Nach dem katastrophalen Großbrand in der Bangkoker Bierhalle „Rong Beer Na Ladphrao“ mit mindestens 30 Todesopfern und zahlreichen Verletzten laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Am Dienstagnachmittag schaltete sich der Rechtsbeistand des Unternehmens ein: Anwalt Nithirut Jatiyatheeranun traf sich mit den Ermittlern der Polizeidienststelle Phahonyothin. Er legte zentrale Geschäftsdokumente vor und versprach im Namen der Betreiber eine lückenlose Kooperation sowie eine schnelle, unbürokratische finanzielle Unterstützung für alle Opfer und deren Angehörige.
Soforthilfe aus Notfallfonds angelaufen
Wie Nithirut nach dem Treffen mit der Polizei mitteilte, hat das Unternehmen umgehend erste finanzielle Hilfen bereitgestellt. Für jeden der 30 dokumentierten Todesfälle wurden vorab 10.000 Baht zur Deckung der Bestattungskosten und als erste Unterstützung freigegeben. Die betroffenen Familien können diese Zahlungen direkt auf der Polizeistation Phahonyothin entgegennehmen.
Das Geld stammt laut dem Anwalt aus einem ad hoc eingerichteten Notfallfonds. Diesen haben die Familie des Inhabers sowie vier bis fünf weitere Teilhaber und Geschäftspartner gemeinschaftlich finanziert. Für die Verantwortlichen stehe die sofortige Absicherung der Hinterbliebenen derzeit an oberster Stelle.
Versicherung prüft Schadenshöhe – Inhaberin kämpft um ihr Leben
Während die Details zur Entschädigung der vielen Verletzten noch verhandelt werden, betonte Nithirut den Willen des Unternehmens, auch diesen Opfern schnellstmöglich finanzielle Hilfe zukommen zu lassen. Zwar greife die Versicherungspolice des Restaurants für Schadensersatzansprüche aller Betroffenen, die finale Schadenssumme steht jedoch noch aus, da die Gutachter des Versicherers ihre Prüfungen noch nicht abgeschlossen haben.
Unterdessen ist eine Befragung der eigentlichen Clubbesitzerin vorerst unmöglich: Die Frau liegt seit dem verheerenden Brand bewusstlos auf der Intensivstation. Die behandelnden Ärzte beschreiben ihren Zustand als kritisch – es stehe „50:50“. Sobald sich ihr Zustand stabilisiert, soll sie von der Polizei vernommen werden.
Offizielle Kanäle und rechtliche Prüfung
Neben der finanziellen Abwicklung prüfen die Anwälte derzeit weitere rechtliche Schritte. Dazu gehört die Klärung, ob die Angestellten der Bierhalle ordnungsgemäß im thailändischen Sozialversicherungssystem registriert waren. In diesem Fall stünden den betroffenen Mitarbeitern Leistungen nach Abschnitt 33 des nationalen Sozialversicherungsgesetzes zu.
Vertreter des Unternehmens kündigten an, nach Abschluss der polizeilichen Formalitäten jede betroffene Familie persönlich zu treffen, um ihr Beileid auszudrücken und die volle Verantwortung für das Unglück zu übernehmen. Zuvor hatte sich das Management bereits über die sozialen Medien entschuldigt und ein internes Koordinierungszentrum eingerichtet, um den Opfern als direkter Ansprechpartner zu dienen.
Um die Verbreitung von Gerüchten und unbestätigten Informationen zu verhindern, bittet die Geschäftsführung die Öffentlichkeit eindringlich, sich ausschließlich auf die Updates über die offizielle Facebook-Seite der Bierhalle zu verlassen.