

  • Erpressung von Händlern: Lokale Verkäufer wurden gezwungen, Gebühren an die Hintermänner zu entrichten, um überhaupt Sonnenschirme und Liegestühle für Urlauber aufstellen zu dürfen.

Einschüchterungsversuche und staatliche Entschlossenheit

Die kriminellen Netzwerke schrecken dabei offenbar auch vor Gewalt nicht zurück. Auf Berichte angesprochen, wonach Eindringlinge bereits Schüsse abgegeben hätten, um lokale Beamte bei früheren Kontrollversuchen einzuschüchtern, mahnte Polapee die Einsatzkräfte zu besonderer Vorsicht. Die Behörden liefen trotz der Drohungen Sturm und untersuchten die Eigentumsansprüche in dem Gebiet nun lückenlos.

Im nächsten Schritt hat der stellvertretende Innenminister ein Treffen mit Strandverkäufern und lokalen Geschäftsleuten anberaumt. Ziel ist es, das Ausmaß der Erpressungen und illegalen Gebühren, die von der organisierten Kriminalität an verschiedenen Stränden Phukets erhoben werden, umfassend zu analysieren und zu bekämpfen.

Pläne B, C und D stehen bereit

Polapee versicherte der Öffentlichkeit, dass dieser Kontrollbesuch Teil einer groß angelegten Offensive der Regierung gegen chronische, jahrelang ignorierte Probleme auf Phuket ist.

„Wir sind hier, um die Probleme für alle zu lösen“, betonte Polapee energisch.

Die Regierung sei absolut entschlossen, den Kampf durchzuziehen. Sollten die aktuellen Maßnahmen nicht greifen, lägen die Pläne B, C und D bereits in der Schublade, um nacheinander umgesetzt zu werden, bis die Missstände endgültig beseitigt sind.

Für die Zukunft des Freedom Beach gibt es bereits eine klare Vision: Der stellvertretende Innenminister Worasit Liangprasit erklärte, dass das Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt einen festen Plan verfolgt, um den Strand zu einem hochwertigen Touristenziel auszubauen – und zwar so, dass er für alle Besucher wieder vollkommen kostenlos zugänglich sein wird.

Von stin

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