Nach dem verheerenden Brand im Nachtclub „Rong Beer Na Lat Phrao“, der bis zum 16. Juli bereits 33 Todesopfer forderte, zieht Bangkoks Stadtverwaltung (BMA) drastische Konsequenzen. Eine beispiellose, stadtweite Sicherheits-Offensive hat begonnen. Die Behörden greifen hart durch: Erste Betriebe wurden bereits geschlossen, während Ermittler Hinweisen auf blockierte Notausgänge nachgehen.

Großrazzia in allen 50 Bezirken: Bangkoks Gouverneur zieht Konsequenzen

Das verheerende Feuer brach kurz vor Mitternacht am 12. Juli im Rong Beer Na Lat Phrao im Stadtteil Lat Phrao (Bezirk Chatuchak) aus. Angesichts der dramatisch gestiegenen Opferzahlen reagierte Bangkoks Gouverneur Chadchart Sittipunt entschlossen. Er wies die Beamten aller 50 Bezirksämter an, in enger Kooperation mit der Polizei proaktive und kompromisslose Kontrollen in sämtlichen Unterhaltungsstätten, lizenzierten Dienstleistungsbetrieben und ähnlichen Etablissements durchzuführen.

Im Fokus der Ermittlungen steht der Verdacht auf fahrlässiges Verhalten – insbesondere die Frage, ob versperrte Fluchtwege den Gästen in der Brandnacht die Rettung abschnitten.

Das Visier der Prüfer: Brandschutz und Lizenzen im Härtetest

Die stadtweite Kontrollwelle lässt den Betreibern keinen Spielraum. Akribisch überprüfen die Einsatzkräfte:

  • Fluchtwege und Notausgänge auf Barrierefreiheit und korrekte Kennzeichnung.

  • Die Funktionsfähigkeit aller Brandschutzvorkehrungen.

  • Die Einhaltung des Building Control Act 1979 sowie das Vorliegen gültiger Betriebslizenzen.

Die BMA stellte unmissverständlich klar: Bei Sicherheitsmängeln oder rechtlichen Verstößen folgen sofortige rechtliche Schritte. Betroffene Betriebe werden rigoros stillgelegt, bis alle Mängel nachweislich behoben sind und die gesetzlichen Vorgaben lückenlos erfüllt werden.

Erste Schließungen: Drei Betriebe im Visier der Behörden

Die verschärften Kontrollen haben bereits zu ersten harten Sanktionen in verschiedenen Stadtteilen geführt. Drei bekannte Fälle zeigen, dass die Behörden keine Ausreden mehr dulden:

1. Sofortige Schließung in Rama I (Bezirk Pathum Wan)

Im Gebiet Rama I machten die Inspektoren kurzen Prozess und ordneten die sofortige, vorübergehende Schließung eines Veranstaltungsortes an. Der Betrieb hatte sich illegal als Kneipe getarnt und bot Live-Musik sowie aufwendige Licht- und Tontechnik ohne die dafür erforderliche Lizenz an. Neben den fehlenden Genehmigungen wies das Gebäude gravierende Sicherheitsmängel auf: Notausgangsschilder fehlten komplett und ein zentraler Fluchtweg war blockiert.

2. Riegel vor in Charan Sanitwong (Bezirk Bangkok Noi)

Auch im Bezirk Bangkok Noi griffen die Behörden im Gebiet Charan Sanitwong sofort durch. Ein dortiger Betreiber bot Live-Musik, Unterhaltungsdarbietungen und Karaoke an – ohne die gesetzlich vorgeschriebene Lizenz für gesundheitsgefährdende Betriebe zu besitzen. Da die Verstöße laut den Behörden eine akute Gefahr für die öffentliche Gesundheit und das Gemeinwohl darstellten, wurde die sofortige Einstellung des Betriebs angeordnet.

3. Siebentägiges Ultimatum in Phetchaburi (Bezirk Ratchathewi)

Weniger glimpflich, aber mit einer letzten Frist, kam ein Betreiber im Gebiet Phetchaburi davon. Trotz mehrfacher schriftlicher Verwarnungen der Behörden ignorierte das Management die Auflagen und bot weiterhin unerlaubte Live-Musik-Darbietungen an. Die BMA untersagte die Nutzung der Räumlichkeiten für diese Zwecke nun formell und setzte dem Betreiber eine letzte Frist von sieben Tagen, um die illegalen Aktivitäten vollständig einzustellen.

Drastische Strafen bei Missachtung: Haft- und Geldstrafen drohen

Wer die behördlichen Schließungs- oder Aussetzungsverfügungen ignoriert, dem drohen empfindliche Konsequenzen nach dem Public Health Act 1992. Das Gesetz sieht bei Verstößen harte Strafen vor:

  • Freiheitsstrafen von bis zu sechs Monaten,

  • Geldstrafen von bis zu 50.000 Baht (oder beides gleichzeitig),

  • Sowie eine zusätzliche, tägliche Strafzahlung von bis zu 25.000 Baht für jeden Tag, an dem der illegale Betrieb fortgeführt wird.

Kein Strohfeuer: BMA kündigt dauerhafte Kontrollen an

Die Stadtverwaltung betont, dass es sich bei dieser massiven Kontrollwelle nicht um eine kurzfristige Reaktion auf das Unglück in Lat Phrao handelt. Die Razzien und Sicherheitsprüfungen sollen in allen Bezirken dauerhaft und regelmäßig fortgesetzt werden. Erklärtes Ziel der BMA ist es, die Durchsetzung der Gesetze langfristig zu sichern, die Brandschutz- und Gebäudestandards auf ein neues Niveau zu heben und das verloren gegangene Vertrauen der Öffentlichkeit in das Bangkoker Nachtleben wieder aufzubauen.

Von stin

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