Rauchwolken über Südostasien, feuerrote Satellitenbilder und kilometerdicke Feinstaubschichten: Während der jährlichen Trockenzeit verwandeln sich weite Teile des indochinesischen Festlands in ein Flammenmeer. Doch wo lodern die meisten Feuer? Ein Blick auf die Daten zeigt klar, in welchen Staaten die Brandrodung die schwersten Ausmaße annimmt.
Wenn zwischen Januar und April der Himmel über Festland-Südostasien verraucht, richten sich die Blicke oft auf die Urlaubs- und Wirtschaftsregionen. Die tatsächlichen Hauptursachen und die höchsten Brandzahlen liegen jedoch in einem klaren regionalen Ranking. Satellitendaten der NASA sowie des thailändischen Raumfahrt- und Geoinformatik-Zentrums GISTDA zeichnen ein eindeutiges Bild der Katastrophe.
Platz 1: Burma (Myanmar) – Der absolute Brennpunkt
Unter den betroffenen Staaten steht Burma an der Spitze der Statistik. Die Satellitenerfassung registriert in den ersten Monaten des Jahres durchgehend die mit Abstand höchste Anzahl an Brandherden in der gesamten Region.
Die Ursachen für diese Spitzenposition sind vielschichtig: Neben der klassischen Wanderfeldwirtschaft treiben großflächige Rodungen für neue Landwirtschaftsflächen die Zahlen in die Höhe. Erschwerend kommt hinzu, dass es im Land an wirksamer staatlicher Kontrolle mangelt. Gesetzliche Obergrenzen für Abbrennungen existieren kaum oder können in der Praxis nicht durchgesetzt werden.
Platz 2: Laos – Flächenbrand im Bergland
Gemessen an der vergleichsweise geringen Bevölkerungszahl verzeichnet Laos extrem hohe Brandwerte. In den unwegsamen, bergigen Regionen des Landes gehört die traditionelle Brandrodung (Slash-and-Burn) nach wie vor zum landwirtschaftlichen Alltag.
Einheimische Kleinbauern nutzen das Feuer systematisch zur Rodung und Vorbereitung neuer Anbauflächen – allen voran für den Anbau von Reis und Mais. Die kumulierte Summe dieser lokalen Feuer summiert sich zu einer gewaltigen regionalen Umweltbelastung.
Platz 3: Thailand – Hohe Belastung trotz strengerer Regeln
Obwohl Thailand aufgrund der dramatischen Smogberichte aus touristischen Zentren wie Chiang Mai regelmäßig weltweit in den Schlagzeilen steht, belegt das Land im direkten Vergleich den dritten Platz.
Auch in Thailand wird Agrarabfall auf Zuckerrohr- und Maisfeldern nach der Ernte in großem Stil abgebrannt. Allerdings greifen im Land mittlerweile deutlich strengere Kontrollen, zeitweise Abbrennverbote sowie eine systematische staatliche Überwachung, was die Gesamtzahl der Brandherde im Vergleich zu den Nachbarstaaten begrenzt.
Grenzüberschreitender Smog als Dauerproblem
Die Folgen der Brandrodung machen an keinen Staatsgrenzen halt. Der entstehende giftige Rauch und die extremen Feinstaubwerte (PM2.5) ziehen über hunderte Kilometern hinweg durch die Region. So stammt ein erheblicher Teil des Smogs, der den Norden Thailands jedes Jahr lahmlegt, aus den massiven Feuern der angrenzenden Nachbarländer Burma und Laos.