Ein nächtlicher Orientierungsfehler wurde einem japanischen Touristen in Bangkok zum Verhängnis: Am Bahnhof Makkasan geriet der 43-Jährige in eine abgelegene Brache und wurde von mehreren Jugendlichen brutal zusammengeschlagen. Der Fall wirft nun ein scharfes Licht auf Sicherheitsmängel und verwahrloste Areale mitten in der thailändischen Hauptstadt.

Es sollte eine Auszeit im Zeichen der Freude werden: Der 43-jährige Japaner Yuki war nach Thailand gereist, um den Geburtstag seiner thailändischen Freundin zu feiern. Doch am Abend des 12. August nahm die Reise eine dramatische Wende. Gegen 20:00 Uhr suchte Yuki den Weg zur Station des Makkasan Airport Rail Link. Auf der Suche nach dem Bahnhofseingang verirrte er sich jedoch versehentlich auf ein angrenzendes, verlassenes Gelände.

Dort versperrte ihm plötzlich eine Gruppe thailändischer Teenager den Weg. Nachdem sie ihn zunächst auf Thai angesprochen hatten, gab Yuki zu verstehen, dass er Ausländer sei. Die Jugendlichen wechselten ins Englische, forderten unverblümt Bares und riefen wiederholt „Geld, Geld“. Als der Japaner auf Thai erwiderte, kein Bargeld bei sich zu haben, hinderte ihn die Gruppe gewaltsam am Weitergehen. Die Situation eskalierte rasch: Die Teenager schlugen ihm dreimal gezielt auf den Hinterkopf sowie ins Gesicht und fügten ihm dabei schmerzhafte Verletzungen im Mundbereich zu. Anschließend erbeuteten die Angreifer seine Kreditkarte und flüchteten auf zwei Motorrädern aus der Dunkelheit.

Hilferuf aus dem Gebüsch

Glück im Unglück hatte das Opfer durch die Anwesenheit von Arthit. Der 44-jährige Taxifahrer, der über eine App Vermittlungen entgegennimmt, ruhte sich gerade unterhalb des Bahnhofs aus. Er hörte laute Geräusche aus dem Brachland und sah wenig später die Gruppe auf ihren Motorrädern davonbrausen. Nur Augenblicke danach tauchte Yuki mit sichtbaren Gesichtsverletzungen aus den Schatten auf. Arthit reagierte sofort und fuhr den verletzten Touristen umgehend in ein Krankenhaus.

Um andere Reisende zu warnen und die Behörden zum Aufwachen zu bewegen, machte Arthit den Vorfall in der Facebook-Gruppe „Grab Car Driver Club Thailand“ öffentlich. Solche Angriffe schadeten dem Image des thailändischen Tourismus massiv, warnte der Fahrer. Auch er selbst war an genau dieser Stelle bereits Opfer von Übergriffen geworden: Eine Gruppe von Jugendlichen unter 15 Jahren hatte während einer seiner Pausen einen Eimer nach ihm geworfen. Wegen des geringen Alters der Täter hatte er damals jedoch auf eine Anzeige verzichtet. Nun appelliert Arthit eindringlich an Erziehungsberechtigte und Eltern, ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen, damit Kinder keine Gefahr für die Gemeinschaft darstellen.

Verwucherte Brache als Gefahrenzone

Der Vorfall rief umgehend die Ermittler auf den Plan. Am 13. August besichtigte Uramporn Khundatesamrit, der Leiter der Polizeistation Makkasan, persönlich den Tatort. Gegenüber dem Medium Inside Thailand bestätigte er, dass die Beamten derzeit intensiv Beweise sichern und Videomaterial von Überwachungskameras auswerten, um die flüchtigen Jugendlichen schnellstmöglich zu identifizieren.

Zudem kündigte der Polizeichef konkrete Schritte zur Gefahrenabwehr an: Er werde sich umgehend mit der thailändischen Staatsbahn (SRT) sowie der Betreibergesellschaft des Airport Rail Link abstimmen. Ziel sei es, die mangelhafte Beleuchtung im Umfeld der Station auszubauen und das verwilderte Areal zu räumen.

Das Areal rund um die Makkasan Station gilt schon länger als Problemzone. Eigentlich befindet sich dort ein Rad- und Joggingweg, der das Gelände mit den Nebenstraßen Soi Asok-Din Daeng 30 und Soi Asok-Din Daeng 32 verbindet. Ursprünglich von Anwohnern für den Sport genutzt, wurde das Areal in letzter Zeit kaum noch gepflegt. Gras und Bäume wucherten ungehindert zu – ein Nährboden für dubiose Gestalten und verdächtige Aktivitäten. Die Ermittlungen zum Raubüberfall laufen derweil auf Hochtouren, während das gesammelte Beweismaterial weiter ausgewertet wird.

Redaktion STIN --> Austria // Thailand

Von stin

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