Ein entspannter Sonntagabend unter Freunden verwandelte sich in Bangkok in eine der verheerendsten Brandkatastrophen seit Jahren. Für viele Überlebende hält der Schrecken auch nach der Flucht aus den Flammen an: Sie entkamen dem Inferno nur, um kurz darauf zu erfahren, dass ihre Begleiter, Verwandten und engsten Freunde den Tod fanden. Während Ermittler die Trümmer untersuchen, spielen sich am Institut für Gerichtsmedizin herzzerreißende Szenen ab, wo Angehörige unaufhörlich die Leichen der Opfer abholen.

Schicksalsschlag hinter der Bühne: Die Band „Totsakan“ verliert ihre Stimme

Es ist kurz vor Mitternacht, als die Band Totsakan die Bühne rockt. Nichts deutet auf die bevorstehende Katastrophe hin. Dass Frontmann Tik Chaiyana heute noch lebt, verdankt er einem unüblichen Impuls: Zum ersten Mal in seiner Karriere bat er mitten in einem Song um eine kurze Pause, um die Toiletten im hinteren Bereich des Lokals aufzusuchen.

Noch während er dort war, brach das Feuer aus. Ein Notausgang in der Nähe der Toiletten rettete ihm durch den dichten Rauch das Leben. Doch das Überlebensglück weicht den Tränen: Später musste Tik mitansehen, wie Rettungskräfte den Leichnam seiner Bandkollegin und Sängerin Breeze, die sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs nicht auf der Bühne befand, ins Freie trugen. Alle Reanimationsversuche blieben erfolglos. Die Band ist zerschlagen – Schlagzeuger Bew überlebte schwer verletzt, Keyboarder Din wird bis jetzt vermisst.

Ein letztes Foto und die verzweifelte Rettung mit Metallstühlen

Die Überlebende Usa war an diesem Abend in einer Fünfergruppe mit engen Freundinnen unterwegs. Ein glücklicher Zufall rettete drei von ihnen das Leben: Usa und zwei Begleiterinnen traten vor das Gebäude, um frische Luft zu schnappen und zu rauchen, während die anderen beiden drinnen am Tisch blieben. Plötzlich gellten „Feuer!“-Rufe durch die Nacht. Erst als Usa sich umdrehte, begriff sie das Ausmaß: Die Flammen fraßen sich in rasender Geschwindigkeit durch den Club.

Dichter, pechschwarzer Rauch füllte den Raum, schnitt den Gästen im Inneren den Atem ab und schloss sie in der Falle ein. Draußen spielten sich dramatische Szenen ab: Usa und weitere Augenzeugen griffen zu Metallstühlen und allem, was sie finden konnten, um die vorderen Fenster einzuschlagen. Sie versuchten verzweifelt, den Rauch abziehen zu lassen und Menschen mit schweren Rauchvergiftungen ins Freie zu zerren.

Für Usas im Gebäude verbliebene Freunde kam jede Hilfe zu spät. Als sie sah, wie Retter Opfer heraustrugen, erkannte sie einen ihrer Freunde. Ihre flehentliche Bitte nach einer Herz-Lungen-Wiederbelebung wiesen die Sanitäter ab – es war zu spät. Da die Körper ihrer beiden Freunde keine sichtbaren Brandverletzungen aufwiesen, starben sie vermutlich an einer akuten Vergiftung durch die toxischen Gase. Nur Minuten vor dem Ausbruch des Feuers hatte die Fünfergruppe noch ein fröhliches Erinnerungsfoto geschossen – es sollte das letzte gemeinsame Bild ihres Lebens werden. Ihr Auto steht derweil immer noch auf dem von der Polizei abgesperrten Parkplatz.

