Thailands Ministerium für digitale Wirtschaft und Gesellschaft geht gegen ungenehmigte Rechenzentren in der Hauptstadt Bangkok vor. Wie Minister Chaichanok Chidchob am Dienstag (1. September) am Rande des 60. Jahrestages der Thronbesteigung Seiner Majestät des Königs im Internationalen Kongresszentrum der Prinz-von-Songkla-Universität in Songkhla mitteilte, laufen derzeit umfassende Prüfungen mehrerer verdächtiger Standorte. Im Fokus der Ermittler stehen illegale Nützung von Gebäuden, unangemeldete Treibstoffdepots zur Stromerzeugung sowie mögliche Verflechtungen mit ausländischen Investorengruppen.

Obwohl bereits erste Hinweise vorliegen, gaben die Behörden bisher keine Betreibernamen bekannt. Bis dato führten die Nachforschungen zu keiner Feststellung konkreter Straftaten durch identifizierte Personen oder Unternehmen.

Verdacht auf geheime Treibstofflager und illegale Zweckentfremdung

Laut Chaichanok wurden die Behörden bereits vor einiger Zeit über die mutmaßlich ungenehmigten Server-Infrastrukturen informiert. Die Standorte betreffen unter anderem ehemalige, unrentable oder aufgegebene Gewerbeflächen, die ohne entsprechende Zulassungen in Einrichtungen der digitalen Wirtschaft umgewandelt worden sein sollen. Die zuständigen Behörden werten derzeit Daten aus, um die genauen Umstände sowie das Zustandekommen jeder einzelnen Objektumwandlung zu klären.

Neben der baurechtlichen Genehmigung steht vor allem die Energieversorgung der Server im Blickfeld. Es besteht der begründete Verdacht, dass vor Ort Treibstoffe gehortet wurden, um eigene Generatoren zur Stromerzeugung zu betreiben. Chaichanok hat hierfür die Unterstützung der thailändischen Polizei angefordert. Erste Indizien bestätigen die Lagerung von Kraftstoffen, allerdings stehen genaue Mengenangaben, der genaue Lagerort sowie die Art des Treibstoffs und der verwendeten Generatoren noch nicht fest. Die Ermittler prüfen akribisch, ob die Lagerbedingungen den geltenden Sicherheits- und Gesetzesbestimmungen entsprachen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der zeitlichen Einordnung: Es muss ermittelt werden, wann die einzelnen Zentren errichtet wurden und welche Vorschriften zum jeweiligen Zeitpunkt galten. Sollten Einrichtungen ihren Betrieb vor dem Inkrafttreten entsprechender Bestimmungen aufgenommen haben, prüfen die Behörden das weitere Vorgehen. Zudem wird geprüft, ob ausländische Konsortien hinter den Projekten stehen, wobei der Minister betonte, dass hierfür erst noch handfeste Beweise erbracht werden müssen. Eine Veröffentlichung detaillierter Zahlen und Ergebnisse verweigerte Chaichanok, bis ein vollumfänglicher Bericht vorliegt. Einen konkreten Zeitplan nannte er nicht.

Der enorme Ressourcenbedarf moderner Server-Kredenzien

Rechenzentren bilden das physische Rückgrat für Cloud Computing, digitale Dienstleistungen und künstliche Intelligenz (KI). Der Betrieb rund um die Uhr erfordert jedoch immense Ressourcen. Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA) kann ein typisches KI-Rechenzentrum so viel Strom verbrauchen wie 100.000 Haushalte – wobei der tatsächliche Bedarf stark nach Größe, Ausstattung und Auslastung variiert. Durch die örtliche Konzentration belastet dieser Hunger nach Energie die regionalen Stromnetze oft überproportional.

Zusätzlich stellt die Kühlung der Hochleistungsserver eine Belastung dar. Anlagen mit Verdunstungskühlung verbrauchen teils erhebliche Mengen Wasser. Laut einer Studie des Lawrence Berkeley National Laboratory unterscheidet sich der Wasserverbrauch je Arbeitslast je nach Servereffizienz, Auslastung, Kühltechnologie, Klima und Stromversorgungstyp um mehr als das 10.000-fache.

In urbanen Gebieten sorgen zudem potenzielle Emissionen für Konflikte mit Anwohnern:

  • Lärmbelastung: Ventilatoren, Kältemaschinen, Kühltürme und Notstromaggregate erzeugen dauerhaften Umgebungslärm, der laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Schlafstörungen und gesundheitlichen Risiken verbunden ist.

  • Luftschadstoffe: Diesel- oder Benzin-Notstromaggregate für Stromausfälle stoßen bei Betrieb Stickoxide, Feinstaub, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe aus.

