Einschätzung der politischen Lage in Thailand

Thailand steht seit Mai 2014 (wieder einmal) unter Militärherrschaft. Die politische Elite bleibt zerstritten. Korruption und mafiöse Strukturen in Politik und Wirtschaft blockieren einen Neuanfang. Auslandsinvestoren kehren Thailand den Rücken. Auch Touristen aus Europa bleiben aus. Das Land steckt in der Krise.

Massenproteste in Bangkok hatten den Rücktritt der Regierung Yingluck Shinawatra im Februar 2014 erzwungen. Wochenlang herrschte in Thailand politisches Chaos. Im Mai 2014 putschte General Prayuth Chan-ocha. Sein Motiv: Thailands eskalierenden innenpolitischen Konflikt zu beenden und durch Reformen Grundlagen für einen Neuanfang zu schaffen. Die Leistungsbilanz der Militärregierung ist bislang dürftig. Kein Wunder: Thailand steckt in einer Wirtschaftskrise, ein Aufschwung nicht in Sicht. Ebenso wenig wie ein neuer Verfassungsentwurf. Neuwahlen wurden wiederholt verschoben. Nun soll es 2016 sein – vielleicht.   

Derweil versinkt Thailand in einem Sumpf von Skandalen: Sklavenähnliche Arbeitsbedingungen in der Fischereiindustrie, brutaler Menschenhandel mit muslimischen Migranten und Drehscheibe für Schmuggel und illegalen Handel mit gefährdeten Tierarten (nicht nur von Elfenbein). Krisenstimmung im Tourismus, der rund zwanzig Prozent zum Bruttoinlandprodukt beiträgt und 2,5 Millionen Arbeitsplätze schafft. Mafiöse Strukturen in Touristenzentren und zunehmende Gewalt gegen ausländische Touristen belasten das Image. Probleme auch bei der Flugsicherheit: die Luftfahrtorganisation ICAO setzte Thailand 2015 deshalb kurzerhand auf die rote Liste.

Wirtschaft im Abstieg

Lange galt Thailand als wirtschaftliche Erfolgsgeschichte: Milliardeninvestitionen japanischer Automobilkonzerne (Toyota, Honda, Mitsubishi) und amerikanischer IT-Hersteller (Seagate Technology, Western Digital) schufen Thailand als dynamischen Produktionsstandort in Asien. Jetzt schließen erste Technologie-Unternehmen (Südkoreas Samsung und LG Electronics) ihre Produktionsanlagen und wandern nach Vietnam ab. Dort liegen Arbeitslöhne um ein Drittel niedriger. Unter Südostasiens ASEAN-Staaten verliert Thailand an Wettbewerbsfähigkeit und Marktanteile auch im lukrativen Handel mit der Volksrepublik China.

Thailands wirtschaftlicher Niedergang liegt in der Matrix seines Wirtschaftsmodells. Einbrüche seiner Absatzmärkte (Japan, EU, USA, China) offenbaren neben starren Exportstrukturen auch  gravierende Schwächen im eigenen Land: versäumte Innovationen, Ausbildungsmängel seiner Arbeitskräfte, ein marodes Bildungssystem und die Konkurrenz neuer Produktionsstandorte (Vietnam, Kambodscha, Myanmar). Auf dem Index globaler Konkurrenzfähigkeit des Weltwirtschaftsforums WEF rutschte Thailand von Platz 33 (2007) auf Platz 67 (2014). Auslandsinvestitionen schrumpften 2014 auf 14 Milliarden US-Dollar (Singapur: 68 Milliarden, Indonesien: 23 Milliarden). Prognosen erwarten 2015 ein Wachstum von 3,5 Prozent (Weltbank), drei Prozent (Thailands Zentralbank) oder 2,5 Prozent (Wirtschaftsunternehmen). Nicht nur bei Zukunftsprognosen liegen in Thailand Meinungen weit auseinander.

Wirtschaftlich vermag Thailands Militärregierung derzeit nicht zu punkten. Eine Wirtschaftskrise, die sich bereits im letzten Amtsjahr der entmachteten Regierungschefin Yingluck Shinawatra abzeichnete, hat den Generälen die Nudelsuppe versalzen. Neben Thailands Export stagniert auch der Konsum: bei hoher Verschuldung der Privathaushalte (85 Prozent des Bruttoinlandproduktes) lahmen private Ausgaben. Hoffnungen richten sich nun auf den Tourismus.

Massentourismus mit Nebenwirkungen

Thailands Tourismusindustrie boomt seit Jahrzehnten – trotz Wirtschaftskrisen, Tsunamis, Epidemien (HIV, Hühnergrippe, SARS) und Militärputschen. Munter vermarkten Werbekampagnen das Land unter dem Slogan „Amazing Thailand“ (Faszinierendes Thailand): mit Badestränden, buddhistischer Kultur, schmackhafter Thai-Küche und ausschweifendem Nachtleben. Tourismus entpuppt sich als einseitiges Wirtschaftsmodell – wachstumsfixiert und ohne Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Umweltschutz genießt keinen hohen Stellenwert. Dennoch erwartet Thailand 2015 einen neuen Rekord: rund 29 Millionen Besucher aus aller Welt. Westliche Touristen bleiben aus, dafür sind Chinesen auf dem Vormarsch: Prognosen rechnen 2015 mit sechs Millionen Besuchern aus der Volksrepublik.

