Ein thailändischer Badeort im Zwielicht: Was als entspannter Urlaub in Pattaya geplant war, endete für eine Gruppe kuwaitischer Touristen in einem Albtraum aus nächtlichen Polizeikontrollen, massiven Geldforderungen und dubiosen Belegen. Mit heimlich gefilmten Videoaufnahmen und gefälschten Quittungen gehen die Urlauber nun an die Öffentlichkeit. Sie erheben schwere Vorwürfe gegen die örtlichen Ordnungshüter und fordern eine lückenlose Aufklärung der mutmaßlichen Betrugsmasche.

Bis zu fünf Kontrollen pro Nacht: Die dubiose Masche auf Pattayas Straßen

Die betroffene Touristengruppe, die nach eigenen Angaben den vergangenen Monat in Pattaya verbrachte, wandte sich am Abend des 14. Juli direkt an lokale Reporter, um die Vorfälle öffentlich zu machen. Über einen Dolmetscher stellte die Gruppe klar, dass sie Thailands Verkehrsregeln vollends akzeptiere und auch bereit sei, legitime Strafen zu tragen. Die Art und Weise, wie die Kontrollen abliefen, lässt jedoch stark an der Rechtmäßigkeit der Maßnahmen zweifeln.

Laut den Schilderungen der Urlauber wurden sie an manchen Abenden zwei- bis fünfmal gestoppt. Dabei forderten die Einsatzkräfte Bußgelder in Höhe von 3.500 bis 5.000 Baht (umgerechnet rund 90 bis 130 Euro). Eine reguläre Begleichung der Strafe auf einer offiziellen Polizeiwache sei den Touristen strikt verweigert worden. Stattdessen mussten sie die Beträge bar und an abgelegenen Orten entrichten.

Ominöse Mittelsmänner und die Drohung mit der Beschlagnahmung

Besonders verdächtig: Das Geld wurde laut den Urlaubern nicht von den Polizisten selbst entgegengenommen. Stattdessen kassierte ein unbekannter Mann im Beisein der uniformierten Beamten ab, während diese tatenlos zusahen.

Um den Druck zu erhöhen, drohten die Einsatzkräfte damit, die Motorräder der Urlauber sofort zu beschlagnahmen, sollten sie nicht auf der Stelle bar bezahlen. Selbst das Angebot, die Angelegenheit direkt auf einem Abschlepphof zu regeln, schmetterten die Beamten ab. Wer auf einer Quittung bestand, wurde laut Aussagen der Gruppe mit einer zusätzlichen Gebühr von 500 Baht zur Kasse gebeten.

Beweise vorgelegt: Quittungen entpuppen sich als Fälschungen

Um ihre Anschuldigungen zu untermauern, legten die kuwaitischen Touristen den Journalisten heimlich aufgenommene Videos der Kontrollen sowie die erhaltenen Belege vor.

Die vermeintlich offiziellen Dokumente werfen jedoch erhebliche Fragen auf:

  • Sie listeten zwar die mutmaßlichen Verkehrsverstöße und die gezahlten Geldbeträge auf.

  • Optisch glichen sie jedoch eher Kassenzetteln aus kleinen Geschäften als behördlichen Dokumenten.

Der Verdacht bestätigte sich kurz darauf: Als die Urlauber die fragwürdigen Papiere später anderen Polizeibeamten zeigten, erklärten diese unumwunden, dass es sich bei den Dokumenten um Fälschungen handele.

„Mehr Angst vor der Polizei als vor Kriminellen“

Wie tief das Misstrauen inzwischen sitzt, zeigt ein weiterer Vorfall. Nach einem kleineren Sturz mit ihren Motorrädern wurde die Gruppe von denselben Beamten erneut mitgenommen und abermals zur Kasse gebeten – dieses Mal, ohne überhaupt zu wissen, welches Vergehens sie bezichtigt wurden. Hatten die Besucher Pattaya anfangs wegen der sichtbaren Polizeipräsenz für sicher gehalten, gaben sie nun resigniert zu Protokoll, am Ende mehr Angst vor den Ordnungshütern als vor Kriminellen gehabt zu haben.

Appell an die Polizeiführung: Aufklärung ohne Imageschaden

Die kuwaitischen Urlauber betonen ausdrücklich, dass es nicht ihre Absicht sei, den Ruf Pattayas als beliebtes internationales Reiseziel zu beschädigen. Dennoch richten sie einen klaren Appell an die lokale und nationale Polizeiführung, den Vorfällen konsequent nachzugehen, die Beweise zu prüfen und im Falle einer Bestätigung des Fehlverhaltens hart durchzugreifen.

Für ausländische Touristen in Thailand bleibt dieser Fall eine eindringliche Warnung: Bei Verkehrskontrollen sollte stets auf transparenten, offiziellen Abläufen bestanden und Quittungen direkt vor Ort penibel überprüft werden.

Von stin

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2 Comments
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berndgrimm
berndgrimm
24 Tage vor
Antwort auf  stin

Im Gegensatz zu STIN war ich bei Unterhaltungen mit der Tourist Police schon dabei.Denen geht es wirkiich nur ums Schmiergeld und sie machen meist gemeinsame Sache mit den betrügerischen Vermietern.
Ich war auch in deren (früheren?) HQ im Monterrey Tower an der New Phetchburi.Damals gehörte die Tourist Police noch zum TAT , dessen HQ auch auf der New Phetchburi war.
Es sind nicht die braunen Verkehrspolizisten die Schlimmsten sondern deren Chefs bis oben im HQ Rama I.Die kassieren alle mit.
Und die Tourist Poliice ist die Sonderklasse zur Touri Verarsche.
Natürlich wird es Alles als „gesetzeskonform“ verbrämt.
In TH gibt es für jeden ein eigenes Gesetz.

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