Ein Jahrelanges Drama auf Thailands Straßen findet sein Ende: Ein 44-jähriger Norweger, der mehr als zwei Jahre lang in der Region Pak Kret in der Provinz Nonthaburi als Obdachloser lebte, kann endlich in seine Heimat zurückkehren. Möglich machte dies ein Eingreifen der thailändischen Einwanderungsbehörden, die nach Hinweisen aus den sozialen Medien den Kontakt zur norwegischen Botschaft herstellten.

Der Fall von Stian Hesseberg sorgte online für Besorgnis, nachdem besorgte Bürger Bilder und Berichte über einen Ausländer teilten, der nahe der Uferpromenade von Pak Kret im Freien schlief. Daraufhin lokalisierten Beamte der Immigration Behörde den 44-Jährigen am 7. August im Tempel Wat Klang Kret und überprüften seine Personalien.

Die Auswertung der Einreisedaten enthüllte eine immense Überschreitung der Visumsdauer: Hesseberg war am 3. März 2023 mit einem 30-tägigen Touristenvisum nach Thailand eingereist und erwirkte später eine Verlängerung bis zum 16. Mai 2023. Zum Zeitpunkt seines Aufgriffs wies sein Aufenthaltsstatus somit einen Overstay von exakt 1.179 Tagen auf.

Gegenüber Reportern schilderte Hesseberg die Verkettung unglücklicher Umstände, die zu seiner Notlage führte: Er sei vor etwa zweieinhalb Jahren allein nach Thailand gereist, um eine Freundin in Nakhon Sawan zu treffen. Nachdem er jedoch den Kontakt zu ihr verloren hatte, reiste er weiter nach Nonthaburi. Dort sei ihm die Tasche inklusive Pass und sämtlicher Ausweisdokumente gestohlen worden. Ohne Papiere geriet der Norweger in die Obdachlosigkeit und schlug sich fortan an Tempeln sowie der Uferpromenade durch. Obwohl er den Wunsch hegte, nach Norwegen zurückzukehren, fehlte ihm nach eigenen Angaben das Wissen, an wen er sich für Hilfe wenden konnte.

Dabei war die Hilfsbereitschaft vor Ort groß: Mitarbeiter des Tempels gaben an, bereits vor etwa drei Monaten versucht zu haben, ihm bei der Heimreise zu helfen, indem sie unter anderem einen Transport zur norwegischen Botschaft organisierten. Das Personal äußerte große Sorge um sein Wohlergehen, da der Mann völlig isoliert lebte und regelmäßig im öffentlichen Raum übernachtete.

Derzeit verhören die Behörden Hesseberg und koordinieren die nächsten Schritte eng mit der norwegischen Botschaft, um seine Rückführung nach Norwegen im Rahmen der thailändischen Gesetzgebung zu veranlassen. Nach seiner Festnahme durch die Einwanderungsbeamten zeigte sich Hesseberg erleichtert: Er bedankte sich ausdrücklich bei den Tempelmitarbeitern und den Anwohnern, die ihn während der schweren Zeit unterstützt hatten, und zeigte sich glücklich, nach mehr als zwei Jahren Ungewissheit endlich die Heimreise antreten zu können.

Redaktion STIN --> Austria // Thailand

Von stin

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