Ashin Wirathu – der Mönch hinter dem Terror

Zahlreiche Übergriffe gegen die Rohingyas in Burma und Bangladesh erschüttert momentan die Welt . Tausende von ihnen wagten die Flucht und strandeten vor den Küsten Thailands, Malaysia und Indonesien. Die Extremistengruppe “969” schürt den Hass. Ihr Anführer ist ausgerechnet ein buddhistischer Mönch – der wegen seiner Hetze “Hitler Burmas” genannt wird. Er ist eine Gefahr für das ganze Land.

Schon 2013 kam es zu den ersten grösseren Unruhen. Plötzlich waren sie fast überall, an Schaufensterscheiben, in Taxis, an Hauswänden: Aufkleber mit buddhistischen Symbolen und der geheimnisvollen Ziffernfolge “969”. Auf den ersten Blick wirkten sie harmlos. Aber die Muslime in Burma wurden schon damals durch die wachsende Flut der gelben Sticker in Angst und Schrecken versetzt.

Auf den Aufklebern war zwar ein aus Lehre und Leben Buddhas entlehntes friedliches Symbol zu sehen, es war aber zugleich Markenzeichen der “gefährlichsten und am schnellsten wachsenden ‘buddhistischen’ Neonazi-Bewegung in Burma”, so Menschenrechtsaktivist Maung Zarni. Ziel der radikalen rassistischen Gruppe “969” ist es, Burma zur muslimfreien Zone zu machen. Drahtzieher ist Ashin Wirathu, ein freundlich blickender, jungenhaft wirkender buddhistischer Mönch. Manche nennen ihn wegen seiner ungezügelten Hasspredigten den “Hitler Burmas”, andere sehen ihn als “Bin Laden von Myanmar”, als einen Terroristen, der vor nichts zurückschreckt. Im Kloster Maseyein in Mandalay hat der 45-Jährige Gleichgesinnte um sich versammelt, die durch Burma ziehen und Hass predigen.

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Wut, Neid, Angst

Er schürt gezielt Hass, Wut, Neid und Angst: “Wenn du in muslimischen Geschäften einkaufst, bleibt dein Geld nicht dort. Es wird benutzt, um deine Rasse und deine Religion zu zerstören.” Die Muslime, so hetzt er, “sind verantwortlich für fast alle Verbrechen in Myanmar: Opium, Diebstahl, Vergewaltigungen”.

Doch es blieb nicht bei Worten. Menschenrechtsaktivist Maung Zarni ist fest überzeugt: “Wirathu und seine ‘969’ war definitiv auch in den gewalttätigen Ausschreitungen gegen Muslime im Jahr 2013 verwickelt.” Buddhisten und Muslime lieferten sich blutige Auseinandersetzungen. Dutzende Menschen wurden getötet, viele weitere verletzt. Moscheen wurden in Brand gesetzt, Wohnviertel zerstört.

Burmesische Medien berichteten unter Berufung auf Augenzeugen, dass Hintermänner aus dem Umkreis Wirathus immer wieder antimuslimische Unruhen im Land organisiert und gesteuert hätten.

Neun Jahre Haft für den Hetzer

Wirathus Kampf gegen die muslimische Minderheit in Burma ist nicht neu: 2003 kam er für neun Jahre hinter Gitter, weil er einer der Anführer bei gewalttätigen Ausschreitungen im Norden Burmas war, die mehrere Menschenleben gefordert haben. Sein Credo war und ist: “Die Muslime wollen, dass Myanmar muslimisch wird.” Burmas Buddhisten müssten sich gegen die “muslimische Verschwörung” wehren, sonst werde das Land spätestens 2100 ein islamischer Staat.

Auch wenn Präsidentensprecher Ye Hut abwiegelt, Wirathu und seine Anhänger bildeten nur eine kleine, radikale Minderheit unter den rund 500.000 Mönchen des Landes, nimmt es der Extremistengruppe nichts von ihrer Gefährlichkeit: Ihre rassistischen Botschaften haben Erfolg.

Ashin Gambira, einer der Anführer der Safran-Revolution von 2007 und Hauptkritiker Wirathus, hat eine einfache Erklärung dafür. In 50 Jahren Diktatur hätten die Militärs den Hass auf die zwei bis drei Millionen Muslime in Burma immer wieder gezielt geschürt. “Heute ist dieser Hass so fest in den Köpfen eingebrannt, dass er zu jedem Zeitpunkt und ohne großen Aufwand wieder aufflammen kann.”

