Nach der Entlassung eines südafrikanischen Lehrers sieht sich die Hatyai-Wittayalai-Schule in der südthailändischen Provinz Songkhla mit digitalen Drohungen konfrontiert. Obwohl der Mann das Land bereits verlassen hat, greifen Schulleitung und Behörden zu drastischen Sicherheitsmaßnahmen – auch unter dem Eindruck eines jüngsten Amoklaufs an einer anderen Schule des Landes.
Online-Unterricht und Anzeige nach Drohwelle
Wie die Leitung der Hatyai-Wittayalai-Schule heute bekannt gab, wird der Präsenzunterricht am 10. und 11. August vorsorglich ausgesetzt und ins Internet verlegt. Anlass für diesen Schritt sind massive Online-Aktivitäten des ehemaligen Pädagogen: Der Südafrikaner soll in sozialen Netzwerken sowie in einer öffentlichen LINE-Gruppe Fotos von Schusswaffen, bedrohliche Textnachrichten und Audioclips verbreitet haben. Darüber hinaus veröffentlichte er Aufnahmen des schulischen Verwaltungsteams, versehen mit mutmaßlich drohenden Inhalten.
Die Schulleiterin erstattete umgehend Anzeige bei der Polizei. Den Veröffentlichungen war eine Kündigung des Lehrers am 24. Juli vorausgegangen, da dieser gegen Vertragsbedingungen verstoßen hatte.
Ex-Lehrer auf Beobachtungsliste – Polizei erhöht Präsenz
Nach Angaben des Polizeikommandanten der Provinz Songkhla, Polizeigeneralmajor Teerasak Chaiyayotha, verließ der unter dem Namen „Kru Peter“ bekannte Mann Thailand jedoch bereits am 19. Juli. Die Einwanderungspolizei reagierte auf die Ausreise und setzte den Südafrikaner umgehend auf eine Beobachtungsliste.
Unabhängig davon geht die lokale Polizei auf Nummer sicher: Polizeigeneralmajor Chaiyayotha wies die Dienststelle in Hatyai an, die Streifen im Umfeld des Schulgeländes spürbar zu verstärken und die Sicherheitskonzepte eng mit der Schulleitung abzustimmen.
Tödlicher Amoklauf als schrecklicher Hintergrund
Die Entscheidung für den temporären Online-Unterricht fällt in eine Zeit extremer Anspannung im thailändischen Bildungswesen. Erst am vergangenen Freitag erschütterte eine tödliche Schießerei die Debsirin-Nonthaburi-Schule. Bei dem Amoklauf starben acht Menschen; der 14-jährige Täter kam durch eine selbst zugefügte Schusswunde ums Leben. Vor diesem Hintergrund begegnen Behörden und Schulleitung in Songkhla jeglicher potenziellen Bedrohung mit maximaler Vorsicht.