Ein vermeintliches Förderprojekt für Unternehmen hat ein Opfer in Thailand ein Vermögen gekostet: Die Polizei des Zentralen Ermittlungsbüros (CIB) nahm in Bangkok eine 52-jährige Geschäftsfrau fest. Ihr wird vorgeworfen, gemeinsam mit Komplizen ein Opfer über einen Zeitraum von fünf Jahren um mehr als 21,4 Millionen Baht (rund 560.000 Euro) erleichtert zu haben.
Die Festnahme der Verdächtigen Chanita erfolgte in einem Haus an der Kanchanaphisek Road im Ortsteil Thap Chang (Bezirk Saphan Sung). Grundlage war ein Haftbefehl des Provinzgerichts Mae Sariang vom 23. Juli 2026. Die Ermittler werfen ihr gewerbsmäßigen Betrug an der Öffentlichkeit sowie das Eingeben verfälschter oder falscher Daten in ein Computersystem zur Schädigung Dritter vor.
Vertrauen im Tempel aufgebaut
Der Fall nimmt seinen Anfang im Jahr 2019. Das spätere Opfer nahm damals regelmäßig an Verdienstzeremonien in einem Tempel in der Provinz Pathum Thani teil und lernte dort eine weitere Verdächtige namens Saijai kennen. Aus dem Kontakt entwickelte sich eine Freundschaft. Schließlich stellte Saijai dem Opfer die nun festgenommene Chanita vor.
Die beiden Frauen erzählten dem Opfer von einem angeblichen Programm namens „57TR“. Ihre Behauptung: Teilnehmende Unternehmen könnten Geschäftsvorschläge einreichen, um massive finanzielle Unterstützung von der Weltbank für die Entwicklung und den Ausbau ihrer Betriebe zu erhalten. Das Opfer, das ein eigenes Sägewerk betrieb, sah darin die Chance zur Expansion und bat die Frauen um Unterstützung bei der Antragstellung.
231 Überweisungen in fünf Jahren
In der Folge nutzten die Verdächtigen das Vertrauen gezielt aus. Unter dem Vorwand, Geld für Reisekosten, Unterkünfte und diverse Bearbeitungsgebühren im Rahmen des Projekts zu benötigen, brachten sie das Opfer zu immer neuen Zahlungen. Zwischen dem 7. Januar 2019 und dem 9. März 2024 überwies die getäuschte Person in insgesamt 231 Tranchen die Summe von exakt 21.401.799 Baht.
Durchsuchungsbefehl und Festnahme
Ermittler der Kriminalpolizei spürten Chanita schließlich in einem Objekt in Thap Chang auf. Nach dem Erwirken eines Durchsuchungsbefehls beim Strafgericht Min Buri griffen die Beamten zu. Die Tatverdächtige wurde für das weitere Verfahren auf die Polizeiwache Mae Sariang überstellt.
Bei der ersten Vernehmung wies Chanita alle Vorwürfe von sich. Zwar räumte sie ein, das Opfer zu kennen, behauptete jedoch, dass das Projekt „57TR“ nach wie vor in Bearbeitung und lediglich noch nicht abgeschlossen sei. Die Ermittlungen der Polizei dauern an, um die genauen Hintergründe und die Beteiligung weiterer Verdächtiger vollständig aufzuklären.