Chaos, Sicherheitsverstöße und eine rassistische Entgleisung: Am internationalen Flughafen Suvarnabhumi in Bangkok eskalierte der Enthusiasmus chinesischer Fans völlig. Nach einer Verfolgungsjagd durch abgesperrte Flughafenbereiche verweigerte Thai Airways 22 Fluggästen das Boarding – mit weitreichenden Konsequenzen für den Flugbetrieb und das Sicherheitspersonal.
Jagd durch die Lounge bis zur Fluggastbrücke
Der Vorfall trug sich am 29. Juli um 23:00 Uhr zu: Eine 22-köpfige Fangruppe heftete sich an die Fersen eines chinesischen Künstlers, der mit einem Flug der Thai Airways nach Peking reisen wollte. Ohne die erforderliche Zutrittsberechtigung zu besitzen, drangen die Anhänger dem Prominenten folgend sogar in eine exklusive Airline-Lounge ein. Das überforderte Personal von Thai Airways bat daraufhin die Flughafensicherheit um Verstärkung, welcher es zunächst gelang, die Gruppe aus dem Lounge-Bereich zu beordern.
Damit war die Störung jedoch keineswegs beendet: Die Gruppe setzte ihre Verfolgung unbeeindruckt durch den gesamten Abflugbereich fort. Am zentralen Ticket- und Bordkarten-Kontrollpunkt verweigerten die Fans jegliche Kooperation mit den Sicherheitsbehörden. Statt sich den regulären Überprüfungen zu unterziehen, versuchten sie gewaltsam, dem Künstler nachzueilen, um gemeinsam mit ihm die Maschine zu betreten. Sie drangen dabei bis an die Fluggastbrücke vor.
Notzugriff der Crew und Konsequenzen am Boden
Erst als der Künstler die Maschine betreten hatte, griffen die Mitarbeiter von Thai Airways zu einer Notmaßnahme: Sie verriegelten vorübergehend die Flugzeugtür, um das unbefugte Eindringen der Passagiere zu verhindern, die das reguläre Boarding noch nicht abgeschlossen hatten. Gemeinsam drängten Sicherheitskräfte und Airline-Personal die Gruppe schließlich wieder in den Transitbereich zurück.
Da die Fangruppe ein erbliches Sicherheitsrisiko darstellte und weitere Störungen während des Fluges nach Peking zu befürchten waren, die in der Luft schwer zu bewältigen gewesen wären, traf Thai Airways eine konsequente Entscheidung: Allen 22 Mitgliedern der Gruppe wurde die Beförderung verweigert. Der Vorfall führte zu einer spürbaren Flugverspätung.
Die Entscheidung zur Beförderungsverweigerung stützte sich auf Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften der Luftwaffe sowie die Regularien der Fluggesellschaft. Die anschließende Abwicklung verlief keineswegs reibungslos: Während 12 der ausgeladenen Passagiere der Entladung ihres aufgegebenen Gepäcks zustimmten, verweigerten 10 Personen die Kooperation. Laut Flughafenangaben machten die Betroffenen ihrem Unmut lautstark Luft und provozierten das Sicherheitspersonal während des gesamten Einsatzes.
Rassistische Geste: Flughafen leitet Disziplinarmaßnahmen ein
Im Zuge der Festnahme und Kontrolle der aggressiven Gruppe kam es zu einer handfesten Auseinandersetzung. Ein in den sozialen Medien verbreitetes Video enthüllte schließlich brisante Details: Ein Sicherheitsbeamter des Flughafens ließ sich während des Einsatzes zu einer rassistischen Geste hinreißen.
Obwohl die Flughafenleitung von Suvarnabhumi betont, dass das Eingreifen zum Schutz der Passagiere und zur Aufrechterhaltung des sicheren Flugbetriebs dringend erforderlich war, räumte man das „unangemessene Verhalten“ einzelner Beamter offiziell ein. Der Leiter der Sicherheitsabteilung hat umgehend Disziplinarmaßnahmen gegen die beteiligten Mitarbeiter angeordnet. Die Flughafenführung entschuldigte sich öffentlich, kündigte eine umfassende Untersuchung an und versprach eine Verschärfung der Aufsicht sowie der Sicherheitsstandards.
Weiterer Vorfall: Passagier auf der Schwarze Liste
Der Vorfall fügt sich in eine Reihe von Sicherheitsstörungen am Drehkreuz Bangkok ein: In einem ähnlich gelagerten Fall meldete das thailändische Einwanderungsbüro, dass ein chinesischer Staatsbürger auf die schwarze Liste gesetzt wurde. Der Mann hatte am Flughafen Suvarnabhumi ein automatisches Einreisetor beschädigt und Beamte verbal aufs Schärfste attackiert.