Die thailändische Sonderermittlungsbehörde DSI (Department of Special Investigation) greift in einem der größten Finanzskandale des Landes durch: Wie die Behörde offiziell bestätigte, wurde bereits im März dieses Jahres ein Haftbefehl gegen den prominenten Immobilienentwickler Anant Asavabhokin erlassen. Dem 75-jährigen Tycoon wird schwere Geldwäsche im Zusammenhang mit der Klongchan Credit Union Cooperative (KCUC) und dem umstrittenen Tempel Wat Phra Dhammakaya vorgeworfen. Ob der Beschuldigte jemals vor Gericht erscheinen wird, ist jedoch völlig offen – laut seinen Anwälten ist er schlichtweg zu krank zum Reisen.
Der Vorwurf: Verschwörung und illegale Grundstücksdeals
Die Ermittlungen basieren auf einer fundamentale Entscheidung des Generalstaatsanwalts. Dieser hatte angeordnet, Herrn Anant nach den strengen thailändischen Anti-Geldwäsche-Gesetzen strafrechtlich zu verfolgen. Die Vorwürfe wiegen schwer: Demnach soll sich der Immobilien-Unternehmer der Verschwörung zur Geldwäsche schuldig gemacht und sich aktiv an entsprechenden Transaktionen beteiligt haben.
Die Wurzeln des Falls liegen im tiefgreifenden Veruntreuungsskandal rund um die KCUC-Kreditgenossenschaft. Konkret werfen die Ermittler Herrn Anant vor, dass dubiose Finanzströme über den Verkauf von Grundstücken an ihn abgewickelt wurden, um illegale Gelder zu waschen.
Fluchtort Ausland? Verdächtiger laut Anwälten reiseunfähig
Während die Justiz den Druck erhöht, befindet sich der 75-jährige Verdächtige derzeit im Ausland. Dort wird er nach Angaben seiner Rechtsbeistände wegen einer schweren Nierenerkrankung medizinisch behandelt. Die Verteidigung betont, der Zustand des Immobilien-Tycoons sei derart kritisch, dass er aus gesundheitlichen Gründen absolut transport- und reiseunfähig sei.
Für die Sonderermittler der DSI beginnt damit ein zähes juristisches Tauziehen um die Auslieferung und Vernehmung eines Mannes, der im Zentrum eines der spektakulärsten Wirtschaftskrimis Thailands steht.