Gasgeruch, Explosionen und die quälende Ungewissheit um die Schwester

Eine weitere Augenzeugin berichtet von einer unheimlichen Vorahnung: Etwa fünf bis zehn Minuten vor dem Brandausbruch bemerkte sie einen intensiven Gasgeruch im Lokal. Zu diesem Zeitpunkt füllte sich die Location bereits für den Abend – schätzungsweise fast 100 Gäste befanden sich im Raum. Als ihre ältere Schwester auf die Toilette ging, blieb sie am Tisch sitzen. Kurz darauf brach das Chaos aus.

Unter Rufen wie „Es brennt!“ rannte sie ins Freie. Der dichte Qualm erschwerte jede Atmung, und auf ihrer Flucht hörte sie eine heftige Explosion. Ein Feueralarm, so bestätigt auch eine andere Überlebende, die nur Sekunden vor dem Ausbruch Rauch vom Dach aufsteigen sah, war nirgends zu hören. Für die junge Frau beginnt nun das quälende Warten: Ihre Schwester war auf der Toilette gefangen. Bislang fehlt von ihr jede Spur. Die Behörden konnten lediglich ihre Handtasche und ihr Smartphone bergen; die Schwester wurde offiziell als vermisst gemeldet.

Todesangst auf der Flucht: Zu Boden getrampelt im Chaos

Wie brutal die Panik im Inneren tobte, schildert die Überlebende Penparsa. Sie saß mitten im dicht besetzten Lokal beim Essen, als im vorderen Bühnenbereich die Flammen emporschossen und sich augenblicklich in eine gigantische, schwarze Rauchwolke verwandelten.

Die Orientierung ging im Qualm sofort verloren. Da viele Gäste nicht wussten, wo sich die Ausgänge befanden, rannten sie in blinder Panik kreuz und quer durcheinander. Penparsa stürzte im Getümmel schwer. Während sie am Boden lag, wurde sie von den flüchtenden Menschenmassen rücksichtslos überrannt. Dass sie diese Hölle überlebte, verdankt sie ihrem jüngeren Bruder: Er reagierte blitzschnell, packte sie am Hemd, riss sie wieder auf die Beine und schleppte sie gemeinsam mit sich ins Freie.

Von stin

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18 Comments
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berndgrimm
berndgrimm
27 Tage vor

Und täglich grüßt in TH das Murmeltier!
Es ist nicht lange her da hat man in der Ekamai einen Pub inklusive Gäste abgefackelt.Eine typische Thai Katastrophe…..
Um sicher zu gehen das keiner flieht hat man die Notausgänge blockiert.
Und die verantwortlchen Prüfer haben sich fürs Niichtstun nochmal bezahlen lassen.Sowas nennt man hier Naturkatastrophe.

Zuletzt bearbeitet am 27 Tage vor von berndgrimm
Wolfgang Kempf
Wolfgang Kempf
27 Tage vor
Antwort auf  stin

Werter STIN ,
den dummen Vergleich mit der Schweiz liest man jetzt überall im Netz.👎😡🙏
Wie oft kam so etwas in Schweiz vor?
In Thailand schon wesentlich öfter , immer bei der Wahrheit bleiben 😉
Und in Thailand folgt immer große Empörung
aber eine Besserung ist nicht festzustellen.

Zuletzt bearbeitet am 27 Tage vor von Wolfgang Kempf
Wolfgang Kempf
Wolfgang Kempf
26 Tage vor
Antwort auf  stin

Wieder ein echter STIN👎😡🙏
In deinem Text schreibst du von der Schweiz!
Nun plötzlich in Europa!
Finde den Fehler🥱

berndgrimm
berndgrimm
24 Tage vor
Antwort auf  stin

In den Food Parks muß man auch erst eine Wertkarte kaufen von der der Verbrauch abgerechnet wird.
Die Notausgänge werden nicht nur in Bars/Restaurant abgeschlossen, auch in Wohnresidenzen werden sie zugestellt.
Nur brennt es dort nicht so oft wie in Bars.
Wirkliche Kontrollen gibt es nicht weil die Kontrolleure sich fürs wegsehen bezahlen lassen.

berndgrimm
berndgrimm
22 Tage vor
Antwort auf  stin

Hierzu gibt es in der BP von Heute einen lesenswerten Artikel:
https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/3287892/no-more-lessons-to-learn

The city officials and safety inspectors, police, contractors, investors and all those whose negligence allowed for yet another of these episodes are surely deserving of blame and should face the consequences of their negligence and dereliction of duty.

