Ein mutmaßlicher, systematischer Betrug bei Einstellungsprüfungen erschüttert die thailändische Kommunalverwaltung. Während ab heute ein neuer Interims-Generaldirektor die Führung der betroffenen Behörde übernimmt, zieht der Skandal immer weitere Kreise: Ein hochrangiges Kommissionsmitglied trat wegen eines drohenden Interessenkonflikts zurück, und für rund 5.800 Prüfungskandidaten steht in der kommenden Woche alles auf dem Spiel.

Nirat Pongsitthithavorn übernimmt die LAD-Führung

Mit Wirkung vom heutigen Tag übernimmt Nirat Pongsitthithavorn, der stellvertretende Staatssekretär des Innenministeriums, die Leitung der Abteilung für Kommunalverwaltung (LAD) als amtierender Generaldirektor. Diese kommissarische Ernennung bleibt so lange in Kraft, bis Premierminister Anutin Charnvirakul – der in Personalunion auch als Innenminister fungiert – eine dauerhafte Neuregelung per Anordnung beschließt.

Nirats Amtsantritt ist die direkte Folge eines schweren Bebens an der Behördenspitze: Sein Vorgänger, Generaldirektor Teeruth Supawiboonpol, war bereits am 24. Juni auf einen sogenannten „inaktiven“ Posten innerhalb des Innenministeriums versetzt worden. Gegen ihn läuft eine interne Untersuchung, nachdem ihm eine direkte Beteiligung an dem weitreichenden Einstellungsprüfungsskandal der Abteilung vorgeworfen wird.

Rücktritt im Disziplinarausschuss wegen Social-Media-Vorwürfen

Der Druck auf das Ministerium wächst auch an anderer Stelle. Atthaya Nuanuthai, ebenfalls stellvertretende Staatssekretärin im Innenministerium, hat ihren sofortigen Rücktritt als Mitglied des eigens eingesetzten Disziplinarausschusses erklärt. Dieses Gremium hat die Aufgabe, Disziplinarmaßnahmen gegen diejenigen LAD-Beamten zu prüfen, die in den Prüfungsskandal verwickelt sind.

In ihrem offiziellen Rücktrittsschreiben an den ständigen Sekretär des Innenministeriums begründete Atthaya diesen Schritt mit der Wahrung der Integrität des Verfahrens. Da ihr eigener Name auf Social-Media-Plattformen im Zusammenhang mit dem Prüfungsbetrug genannt wurde, befürchtet sie einen potenziellen Interessenkonflikt. Eine Fortführung ihrer Arbeit im Ausschuss könnte die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der gesamten Untersuchung gefährden.

Premierminister verurteilt „Teufelskreis des Bösen“ – 5.800 Ergebnisse auf dem Prüfstand

Premierminister Anutin Charnvirakul fand unterdessen drastische Worte für die Vorfälle. Er bezeichnete den systematischen Prüfungsbetrug als einen „Teufelskreis des Bösen“ und versicherte der Öffentlichkeit, dass die Regierung mit aller Härte und Entschlossenheit gegen diese Rechtswidrigkeit vorgehen werde.

Die Dimensionen des Betrugs sind enorm: Bereits in der kommenden Woche wird der zentrale Untersuchungsausschuss darüber entscheiden, ob die Prüfungsbögen von rund 5.800 Kandidaten komplett für ungültig erklärt werden müssen. Aufgedeckt wurde der Schwindel, nachdem auffiel, dass die handschriftlichen Ergebnisse auf den physischen Prüfungsbögen drastisch von den digital in den Computerdateien gespeicherten Daten abweichen.

Von stin

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