Thailands Pubs und Bars erleben ein fulminantes Comeback: Innerhalb von nur zwei Jahren hat die Branche ihre Umsätze mehr als verdoppelt und sich zu einem kraftvollen Motor der heimischen Wirtschaft entwickelt. Doch der immense Aufschwung nach der Pandemie wird von dunklen Wolken überschattet. Nach einem verheerenden Brand in einem Bangkoker Vergnügungslokal steht der Sektor plötzlich wieder unter strenger behördlicher Beobachtung.
Kleine Nische, enorme Wirtschaftskraft
Eine aktuelle Studie von Krungsri Research verdeutlicht das beeindruckende Wachstum, wirft aber auch ein Licht auf die Verhältnisse im Land: Im Jahr 2024 verzeichnete Thailand insgesamt 388.219 registrierte Gastronomiebetriebe – ein moderates Plus von 0,84 % im Vergleich zum Vorjahr. Überraschend dabei ist, dass lediglich 4.133 dieser Betriebe als primäre Alkoholausschankstätten gemeldet sind. Das entspricht einem Anteil von gerade einmal 1,1 %. Doch obwohl diese Lokale rein zahlenmäßig eine kleine Nische besetzen, ist ihre ökonomische Bedeutung für das Land drastisch gestiegen.
Umsatzexplosion nach der Wiedereröffnung
Die Zahlen von Krungsri Research belegen die rasante Dynamik des thailändischen Nachtlebens seit dem Ende der Pandemie-Beschränkungen:
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2022: Zum Start der internationalen Wiederöffnung Thailands generierte die Branche 2,3 Milliarden Baht.
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2024: Der Umsatz schoss auf 5,4 Milliarden Baht hoch – ein Zuwachs von satten 46,4 % allein gegenüber dem Vorjahr.
Auch der Stellenwert innerhalb der gesamten Gastronomie hat sich massiv verschoben. Der Umsatzanteil der Bars und Pubs am gesamten Lebensmittel- und Getränkesektor kletterte von 12,9 % im Jahr 2022 auf stolze 18,9 % im Jahr 2024.
Obwohl die thailändische Regierung nach einer erfolgreichen Testphase plant, den Alkoholverkauf am Nachmittag dauerhaft zu lockern, prognostiziert Krungsri Research für die Zukunft ein etwas moderateres Wachstumstempo.
Die Achillesferse: Abhängigkeit vom internationalen Tourismus
Trotz des aktuellen Booms bleibt die Branche verwundbar. Der Bericht der Analysten hebt hervor, dass viele Pubs, Bars und Restaurants nach wie vor am Tropf des internationalen Tourismus hängen. Besonders wichtig sind dabei Fernreisende aus Europa und dem Nahen Osten. Genau hier liegen jedoch die Risiken: Geopolitische Spannungen, gestiegene Reisekosten, begrenzte Flugkapazitäten und akute Sicherheitsbedenken dämpfen die Erholung dieser Kernmärkte.
Das Fazit der Experten ist eindeutig: Innenpolitische Reformen und Erleichterungen beim Alkoholverkauf können den Betrieben zwar eine solide Basis bieten, ein langfristiges und nachhaltiges Wachstum steht und fällt jedoch mit einer vollständigen und stabilen Rückkehr der internationalen Urlaubsgäste.