SRIRACHA, Thailand – Ein massiver Verdacht rief am 2. Juli die thailändischen Behörden auf den Plan: Steckt hinter einem neuen Gewerbeprojekt in Bo Win heimlich chinesisches Kapital? Nach einer unangekündigten, ressortübergreifenden Großkontrolle auf dem betroffenen Areal gaben die Ermittler nun erste Entwarnung. Die Vorwürfe, es handele sich um ein illegales Strohmann-Geschäft für ausländische Investoren, haben sich nach offiziellen Angaben vorerst nicht bestätigt. Das Projekt befinde sich vollständig in thailändischem Besitz.

An der koordinierten Vor-Ort-Besichtigung des 31 Rai großen Gewerbegrundstücks an der Huai Prap–Pong Saket Straße (Moo 3, Unterbezirk Bo Win, Chonburi) war ein breites Aufgebot an Institutionen beteiligt. Beamte der Bezirksverwaltung, der örtlichen Polizei, der Einwanderungsbehörde, des Arbeitsamtes sowie zuständiger Provinzbehörden durchleuchteten das Bauvorhaben lückenlos. Im Fokus standen Unternehmensregistrierungen, Pachtverträge, Beschäftigungspraktiken sowie die Einhaltung der Aufenthaltsbestimmungen für Ausländer.

Chinesische Schilder sorgten für Fehlinterpretationen

Die Ermittler stießen bei ihrer Prüfung auf eine klare Dokumentenlage: Das Projekt basiert auf einem 30-jährigen Pachtvertrag. Als alleinige Pächterin und 100-prozentige Anteilseignerin ist Frau Siriphan Kerdsommut eingetragen. Hinweise auf eine verdeckte ausländische Beteiligung wurden nicht gefunden.

Nach Erkenntnissen der Behörden war die Verwirrung in der Bevölkerung und den Medien hausgemacht: Großflächige chinesische Schilder im Projektgebiet hatten den Verdacht auf verdeckte Eigentümerstrukturen befeuert. Um weitere Missverständnisse zu vermeiden und maximale Transparenz zu demonstrieren, reagierte der Projektinhaber prompt und ließ die Schilder nach Aufkeimen der Kritik entfernen.

Kontrollen im Büro: Wer arbeitet auf der Baustelle?

Während der Inspektion trafen die Beamten in den Büroräumen auf zwei chinesische Staatsangehörige. Der Projektinhaber stellte hierzu klar, dass es sich dabei um Angestellte eines beauftragten Bauunternehmens handelt, an welchem selbst zwei chinesische Partner beteiligt sind. Direkt in das eigentliche Bauvorhaben seien sie jedoch nicht involviert; zudem würden auf der Baustelle regulär thailändische Arbeiter beschäftigt.

Die Behörden betonten in diesem Zuge, dass die Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte weiterhin unter strenger arbeitsrechtlicher Aufsicht steht. Sollte künftig eine illegale Beschäftigung oder nicht genehmigte Tätigkeit festgestellt werden, werde man unverzüglich rechtliche Schritte einleiten.

Behörden kündigen fortlaufende Überwachung an

Frau Jintana Jeerachiwin, die leitende Bezirksbeamtin von Sriracha, erklärte nach der internen Abstimmung aller Behörden, dass die Inspektion zwei zentrale Problembereiche abgedeckt habe. Das erste Fazit fällt eindeutig aus: Rechtsverstöße wurden nicht festgestellt. Der Pächter besitze alle legitimen Rechte an der Landnutzung und sei im Rahmen des Projektentwicklungsplans auch zur Untervermietung an Gewerbetreibende berechtigt.

Aktuell befinde sich das Großprojekt in der ersten Entwicklungsphase. Die Demontage der chinesischen Schilder bezeichnete Jeerachiwin als proaktive Maßnahme des Eigentümers. Dennoch ist der Fall für die Behörden nicht ad acta gelegt:

„Die Überwachung wird fortgesetzt, um die Einhaltung aller Vorschriften lückenlos sicherzustellen. Sollten zukünftig Beschwerden oder Verstöße auftreten, werden die Behörden umgehend Maßnahmen ergreifen, um die Transparenz und das Vertrauen der Öffentlichkeit zu wahren.“

Projektinhaberin setzt auf Transparenz und lokale Arbeitsplätze

Die Eigentümerin selbst, Frau Siriphan, wies die Anschuldigungen, als Strohfrau für ausländische Investoren zu agieren, entschieden zurück. Als thailändische Staatsbürgerin halte sie 100 % der Projektanteile. Ihr Ziel sei es, das 31 Rai große Pachtareal über die 30-jährige Laufzeit zu einem florierenden Gewerbezentrum für Unternehmen und Einzelhändler aufzubauen.

Nach der Fertigstellung soll das Zentrum sowohl thailändischen als auch ausländischen Mietern offenstehen und wichtige lokale Arbeitsplätze schaffen. Sie bestätigte, dass sämtliche Dokumente den Prüfern lückenlos vorgelegt wurden und sie auch weiterhin kooperieren werde.

Das vorläufige Fazit der Aufsichtsbehörden: Die Inspektion war aufgrund des öffentlichen Drucks zwingend notwendig, die Beweislage entkräftet den Strohmann-Verdacht jedoch zum jetzigen Zeitpunkt. Um die strikte Einhaltung der Gesetze in allen weiteren Phasen zu garantieren, wird die Entwicklung des Gewerbezentrums auch weiterhin engmaschig von den Behörden begleitet.

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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