Mit einer kämpferischen Glanzleistung schrieb Thailands Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen am Sonntagabend Sportgeschichte. Im dramatischen Finale gegen Gastgeber China setzte sich der Titelverteidiger nach fünf kräftezehrenden Sätzen knapp mit 3:2 durch. Damit sicherte sich das Team nicht nur seinen vierten Asienmeisterschaftstitel, sondern buchte gleichzeitig den begehrten Startplatz für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.
Thailands Frauen gingen nach ihrem 3:1-Halbfinalsieg gegen den Erzrivalen Japan mit breiter Brust in das Endspiel. China wiederum hatte sich seinen Finalplatz durch einen souveränen 3:0-Erfolg gegen den Iran gesichert. Die Statistik sprach im Vorfeld klar gegen die Thailänderinnen: Aus den letzten fünf direkten Duellen gegen China gingen sie mit 1:4 als Verlierer vom Feld – darunter auch bei der knappen 2:3-Niederlage in der Nations League 2026. Doch Thailand wiederholte seinen Triumph aus dem Finale der Asienmeisterschaft 2023 und bezwang die Gastgeber erneut.
Nervenkitzel über fünf Sätze
Thailand übernahm früh das Kommando auf dem Feld und holte sich den ersten Durchgang mit 25:20. China schlug im zweiten Satz jedoch aggressiv zurück, dominierte das Geschehen nach Belieben mit 25:11 und glich zum 1:1 aus. Auch im dritten Satz behielt der Gastgeber die Oberhand: Nach einem frühen Rückstand kämpften sich die Chinesinnen zurück und gedrehten das Spiel mit einem 25:23 zur 2:1-Satzführung.
Die thailändische Mannschaft steckte diesen Rückschlag unbeeindruckt weg. Im vierten Abschnitt blies das Team zur Aufholjagd, sicherte sich den Satz mit 25:18 und erzwang den entscheidenden Tiebreak. Mit diesem Schwung dominierte Thailand auch den fünften Satz, behielt in der heißen Phase die Nerven und feierte nach dem 15:10 den packenden Gesamtsieg (25:20, 11:25, 23:25, 25:18, 15:10).
Individuelle Auszeichnungen und Olympia-Premiere
Neben dem Pokal räumte das thailändische Team auch bei den individuellen Turnier-Auszeichnungen komplett ab. Mannschaftskapitänin Pornpun Guedpard glänzte durch ihre herausragende Spielmacherquote und wurde sowohl als wertvollste Spielerin (MVP) als auch als beste Zuspielerin geehrt. Mittelblockerin Thatdao Nuekjang sicherte sich die Auszeichnung als beste Mittelblockerin, nachdem sie im Finale 18 Punkte beigesteuert hatte. Die begehrte Trophäe der besten Außenangreiferin ging an Sasipaporn Chanthawhisut, die mit 28 Zählern als Topscorerin der Partie herausragte.
Dieser historische Erfolg markiert einen Meilenstein: Thailand ist damit zum allerersten Mal überhaupt für die Olympischen Spiele im Frauenvolleyball qualifiziert.
Die frischgebackenen Asienmeisterinnen landen am Montag um 21:15 Uhr am Flughafen Suvarnabhumi, wo sie von den heimischen Fans empfangen werden. Lange Zeit zum Feiern bleibt jedoch nicht: Der Blick richtet sich direkt auf die anstehenden Asienspiele in Japan, die vom 16. bis 22. September ausgetragen werden.