Der internationale Drogenfall rund um eine thailändische Flugbegleiterin zieht immer weitere Kreise. Im Zuge der Ermittlungen gegen ein weitverzweigtes Rauschgift-Netzwerk ist der Polizei ein dritter Verdächtiger ins Netz gegangen. Die thailändischen Behörden nahmen den Mann gestern in der Provinz Ayutthaya fest. Er steht im dringenden Verdacht, eine Schlüsselrolle beim Transport der Schmuggelware gespielt zu haben, die am Ende im Gepäck eines Crewmitglieds in Australien landete.
Panische Vertuschungsaktion in der Toilette
Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen Mann, der von den Ermittlern als „Nanthawat“ identifiziert wurde. Nach seiner Festnahme legte er ein umfassendes Geständnis ab: Nanthawat gab an, eine schwarze Plastiktüte mit sechs Stofftaschen mit Elefantenmuster erhalten zu haben. Der Absender war laut seiner Aussage „Uthai“, ein Angehöriger des Hmong-Stammes. Uthai hatte bereits am 22. Juni ein Drogenpaket direkt an die Wohnung einer Flugbegleiterin namens Meena im Bangkoker Bezirk Bang Na geliefert.
Als Nanthawat kurz darauf von der Festnahme Meenas in Australien erfuhr, brach bei ihm offenbar Panik aus. Er kontaktierte Uthai, um Anweisungen für das Verstecken der sechs Tragetaschen einzuholen. Der Befehl war eindeutig: Die Beweismittel mussten sofort vernichtet werden. Nanthawat schnitt die Beutel nach eigenen Angaben mit einem Messer auf und spülte das darin enthaltene weiße Pulver kurzerhand in der Toilette seiner Wohnung hinunter.
Polizei rekonstruiert die Fluchtroute
Anschließend flüchtete Nanthawat mit seinem Auto und warf die Plastik- und Tragetaschen in ein Gebüsch entlang des Highways 4040 im Unterbezirk Champa (Bezirk Tha Rua in Ayutthaya). Die Ermittler konnten die Fluchtroute dank der Aussagen des Verdächtigen jedoch präzise rekonstruieren. Am angegebenen Ort stellten die Beamten die Plastiktüte sicher – darin befanden sich entgegen der ersten Aussage sogar sieben Tragetaschen. Eine Laboruntersuchung der darin haftenden Pulverrückstände brachte schnell Gewissheit: Es handelte sich um reines Heroin.
Das kriminelle Netzwerk hinter dem Schmuggel
Nanthawat ist nicht der einzige Verdächtige im Visier der Fahnder. Bereits vor seiner Festnahme hatte die Polizei Uthai sowie einen weiteren, namentlich nicht genannten Mann in Gewahrsam genommen. Letzterer soll Uthai am 22. Juni mit dem Auto zu Meenas Wohnung chauffiert haben.
Die Spur des Drogennetzwerks reicht jedoch noch weiter: In der Provinz Loei klickten für zwei weitere Verdächtige die Handschellen. Ein Mann namens „Arthit“ und seine laotische Ehefrau „Patsaporn“ wurden dort festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, Pakete mit den markanten Elefanten-Tragetaschen an Postfilialen in Bangkok geschickt zu haben, um sie von dort aus ins Ausland weiterzuleiten. Das Ehepaar bestreitet bislang jedoch jede Verbindung zu dem Fall.
Der Auslöser: Zugriff am Flughafen Melbourne
Ins Rollen gebracht hatte den gesamten Fall die australische Grenzpolizei. Diese kontrollierte die TG-Flugbegleiterin Meena nach ihrer Landung am 25. Juni auf dem Flughafen in Melbourne. Bei der Durchsuchung ihres Gepäcks stießen die Beamten auf das Heroin, das raffiniert in insgesamt 12 Tragetaschen mit Elefantenmuster versteckt war. Meena wurde noch vor Ort festgenommen – und lieferte damit den entscheidenden Dominostein für die Zerschlagung des Rings in Thailand.