Ashin Pum Na Wontha, Mönch und Friedenskämpfer, hält seinen Glaubensbruder Wirathu allerdings eher “für eine Marionette, die von Eitelkeit und Ruhmsucht getrieben wird”. Hintermänner und Financiers der “969”-Bewegung waren die “Cronies”, eine Gruppe von 30 wohlhabenden und einflussreichen Leuten, die eng mit dem Militär verbandelt seien und um ihre Privilegien fürchteten.Ihr Ziel sei es, die Generäle zu stärken, das Militär im Bewusstsein der Bevölkerung als stabilisierende Kraft im Burma des Übergangs zu verankern und damit zugleich ihre eigene Macht und ihren Einfluss abzusichern. Staatspräsident Thein Sein hat “politische Opportunisten und religiöse Extremisten” in Burma zwar eindringlich gewarnt, er werde nicht zögern, Gewalt gegen sie einzusetzen. Aber Wirathu kann seine Hetz- und Hassparolen nach wie vor ungehindert im ganzen Land verkünden.

Und egal ob er nun wirklich nur Sprachrohr anonymer Hintermänner oder selbst verantwortlicher Führer einer kleinen Extremistengruppe ist: Der radikale Mönch ist extrem gefährlich. Denn in dem von Wirathu aufgeheizten Klima von Angst und Gewalt fürchtet der Menschenrechtsanwalt und frühere politische Häftling Min Ko Naing, “wird unser Land nicht mehr lange friedlich bleiben”.

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Pattaya Mania
Gast
Pattaya Mania
23. Mai 2015 11:55 pm

Hallo an die Herren Emi, STIN, Ben, Hanseat, Exil und all die weiteren Kommentartoren,

Ich frage mich seit Jahrzehnten, ob all die Religionen dieser Welt, unabhängig welche Glaubensrichtung es auch sei, eher ein Übel als ein Segen für die gesamte Menschheit ist!!!

Das war für mich vor über 30 Jahren bereits ein Grund, offiziell und amtlich aus der Kirche auszutreten.

Diese Kirche vertritt nicht meine überzeugten ethischen Werte:

Diese Kirche ist einer der reichsten Institutionen dieser Welt.
Diese Kirche ist bis ins Mark korrupt.
Diese Kirche hat Millionen von Menschen massakriert,
Diese Kirche hat Nazi-Massenmörder zur Flucht nach Lateinamerika mit Vatikan-Dokumenten verholfen.
Diese Kirche war an Waffen- Menschen- und Drogenhandel beteiligt.
Diese Kirche hat faschistoide, menschenverachtende Regime in gesamt Lateinamerika unterstützt oder geduldet…
Diese Kirche hat unzählige Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht und zu Psychopaten gemacht.

Die Liste der Verbrechen dieser Kirche ist schier endlos!!!

Auch unser jetziger Papst, der Jahrzehnte in Argentinien „gepredigt“ hat, hat sich nicht gegen die Faschisten in diesem Land in den 70-80er Jahren aufgelehnt oder wenigstens kritisiert!

Diesem Papst sollte man gehörig „auf den Zahn fühlen“ und ihn nach seiner Rolle und Funktion in dieser grausamen Junta-Zeit fragen!

Gruß Paul der Viertel vor Zwölfte

  Pattaya Mania(Quote)  (Reply)

emi_rambus
Gast
emi_rambus
22. Mai 2015 3:46 am

Mein Gott, der sieht ja aus wie ein Rohingya!?
Ein Feldwebel der Burma-Armee, der als Kindersoldat dazu kam.
Die Burmesen sind alle viel hellhaeutiger!
Auch seine Begleiter sehen alle wie junge Soldaten aus.

Der Menschenrechtsaktivist bringt es auf den Punkt!
Ich bin mir sogar sicher, auch die Vergewaltigung der Buddhistin im Jahr 2012 ging bereits auf das Konto der Extremistengruppe “969” . Auch der anschliessende Angriff auf den Bus und die Toetung der darin befindlichen Muslime!
Der Mann gehoert als Kriegstreiber angeklagt.
Wieso wehren sich eigentlich die Moenche nicht gegen diesen Missbrauch der buddhistischen Religion?