Ein Kriminalfall, der die Luftfahrtbranche und die Behörden von Thailand bis Australien in Atem hält, nimmt eine dramatische Wendung: Der Mann, der der thailändischen Flugbegleiterin „Meena“ das verhängnisvolle Drogenpaket in ihre Wohnung in Bang Na geliefert haben soll, hat sich nun offiziell bei der in Australien inhaftierten Stewardess entschuldigt.

Die Festnahme des Verdächtigen liefert den Ermittlern tiefe Einblicke in die logistischen Netzwerke der internationalen Drogenmafia.

Die Razzia in Ayutthaya: Ermittler finden Heroinspuren

Der Zugriff erfolgte in der Provinz Ayutthaya: Ermittler führten den Verdächtigen, ein Mitglied des Hmong-Bergstammes, der von den Behörden als „Uthai“ identifiziert wurde, zu seiner Wohnung im Bezirk Muang. Während der dortigen Hausdurchsuchung stießen die Beamten auf entscheidende Beweismittel. Die Ermittler beschlagnahmten mehrere Stofftaschen mit markantem Elefantenmuster. Eine anschließende Laboranalyse bestätigte den Verdacht: An den Textilien hafteten Spuren von weißem Pulver – reinem Heroin.

Das Geständnis: Über die Grenze nach Bangkok

In den Verhören packte Uthai umfassend aus und legte ein Geständnis ab. Laut eigenen Angaben reiste er am 20. Juni in den Bezirk Chiang Kham der Provinz Phayao. Dort nahm er ein Paket mit insgesamt 18 mit Heroin getränkten Elefanten-Tragetaschen von einem bislang Unbekannten entgegen. Die Absprachen für die Übergabe liefen verschlüsselt über den Messenger-Dienst Line und den Account-Namen „Rin Rin“.

Uthai wies jedoch den Vorwurf von sich, die Drogen selbst in die Textilien eingearbeitet zu haben; er habe lediglich als Kurier fungiert. Nach der Übernahme in Phayao verpackte er die präparierten Taschen in einen Karton und lieferte diesen am 22. Juni direkt an Meenas Wohnung in Bang Na aus.

Spurenvernichtung nach der Verhaftung in Melbourne

Nur drei Tage später, am 25. Juni, klickten für die Thai-Airways-Mitarbeiterin in Melbourne die Handschellen. Als Uthai von der Festnahme in Australien erfuhr, versuchte er panisch, seine Spuren zu verwischen. Nach eigenen Angaben entsorgte er umgehend die verbliebenen Tragetaschen sowie den blauen Kapuzenpullover, den er am Tag der Übergabe in Bang Na getragen hatte und der ihn auf Überwachungskameras hätte identifizieren können.

Belastendes Videomaterial aufgetaucht

Die Beweislast gegen den Hmong-Stammesangehörigen wiegt schwer. Die thailändische Polizei veröffentlichte Videomaterial, das Uthai am 26. Juni in Bangkok zeigt. Die Aufnahmen dokumentieren, wie er eine Wohnung in der Soi Suea Yai aufsucht, um dort drei weitere Pakete abzufangen – nachdem der eigentliche Empfänger misstrauisch geworden war und die Annahme verweigert hatte.

Uthai befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm den illegalen Besitz von Betäubungsmitteln zum Zweck des Handels sowie den internationalen Drogenschmuggel vor. Während Meena in einem australischen Gefängnis auf ihren Prozess wartet, läuft die Suche nach den Hintermännern des Line-Accounts „Rin Rin“ auf Hochtouren.

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest

1 Kommentar
Älteste
Neueste Meistbewertet
{title}
WP Twitter Auto Publish Powered By : XYZScripts.com