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Auch hier habe ich eine abweichende Meinung.
Ja , die „mai pen arai“ Mentalität führt zu Katastrophen.
Aber hier werden Leute berufsmäßig dafür bezahlt bestimmte Kontrollen durchzuführen.Da setzt man keine „mai pen arai“ Limbotänzer hin. Es gibt in TH genug Leute die ihren Job ernst nehmen und gut machen.Man muß diiese nur auch für die entsprechenden Jobs rekrutieren.Auch wenn sie keine Familienangehörige , Freunde oder Sponsoren sind.
Es reicht auch nicht wie STIN ständig faule Ausreden aus anderen Ländern zu suchen.Ich weiß genausowenig wie STIN was zur Katastrophe in Crans Montana führte und erlaube mir deshal auch kein Urteil. Aber ich war schon häufiger in Thai Clubs und Discos und habe als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr sofort die möglichen Gefahren gesehen und darauf aufmerksam gemacht.
Manchmal wurde sogar was getan aber höchstens für 20 Minuten ,
danach war business as usual

berndgrimm
berndgrimm
20 Tage vor
Antwort auf  stin

Es geht nicht darum hinterher zu warnen sondern regelmäßig zu kontrollieren. Das geschieht in TH eben nicht.In DACH aber schon.Auch wenn es dort manchmal zu ähnlichen Katastrophen kommt.
Berufliche Limbotänzer gibt es überall.
Man muß sie nur rechtzeitig aussortieren.
Dies geschieht in TH eben nicht.
Wenn hier jemand rausgeschmissen wird , dann weil er nicht die richtigen Verbindungen hat oder für die Leute mit den richtigen Verbindungen Platz machen muß.

Wolfgang Kempf
Wolfgang Kempf
22 Tage vor
Antwort auf  berndgrimm

Na klar, der Sicherheitsexperte der Freiwilligen Feuerwehr von Kleinkleckersdorf, hat in Thai Clubs, vor den Ladys 😀🥱, erst die Nutzung der Notausgänge getestet.😄👌🙏

berndgrimm
berndgrimm
20 Tage vor
Antwort auf  Wolfgang Kempf

Na ja , STIN’s Nebenschläger hat wohl noch nie etwas Gemeinnütziges getan und sich auf der Tanzfläche in die Hose gemacht statt aufs Klo zu gehen.
Die Notausgänge befinden sich meist am Ende der gleichen Gänge an denen auch die Toiletten liegen.
Und wenn man ein geübtes Auge hat sieht man sofort die Gefahren.

berndgrimm
berndgrimm
19 Tage vor
Antwort auf  stin

Also die Türen hab ich garnicht kontrolliert weil ich dort garnicht hinkam.Die Gänge waren meist hinter den Toiletten mit Gerümpel vollgestellt , so daß niemand durchkam.

berndgrimm
berndgrimm
18 Tage vor
Antwort auf  stin

Im Gegensatz zu STIN haben wir bei der Feuerwehr nicht gelernt erst zu entrümpeln oder über den ganzen Kladderadatsch zu steigen oder zu fliegen.
Das ist im Feuerwehr Handbuch nicht vorgesehen.
Wir hatten nicht solche Alleswisser wie STIN sondern normale Menschen.

berndgrimm
berndgrimm
16 Tage vor
Antwort auf  stin

Reisen bildet.
Ich habe in meinem Berufsleben viel mit Wirtschaftsanwälten zu tun gehabt.
Was habe ich von denen gelernt ?
Daß ich nicht skrupellos genug war.
Heute bin ich froh darüber.
Aber STIN ist ja (ein)ausgebildeter Rechtsanwaltsgehilfe.
So schreibt er hier auch.

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