Bangkok. Thailands Regierung schaltet in der Wirtschaftspolitik auf Express-Modus: Mit dem ambitionierten „Thailand FastPass“-Programm sollen reale Investitionen von bis zu einer Billion Baht ins Land fließen. Trotz spürbar knapperer Haushaltsbudgets hält die Führung in Bangkok an ihrem Kurs fest und deklariert das laufende Jahr zur zentralen Investitionsoffensive.

Der stellvertretende Premierminister und Finanzminister Ekniti Nitithanprapas stellte die Pläne anlässlich des 29. Jahrestages des Nationalen Presserats von Thailand im Royal River Hotel am 4. Juli unmissverständlich klar: Die Regierung lässt sich vom Rückgang der staatlichen Investitionsausgaben im Haushalt 2027 nicht bremsen. Stattdessen mobilisiert Thailand massiv Kapital außerhalb des klassischen Budgetprozesses, um die Gesamtinvestitionen auf Rekordniveau zu hieven.

Die Fünf-Säulen-Strategie gegen die Budgetknappheit

Um den Druck auf direkte staatliche Kredite zu minimieren und den Kapitalfluss in die Wirtschaft dennoch auf Höchstgeschwindigkeit zu halten, setzt Ekniti auf eine breit gefächerte Kanalführung. Die Investitionsoffensive stützt sich im Kern auf fünf strategische Säulen:

  • Öffentlich-private Partnerschaften (PPPs): Die gezielte Kooperation zwischen Staat und Wirtschaft.

  • Der Thailand Future Fund: Ein bewährtes Finanzinstrument zur Mobilisierung von Investitionskapital.

  • Ausländische Direktinvestitionen (FDI): Die gezielte Anziehung internationaler Großinvestoren.

  • Investitionen staatlicher Unternehmen: Die Hebelung konzerneigener Mittel für die Infrastruktur.

  • Privatwirtschaftliche Investitionen: Flankiert und massiv angeschoben durch gezielte staatliche Fördermaßnahmen.

Der „FastPass“-Turbo: Vom Papier in die Realität

Als Vorsitzender des thailändischen Investitionsrats (Board of Investment, BOI) hat Ekniti ein klares Ziel vor Augen: Der im Juni eingeführte „Thailand FastPass“ soll ausländische Direktinvestitionen in einer Größenordnung von 900 Milliarden bis 1 Billion Baht realisieren. Das Programm fungiert als neuer Hauptmotor für die thailändische Wirtschaft und soll die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Landes sichern.

Das Prinzip hinter dem FastPass: Bürokratieabbau im Eilverfahren. Durch die enge Vernetzung mehrerer Behörden werden die Genehmigungszeiten für strategisch wichtige und wirkungsvolle Großprojekte drastisch verkürzt. Das erklärte Ziel ist es, Vorhaben so schnell wie nie zuvor von der reinen Genehmigungsphase in den laufenden Betrieb zu überführen.

Dabei nimmt die Regierung die Investoren in die Pflicht. Ekniti betonte, dass genehmigte Projekte nicht länger auf dem Papier verharren dürfen. Die FastPass-Bedingungen sind strikt: Geförderte Investoren müssen zwingend mindestens 20 % ihrer tatsächlichen Gesamtinvestition noch innerhalb dieses Jahres auf den Weg bringen.

Zukunftsprojekt „Skill Bridge“ Parallel zur Kapitaloffensive startet die Regierung die Initiative „Skill Bridge“. Dieses Programm soll den Technologietransfer ausländischer Konzerne ins Land sichern und die Qualifikationen der thailändischen Arbeitskräfte gezielt anheben. So will Thailand sicherstellen, dass der heimische Arbeitsmarkt optimal auf die Anforderungen der neuen, hochtechnologisierten Branchen vorbereitet ist.

Transparenz im Haushalt und das Wachstumsziel 2030

Dass die Investitionsquote im regulären Staatshaushalt sinkt, hat laut dem Finanzminister zwei Gründe: Zum einen spiegele es den derzeit begrenzten fiskalischen Spielraum der Regierung wider. Zum anderen stecke dahinter jedoch eine deutlich verbesserte Transparenz bei der Budgetpräsentation. Bestimmte wiederkehrende Ausgaben, die in der Vergangenheit nicht klar ausgewiesen wurden, legt die Regierung nun offen. Das erhöht rein rechnerisch den Anteil der regulären Ausgaben und lässt das Investitionsbudget optisch kleiner wirken.

Thailand kompensiert diesen statistischen Rückgang konsequent durch das Aufdrehen außerbudgetärer Mechanismen sowie das forcierte Engagement von Privatwirtschaft und staatlichen Unternehmen.

Diese makroökonomische Weichenstellung ist Teil eines langfristigen Masterplans: Durch die Kombination aus massiven Investitionen und tiefgreifenden Strukturreformen will Thailand sein jährliches Wirtschaftswachstumspotenzial bis zum Jahr 2030 dauerhaft auf 3 % steigern.

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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8 Comments
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berndgrimm
berndgrimm
15 Tage vor

Alle die genannten „Säulen“ der Schnellfinanzierung gab es vorher schon und werden auch im Anutin Regime im Sand (oder eher Wasser) verlaufen.
Um ausländische Investoren anzuziehen braucht es das richtige Sentiment welches TH nicht hatte und nicht hat.
Große Planzahlen und kleine Realisationszahlen ziehen keine Investoren an.
Im Gegensatz zu STIN der sich an nichtssagenden BIP Zahlen berauscht habe ich andere Gradmesser wie es TH wirtschaftlich geht.
Wenn mehr und mehr KMU’s und Geschäfte zumachen und die Zahl der Bettler auf den Märkten wieder zunimmt so sind dies keine Zeichen für eine florierende Wirtschaft.

Zuletzt bearbeitet am 15 Tage vor von berndgrimm
berndgrimm
berndgrimm
14 Tage vor
Antwort auf  stin

STIN begründet seine Propagandartikel mit seinen früheren Propagandaartikeln! Damit geht er sogar noch weiter als seine
Leserverarschungsvorbilder aus der DDR.

Was hast du studiert – Bauchtanz?

Immer noch besser als STIN’s Volkswirtschaft.

https://www.bangkokpost.com/business/general/3278852/thai-may-factory-output-falls-08-yy-weaker-than-forecast

Gegen die Realität hilft auch nicht STIN’s Propaganda.

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berndgrimm
berndgrimm
12 Tage vor
Antwort auf  stin

Na ja , wenn die „thailändische“ Automobilindustrie den Bach runter geht überläßt man die Verantwortung gerne den Japanern.Später wohl den Chinesen.
Wie nationalistisch verbohrt muß man sein, wenn man behauptet TH hätte eine eigene Automobilindustrie?
Ich seh da nur die TukTuks welche in Handwerksbetrieben zusammengenietet werden.
TH hat genausowenig eine eigene Automobilindustrie wie Mexiko oder Brasilien.
Heute fallen die Entscheidungen in Tokyo und Nagoya und später vielleicht in Peking und Shanghai.Aber sicherlich niemals in BKK oder Rayong.
Unser großer Betriebswirtschaftler mit der Standortmanie sollte lieber TukTuk fahren wenn er was rein thailändisches fahren will.Selbst bei ThaiRung sind die wichtigsten Teile von Isuzu und Toyota.

berndgrimm
berndgrimm
12 Tage vor
Antwort auf  stin

Wenn Alles angeblich aus seriösen Quellen kommt , warum verlinkt STIN dann nicht? Hat er Angst daß seine angeblichen Quellen eben doch nicht den Quatsch schreiben wie er in seiner Propaganda?

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