Ein angeblicher Grenzübergang thailändischer Truppen und ein darauffolgender Angriff mit einer Handgranate belasten die Beziehungen zwischen Thailand und Kambodscha. Doch die thailändische Armee reagiert prompt: Sie weist die Anschuldigungen der kambodschanischen Seite, bei denen drei Soldaten verletzt worden sein sollen, als völlig unbegründet zurück. Nach einer internen Untersuchung liefert Bangkok nun eine ganz andere Erklärung für die Explosion im Grenzgebiet.

Der Vorwurf aus Phnom Penh

Wie Armeesprecher Generalmajor Winthai Suvaree gestern bekannt gab, wirft Kambodscha den thailändischen Streitkräften vor, mit sieben Soldaten in das Gebiet Chong Krang eingedrungen zu sein. Dieses Areal liegt im Bezirk Phanom Dong Rak in der thailändischen Provinz Surin. Die thailändischen Soldaten sollen dort eine Handgranate in eine militärische Stellung Kambodschas geworfen haben. Durch die Detonation wurden laut kambodschanischen Angaben drei eigene Soldaten verletzt.

Thailands Untersuchung liefert andere Ursache

Die thailändische Armee leitete unmittelbar nach den Vorwürfen eine dringende Untersuchung ein. Das Ergebnis: Die Explosion fand zwar tatsächlich auf kambodschanischer Seite statt, wurde jedoch in keiner Weise durch Aktionen der thailändischen Streitkräfte verursacht.

Zum Zeitpunkt des Vorfalls, so betont der Sprecher, befanden sich die thailändischen Truppen auf einer Routinepatrouille. Ihr Auftrag war die Sicherung von Straßenbauarbeiten, die ausschließlich auf thailändischem Staatsgebiet stattfanden. Die Soldaten beobachteten dabei sogar, wie sie selbst von kambodschanischen Kräften überwacht wurden.

Gegen Mittag hörten die thailändischen Einheiten schließlich eine Explosion von der kambodschanischen Seite der Grenze. Unmittelbar danach sei dort Verwirrung ausgebrochen, als kambodschanische Truppen herbeieilten, um den Verletzten zu helfen. Die Armee stellt unmissverständlich klar, dass die thailändischen Streitkräfte weder Waffen abgefeuert noch Granaten geworfen haben.

Verdacht auf eigene Landmine und Kritik an „Fake News“

Generalmajor Winthai äußerte stattdessen einen konkreten Verdacht: Die Explosion wurde aller Wahrscheinlichkeit nach von den kambodschanischen Kräften selbst ausgelöst. Neu eingesetzte Soldaten, die mit dem gefährlichen Gelände nicht vertraut waren, seien offenbar versehentlich auf eine eigene Landmine getreten.

Der Armeesprecher bekräftigte, dass Thailand seine Aufgaben weiterhin strikt im Einklang mit bestehenden Abkommen, den geltenden Regeln für den Einsatz von Gewalt und dem Völkerrecht erfüllt. Zugleich appellierte er an die Öffentlichkeit und die internationale Gemeinschaft, den aus seiner Sicht haltlosen und irreführenden Informationen keinen Glauben zu schenken. Er forderte Kambodscha nachdrücklich auf, die Verbreitung von „Fake News“ einzustellen. Solche gezielten Versuche, Thailand zu diskreditieren, untergrüben die bilateralen Beziehungen und gefährdeten den Frieden entlang der Grenze.

Medizinische Zweifel und Kooperationsbereitschaft

Unterstützt wird diese Darstellung durch die für das Gebiet zuständige Zweite Armeeregion. In einer offiziellen Stellungnahme erklärte das Regionalkommando erneut, dass die thailändischen Streitkräfte im fraglichen Bereich keine Operationen durchgeführt haben.

Darüber hinaus haben Militärexperten das von Kambodscha veröffentlichte Bildmaterial der drei verletzten Soldaten analysiert. Das Ergebnis der Auswertung spricht gegen die Version eines Granatenangriffs: Das Verletzungsmuster stimme vielmehr mit den typischen Folgen einer Landminenexplosion überein.

„Wären die Verletzungen durch eine Handgranate verursacht worden, hätte man normalerweise Splitterwunden an mehreren Körperteilen festgestellt, die wahrscheinlich schwerwiegender gewesen wären“, heißt es dazu im offiziellen Bericht der Zweiten Armeeregion.

Trotz der deutlichen Zurückweisung der Vorwürfe signalisiert Thailand diplomatische Gesprächsbereitschaft. Sollten neue Informationen oder Beweise auftauchen, sei das Land jederzeit bereit, im Rahmen der bestehenden bilateralen Mechanismen an jedem offiziellen Sachverhaltsermittlungsverfahren vollumfänglich zu kooperieren.

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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