Phuket greift durch: Mit einem Großaufgebot von rund 400 Beamten hat die thailändische Regierung am Montag am Strand von Hat Nui (Tambon Karon, Bezirk Mueang) mit dem Abriss illegaler Gebäude begonnen. Angeführt von Suchart Chomklin, dem Minister für natürliche Ressourcen und Umwelt, setzt die Regierung damit ein unmissverständliches Zeichen gegen die jahrzehntelange, illegale Landnahme auf der beliebten Touristeninsel.

Gewalt und Willkür: Wenn öffentlicher Strand zur Sperrzone wird

Die Dringlichkeit des Einsatzes untermauerte Minister Suchart mit drastischen Beispielen aus der jüngeren Vergangenheit: „Fischer, die sich dem Strand näherten, wurden beschossen oder angegriffen“, berichtete er sichtlich schockiert. „Dies ist kein Privatgrundstück, sondern öffentliches Land. Das können wir nicht dulden.“

Sogenannte „einflussreiche Personen“ – lokale Syndikate und Drahtzieher – haben über Jahre hinweg zahlreiche Strände auf Phuket illegal besetzt und wie ihr Privateigentum behandelt. Die lokale Bevölkerung, die sich dieser Willkür nicht länger beugen will, unterstützt den harten Kurs der Regierung ausdrücklich und forderte den Minister persönlich auf, die strikte Schutzpolitik für Wald- und Meeresparkgebiete nun auch direkt an den Stränden durchzusetzen.

50 Gebäude im Visier: Der Startschuss in Hat Nui

Der aktuelle Einsatz markiert den Beginn einer großflächigen Räumungswelle. In Hat Nui hat der Abriss von insgesamt 50 Gebäuden begonnen, die illegal in den Uferbereich hineingebaut wurden. Um zu verhindern, dass die Besetzer nach dem Abzug der Bagger einfach zurückkehren und neue Strukturen errichten, werden Beamte das Areal künftig dauerhaft bewachen.

Das betroffene Gebiet in Hat Nui umfasst rund 18 Rai Land, dessen Marktwert auf fast 2 Milliarden Baht geschätzt wird. Nach dem vollständigen Rückbau der störenden Komplexe plant die Regierung eine nachhaltige Kehrtwende: Der Strand soll als Teil eines groß angelegten, 540 Rai umfassenden Erholungswaldgebietes für die Öffentlichkeit ausgebaut und renaturiert werden.

Mammutaufgabe für die Behörden: 300 besetzte Orte im Visier

Der Erfolg in Hat Nui soll erst der Anfang sein. Die thailändische Regierung plant, die Aktion auf sämtliche von Landbesetzungen betroffenen Strände Phukets auszuweiten. Insgesamt sollen die illegalen Landbesetzer von rund 300 öffentlichen Orten auf der Insel vertrieben werden.

Minister Suchart verhehlte jedoch nicht, dass dies eine logistische und juristische Mammutaufgabe wird. Allein um die Landnahme an etwa zehn weiteren Stränden, die mit der Situation in Hat Nui vergleichbar sind, effektiv zu unterbinden, sei bereits eine enorme Anzahl von Beamten erforderlich. Zudem dürften sich die Verfahren aufgrund zu erwartender Rechtsstreitigkeiten in die Länge ziehen.

Dennoch bleibt die juristische Front der Regierung unmissverständlich. Suchart Chomklin stellte klar:

„Im Grunde genommen handelt es sich bei Stränden um öffentliches Land, das von der königlichen Forstbehörde und der Abteilung für Nationalparks, Wildtiere und Pflanzenschutz verwaltet wird. Sie können keiner Einzelperson gehören.“

Von stin

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest

0 Comments
Älteste
Neueste Meistbewertet
{title}
WP Twitter Auto Publish Powered By : XYZScripts.com