Die Bemühungen um die Heimkehr des verstorbenen thailändischen Reise-Vloggers Bowornthat Pengsuk, im Netz bekannt unter dem Pseudonym „Hlun Solo“, haben eine entscheidende Phase erreicht. Nachdem die georgischen Behörden die Identifizierungsverfahren offiziell abgeschlossen haben, übernahm die thailändische Botschaft in Ankara den Leichnam in Georgien. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Überführung nach Thailand auf Hochtouren.

Über den aktuellen Stand informierte Bowornthats Bruder, Klose Mos, in einem Facebook-Update: Die Übernahme durch die Diplomaten erfolgte um 13:00 Uhr Ortszeit in Georgien. Demnach sicherten die georgischen Forensiker im Zuge der Identifizierung biologische Proben sowie weitere Beweismittel, die für die fortlaufenden Ermittlungen essenziell sind, ehe der endgültige Autopsiebericht ausgestellt wird.

Bürokratische Hürden und Rücktransport nach Thailand

Bis zum Abschluss aller Formalitäten verbleibt der Leichnam in fachgerechter Aufbewahrung. Die Botschaft stellt parallel die erforderlichen Dokumente aus und stimmt sich mit Fluggesellschaften ab, um einen schnellstmöglichen Rückflug zu organisieren. Während Bowornthats Reisepass zusammen mit seiner Leiche nach Thailand überführt wird, behalten die georgischen Ermittler seine übrigen persönlichen Gegenstände vorerst in Verwahrung. Erst nach dem endgültigen Ermittlungsabschluss sollen diese über die Botschaft an die Familie übergeben werden.

Offizielle Autopsieergebnisse liegen bislang nicht vor. Die thailändische Botschaft beobachtet das Verfahren vor Ort kontinuierlich und steht mit den Behörden in Georgien bezüglich des weiteren Zeitplans in engem Austausch.

Zweite Autopsie und Trauerfeiern in der Heimat

Um maximale Transparenz und Vollständigkeit zu gewährleisten, wird der Leichnam nach seiner Ankunft in Thailand nicht direkt für die Bestattung freigegeben. Stattdessen erfolgt ein Transport zum Zentralinstitut für forensische Wissenschaften des Justizministeriums, wo eine zusätzliche Autopsie durchgeführt wird. Diese Untersuchung nimmt voraussichtlich ein bis zwei Tage nach Eintreffen in Anspruch. Erst im Anschluss findet die Überführung ins Elternhaus statt, wo die religiösen Riten abgehalten werden. Die genauen Details zu Datum, Uhrzeit und Ort der Beerdigung gibt die Familie nach Abschluss aller Vorbereitungen bekannt.

Große Anteilnahme und Unterstützung durch die akademische Gemeinschaft

In seinem Statement drückte Klose Mos seine tief empfundene Dankbarkeit für die Welle der öffentlichen Unterstützung aus. Ein besonderer Dank galt dem Präsidenten der Chulalongkorn-Universität, Professor Wilert Puriwat, sowie dem Dekan der Fakultät für Politikwissenschaft, Associate Professor Prakorn Siriprakob. Die Universität, die Fakultät und das „Rural Scholarship Programme“ stellen die Räumlichkeiten für den ersten Abend der Trauerfeiern zur Verfügung. Bowornthat war Alumnus dieser Fakultät und ehemaliger Stipendiat des Programms.

Für die Ausgestaltung der Trauerfeierlichkeiten wandte sich der Bruder zudem an die Gemeinschaft: Wer die Familie unterstützen möchte, könne Sachspenden wie Zelte, Tische, Stühle, Ventilatoren, Musikanlagen, Beleuchtung, mobile Toiletten oder Trinkwasser beisteuern. Klose betonte jedoch, dass dieser Aufruf lediglich eine Option für diejenigen darstelle, die dem Verstorbenen die letzte Ehre erweisen möchten.

Unerwarteter Tod und Kommunikationspannen zwischen den Behörden

Der beliebte Web-Video-Produzent hatte im vergangenen Monat während seiner Georgien-Reise plötzlich jeglichen Kontakt zu seiner Familie in Thailand verloren. Auf der Suche nach dem Vermissten erhielt die Familie Unterstützung von der lokalen thailändischen Gemeinschaft in Georgien – bis die traurige Gewissheit folgte, dass Bowornthat in einem Hotelzimmer verstorben war.

Der Fall wirft zudem Fragen zur behördlichen Kommunikation auf: Während die georgische Polizei angab, das eigene Außenministerium informiert zu haben, damit dieses die zuständige thailändische Botschaft in der Türkei benachrichtigt, widersprach die Vertretung in Ankara deutlich. Die thailändische Botschaft betonte, von den georgischen Behörden zu keinem Zeitpunkt direkt bezüglich des Todesfalls kontaktierte worden zu sein.

Von stin

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