Ankara, Türkei – Die ohnehin brisante Lage im Nahen Osten hat sich drastisch verschärft: Nach einem direkten Schusswechsel zwischen Washington und Teheran erklärte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch die bestehende Waffenruhe offiziell für „beendet“. Zwar ließ er die Tür für weitere diplomatische Gespräche einen Spalt breit offen, überzog die iranische Führung jedoch zeitgleich mit scharfen verbalen Attacken. Die globalen Märkte reagierten prompt auf die neue Eskalationsstufe: Die Ölpreise schossen nach Trumps Äußerungen um fünf Prozent in die Höhe.

Verbale Breitseite auf dem NATO-Gipfel

„Ich denke, es ist vorbei. Ich will nichts mehr mit denen zu tun haben“, stellte Trump am Rande des NATO-Gipfels in der türkischen Hauptstadt Ankara klar, als er von Journalisten auf den Status des Waffenstillstands angesprochen wurde. In seiner gewohnt drastischen Wortwahl bezeichnete er die Führung der Islamischen Republik als „Abschaum“ und „Verrückte“.

„Das sind Abschaum, das sind kranke Menschen, sie werden von kranken Menschen angeführt, und sie sind bösartige, gewalttätige Menschen. Und wenn sie eine Atomwaffe hätten, würden sie sie einsetzen. Für mich ist die Sache erledigt.“ — US-Präsident Donald Trump

Vorausgegangen war eine militärische Kettenreaktion in der Nacht zuvor. Das US-Militär hatte großflächige Angriffe gegen den Iran geflogen, nachdem die iranischen Revolutionsgarden ihrerseits Attacken auf US-Stützpunkte in der Golfregion vermeldet hatten. Laut offiziellen Angaben des Pentagons bombardierten die US-Streitkräfte über 80 Ziele – darunter iranische Schnellboote. Dies sei die direkte Reaktion auf vorausgegangene iranische Angriffe auf die Schifffahrt in der strategisch hochengremmten Straße von Hormus gewesen.

Misstrauen gegen Teheran: „Reine Zeitverschwendung“

Trotz der aufgeheizten Stimmung stellte Trump klar, dass seine Unterhändler – der Geschäftsmann Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner – die Gespräche mit Teheran theoretisch fortsetzen könnten. Die Initiative müsse nun jedoch von der Gegenseite ausgehen.

„Ehrlich gesagt, will ich meine Zeit nicht mit ihnen verschwenden. Nun, ich lasse unsere wunderbaren Unterhändler gerne weiterreden, wenn sie wollen, aber ich sehe da keinen Sinn drin“, dämpfte der US-Präsident die Erwartungen und warf den iranischen Vertretern Wortbruch vor. Seiner Ansicht nach handele es sich um „Lügner“.

Konkret bezog sich Trump auf das Waffenstillstandsabkommen vom 17. Juni. Er warf der iranischen Seite vor, die vereinbarten Inhalte in der Öffentlichkeit wiederholt bewusst falsch darzustellen: „Alle waren sich einig, keine Atomwaffen. Wir haben einen Deal gemacht. Und dann gehen die nach draußen, machen Witze vor der Presse und behaupten, wir hätten nie darüber gesprochen. Die haben doch einen an der Waffel, die sind doch verrückt.“

Rückendeckung von Rutte – und scharfe Kritik an der NATO

Unterstützung für den harten US-Kurs kam von NATO-Generalsekretär Mark Rutte, mit dem Trump zu diesem Zeitpunkt zusammengetroffen war. Rutte legitimierte die nächtlichen US-Militärschläge vor Reportern: „Ich denke, was Sie gestern Abend getan haben, war absolut notwendig. Es war eine sehr starke Reaktion, und da stehe ich voll und ganz hinter Ihnen.“

Doch selbst diese demonstrative Rückendeckung von Rutte – den Trump auf einem NATO-Gipfel im vergangenen Jahr noch salopp als „Daddy“ bezeichnet hatte – konnte die Verbitterung des US-Präsidenten über das Bündnis nicht mildern. Im Gegenteil: Trump nutzte die Bühne für eine Generalabrechnung mit den westlichen Verbündeten, denen er mangelnde Unterstützung im Konflikt mit Teheran vorwarf.

„Ich bin unzufrieden mit der NATO, weil sie uns nicht im Kampf gegen den wichtigsten staatlichen Unterstützer des Terrorismus, den Iran, helfen wollte. Sie waren nicht bereit, uns zu helfen“, kritisierte Trump scharf. Dabei nannte er auch konkrete Details aus seinen Gesprächen mit europäischen Regierungschefs: „Ich habe mit Großbritannien gesprochen, und der Premierminister sagte: ‚Nun, wir wollen Ihnen jetzt nicht helfen, aber wir werden Ihnen helfen, wenn der Krieg vorbei ist.‘ Ich sagte, das sei nicht gut. Und genauso habe ich mit Deutschland gesprochen, die wollten nicht helfen. Ich habe mit Frankreich gesprochen, die wollten auch nicht helfen.“

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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