Für die aktuellen Fälle in Bangkok betonten die Behörden jedoch, dass bislang weder Messergebnisse für schädlichen Lärm noch Beweise für Störungen des Stromnetzes, Erschöpfung von Wasserreserven, steigende Haushaltskosten oder sinkende Immobilienwerte vorgelegt wurden. welche Aggregate verbaut wurden und ob schädliche Emissionen austraten, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Thailand verschärft Regulierungen im Milliarden-Boom

Die aktuellen Ermittlungen fallen in eine Phase beispielloser Investitionen. Zwischen 2024 und 2026 erhielten insgesamt 42 Rechenzentrum-Projekte in Thailand Investitionsförderungszusagen mit einem Gesamtvolumen von rund 750 Milliarden Baht. Um diesen Boom geordnet zu lenken, stärkt die Regierung ihren Kontrollrahmen drastisch.

Künftige und bestehende Projekte werden anhand von vier Kernkriterien evaluiert:

  1. Volkswirtschaftlicher Nutzen für Thailand: Schaffen von qualifizierten Arbeitsplätzen, Weiterbildung thailändischer Ingenieure und Techniker sowie Einbindung lokaler kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in die Lieferketten.

  2. Energiesicherheit & faire Preise: Vermeidung von Stromkostenverlagerungen auf private Haushalte; Einführung spezieller Stromtarife und finanzieller Garantien für Stromreservierungen.

  3. Wasserverfügbarkeit: Einsatz wassersparender Kühlsysteme und striktes Wassermanagement, insbesondere in den Trockenzeiten.

  4. Umweltauswirkungen & Sicherheit: Umfassende Umweltverträglichkeitsprüfungen zu Landnutzung, Stadtplanung, Brandschutz, Hitze und Lärm.

Ein neu geschaffener nationaler Ausschuss für Geschäftspolitik im Bereich Rechenzentren soll einheitliche Standards für Genehmigungen, Lizenzen und behördliche Zulassungen festlegen. Das Gremium deckt sämtliche Facetten von der Datensicherheit bis hin zu Maßnahmen bei Umwelt- und Gemeinwohlschäden ab.

Redaktion STIN --> Austria // Thailand

Von stin

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4 Comments
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Wolfgang Kempf
Wolfgang Kempf
11 Tage vor

STIN liest seine KI Artikel nicht mehr.
Welches 60 Jahre Thron Jubiläum wurde gefeiert?
Die Thai drehen gerade durch in allen Bereichen?
Erst wurden jahrelang die Augen geschlossen und kassiert.💰
Nun ist es chic Jagd auf die bösen Ausländer zu machen 🤣
Und STIN hetzt aus Kärnten fleißig mit 😡🙏

berndgrimm
berndgrimm
10 Tage vor
Antwort auf  Wolfgang Kempf

STIN bestreitet mit Nichtwissen……sagen die Rechtsverdreher dazu
Ja, da ist er ganz Edelthai . Von nix eine Ahnung aber überall mitplappern und mit den Propagandalügen ganz vorne dabei.
Meine Erfahrungen in 20 Jahren Permanent TH sind ja laut STIN nix wert.
Aber plötzlich spricht er selber von seinen Erfahrungen!
Wann hat er die denn angeblich gemacht ? Er ist vor über 8 Jahren aus TH vor seinem großen Helden Prayuth geflüchtet.
Damals wußte die Öffentlichkeit noch nix von KI.
Ja, natürlich drehen einige Thai durch, aber nur die welche von ihrer Position als Kalfakter der Machthaber oder von ihren gekauften Jobs vollkommen übermannt sind.
Der von den Machthabern gepredigte Ausländerhaß stößt bei der normalen Bevölkerung auf erstaunlich wenig Resonanz.
Das wäre in D/A wohl anders.
Mir ist hier noch kein Ausländerhaß entgegengeschlagen.
Im Gegenteil, mit zunehmendem Alter werde ich hier noch respektvoller behandelt und die Hilfsbereitschaft ist überwältigend , besonders wenn ich mit Krückstock laufe.Ich wünschte mir soeine Behandlung in D !
Außerdem gehöre ich hier inzwischen zum Stadtbild weil ich täglich laufe.Meist allein oder wenn sie zu Besuch sind mit den Töchtern unserer Freunde.
Meine Thai Familie läuft nur wenn es keine andere Möglichkeit gibt.

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Wolfgang Kempf
Wolfgang Kempf
10 Tage vor
Antwort auf  stin

Wieder viel Blabla von STIN,
Ablenkung vom Thema 😄
Meinen Post hat er wohlweislich ignoriert.
👎😡🙏

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