Während geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Ticketkapazitäten in Südostasien spürbar belasten, trotzt ein Land dem regionalen Abwärtstrend: Vietnam zieht an Thailand vorbei auf Platz zwei der wichtigsten Luftfahrtmärkte der Region. Das geht aus den neusten Zahlen des britischen Luftfahrtdatenanbieters OAG für Juli 2026 hervor.
Die kommerzielle Luftfahrt in Südostasien steht vor spürbarem Gegenwind. Im Juli 2026 sank die Gesamtkapazität der regionalen Fluggesellschaften im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,2 Prozent auf insgesamt 50,4 Millionen Sitzplätze. Der Einbruch betraf sowohl den Binnen- als auch den internationalen Markt: Die Inlandsflugkapazitäten schrumpften um 1,3 Prozent und machten 45 Prozent des Gesamtmarktes aus. Die internationale Kapazität sank um 1,5 Prozent und stellte die verbleibenden 55 Prozent. Hauptursache für diese Entwicklung sind stark gestiegene Treibstoffpreise, ausgelöst durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie erneute Spannungen um die strategisch wichtige Straße von Hormus. Der anhaltend hohe Kerosinpreis trieb die Betriebskosten der Airlines drastisch in die Höhe und zwang viele Anbieter dazu, Direkt- und Anschlussverbindungen in den Nahen Osten zu reduzieren oder komplett einzustellen.
Vietnam auf Überholspur, etablierte Märkte unter Druck
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen schob sich Vietnam mit einem kräftigen Wachstum von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 7,4 Millionen angebotenen Sitzplätzen auf den zweiten Platz der ASEAN-Luftfahrtmärkte vor. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistete die staatliche Vietnam Airlines: Die Full-Service-Fluggesellschaft stieg gemessen an der Sitzplatzkapazität zur größten Airline Südostasiens auf. Sie stellte im Juli 2,81 Millionen Sitzplätze bereit, was einem leichten Plus von 0,1 Prozent gegenüber Juli 2025 entspricht.
Thailand hingegen musste seinen zweiten Platz räumen. Mit 6,9 Millionen Sitzplätzen verzeichnete das Land einen Rückgang von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und fiel auf den dritten Rang zurück. Noch deutlicher fielen die Verluste in Malaysia und den Philippinen aus, wo die geopolitischen Verwerfungen und Flugstreichungen ebenfalls voll durchschlugen.
Die Top 5 der ASEAN-Luftfahrtmärkte im Juli 2026
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1. Indonesien: 10,9 Millionen Sitzplätze (+0,3 %)
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2. Vietnam: 7,4 Millionen Sitzplätze (+5,6 %)
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3. Thailand: 6,9 Millionen Sitzplätze (-3,0 %)
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4. Malaysia: 5,2 Millionen Sitzplätze (-8,3 %)
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5. Philippinen: 4,9 Millionen Sitzplätze (-4,1 %)