Ein massiver Anstieg von Leberegelinfektionen bei Studienanfängern in der thailändischen Provinz Maha Sarakham hat die Gesundheitsbehörden in Alarmbereitschaft versetzt. Im Visier der Ermittler stehen nun lokale Restaurants und die traditionelle Zubereitung von fermentiertem Fisch.

Massentests an Universitäten decken Infektionswelle auf

Die Zahlen sind besorgniserregend: An der Mahasarakham-Universität wurden 4.233 von 12.733 Erstsemestern positiv auf den Parasiten getestet – das entspricht einer Quote von rund 33 %. An der Rajabhat Maha Sarakham-Universität fiel der Test bei 380 von 1.922 Studierenden positiv aus (etwa 19 %).

Wie Gesundheitsminister Pattana Promphat am Dienstag erklärte, wurden diese ersten Ergebnisse mithilfe von Harnantigentests (UATs) ermittelt. Diese in den letzten Jahren entwickelte Methode ermöglicht besonders schnelle Screenings. Um das Vorliegen der Infektion (Opisthorchiasis) endgültig zu bestätigen, sind jedoch nach wie vor anschließende Stuhluntersuchungen erforderlich.

Die örtlichen Gesundheitsbehörden stuften die Befunde als „alarmierend“ ein, da die durchschnittliche Infektionsrate in der Gesamtbevölkerung der Provinz im Vergleich dazu bei etwa 11 % liegt. Vor diesem Hintergrund betonten die Verantwortlichen die dringende Notwendigkeit, sicherere Ernährungsgewohnheiten in der Region zu fördern.

Behörden jagen die Infektionsquelle: Fokus auf Pla Ra

Als Reaktion auf den Ausbruch hat der Gouverneur von Maha Sarakham, Chumpit Decharat, umfassende Gesundheitsinspektionen angeordnet. Kontrolliert werden alle Somtam-Läden im Umkreis der beiden Universitäten sowie sämtliche Restaurants, die Pla Ra – den für die Isan-Region typischen fermentierten Fisch – in ihren Gerichten verwenden.

Um Transparenz und Sicherheit für die Verbraucher zu schaffen, greifen die Behörden zu einer Zertifizierungsmaßnahme: Gastronomiebetriebe, die die strengen Sicherheitsstandards erfüllen, erhalten ein offizielles Schild für ihre Kunden mit der Aufschrift:

„Dieses Restaurant serviert gekochtes und sicheres Essen.“

Spätfolge Gallengangkrebs: Die unterschätzte Gefahr

Dr. Jade Boonyawongvirot, stellvertretende Direktorin des Maharat Nakhon Ratchasima Krankenhauses, warnt eindringlich vor den langfristigen Konsequenzen ungesunder Essgewohnheiten. Das tückische an der Parasiteninfektion: Die Folgen zeigen sich meist nicht sofort, sondern können erst nach 15 oder 20 Jahren in Form von Gallengangkrebs (Cholangiokarzinom) ausbrechen – einer extrem schwer behandelbaren Krebserkrankung mit hoher Sterblichkeitsrate.

Der Leberegel ist laut Dr. Jade ein weit verbreiteter Parasit in Thailand, der vor allem in den nordöstlichen und nördlichen Regionen sowie in Nachbarländern wie Laos und Kambodscha vorkommt. Als wissenschaftlich bestätigte Infektionsquelle gelten rohe oder unzureichend gegarte Süßwasserfische.

Dass diese Fische traditionell für die Herstellung von Pla Ra genutzt werden, bedeutet nach Aussage des Experten jedoch nicht, dass das beliebte Lebensmittel allein für die hohe Infektionsrate verantwortlich ist. „Wenn Pla Ra unter Einhaltung angemessener Hygienestandards hergestellt, korrekt fermentiert und vor dem Verzehr gekocht wird, ist das Risiko sehr gering“, stellt Dr. Jade klar.

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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