Thailands hemmungslose touristische Vermarktung zeigt Nebenwirkungen: Umweltbelastungen, mafiöse Strukturen in Touristenzentren und Kriminalität auch gegen ausländische Besucher. Die Ermordung 2014 von zwei jungen Rucksackreisenden aus England auf der Insel Koh Tao löste in der britischen Presse Diskussionen über Sicherheitsprobleme in Asiens Urlaubsparadies aus. Thailands Ferieninseln Phuket, Krabi und Samui leiden unter systematischen Zerstörungen von Landschaften und Korallenriffen. Golfplätze, Hotels und Straßenbaupläne gefährden den Kao Yai-Nationalpark bei Bangkok – nun droht dem Schutzgebiet der Statusverlust als UNESCO-Weltnaturerbe. In Touristenhochburgen mangelt es an Kläranlagen für Abwässer, Abfälle werden auf wilde Deponien gekippt. Amazing Thailand?

Desaster mit Spekulationsgeschäften

Jahrzehntelang rangierte Thailand unangefochten als Weltmeister im Reisexport. Rund zehn Millionen Tonnen des hochwertigen Jasmin-Reis fanden jährlich auf dem Weltmarkt Absatz. Reisexporte galten als Erfolg der thailändischen Landwirtschaft. Thailands Bauern sind jedoch arm geblieben. Die Produktivität im Reisanbau liegt im Königreich deutlich niedriger als in anderen Ländern. Nur 25 Prozent der Anbauflächen werden künstlich bewässert (Vietnam: 85 Prozent). Bauernfamilien drücken Nachwuchssorgen: das Durchschnittsalter thailändischer Reisbauern liegt bei fast 60 Jahren. Junge Menschen zieht es in die Städte. Dort locken bessere Einkommensperspektiven. Eltern und Großeltern bleiben allein zurück.

Deutlich höhere Abnahmepreise für Reis hatte die 2014 zum Rücktritt gezwungene Regierung unter Yingluck Shinawatra Thailands Bauern versprochen. Bangkok spekulierte auf steigende  Weltmarktpreise. Der erwartete Preisanstieg blieb aus, Thailands teurer Reis blieb unverkäuflich liegen und begann in Lagerhäusern zu verrotten. Dafür sicherten sich Thailands Konkurrenten höhere Marktanteile auf dem Reisweltmarkt. Yingluck Shinawatra, im Westen als Thailands erste Politikerin hochgelobt, hinterließ den größten Korruptionsskandal in Thailands Geschichte. Das Spekulationsdesaster belastete den Staatshaushalt mit 14 Milliarden US-Dollar.

Die Generäle greifen durch

Der Machtergreifung des Militärs 2014 folgten Kriegsrecht und Verhaftungswellen. Zielscheibe: politische Aktivisten, Akademiker, Journalisten, Politiker der entmachteten Regierungspartei Pheu Thai und Funktionäre der Rothemden-Bewegung. Der Militärputsch 2014 unter General Prayut wurde von Thailands Wirtschaftsführern und Teilen der Bevölkerung mit Zustimmung bedacht, fand Thailands innenpolitisches Chaos damit doch schlagartig ein (vorläufiges) Ende. Proteste gegen das Militärregime nehmen inzwischen zu und werden konsequent unterdrückt.

Zentrales Motiv des Militärputsches war die Zerschlagung des einflussreichen Shinawatra-Clans. Im Fokus der Militärregierung stand deshalb die Säuberung des korrupten Polizeiapparates. Thailands Polizei gilt als loyale Stütze des entmachteten Regierungsschef Thaksin Shinawatra (einem ehemaligen Polizeioffizier) und ist tief in kriminelle Aktivitäten verstrickt. Auch Thailands Staatsunternehmen (PTT im Energiebereich, TOT Telekom, Thai International) erlebten einen Führungswechsel. Thaksin-loyale Mitstreiter hatten sich dort im Management positioniert und jahrelang bereichert. Diese wurden inzwischen durch hohe Generäle und/oder dem Militär nahestehende Politiker und Manager ersetzt.

Außenpolitische Positionsverluste

Thailands Militärputsch stieß in den USA und der EU auf heftige Kritik. Washington strich  kurzerhand US-Militärhilfe (2013: rund zehn Millionen US-Dollar) an Thailands Generäle und stutzte das gemeinsame Militärmanöver Cobra Gold 2015 durch Streichung von Militärübungen deutlich zusammen. Bis heute verzögern die USA die Berufung ihres designierten Botschafters Glyn Davies (58) nach Bangkok. General Chan-ocha reagierte gereizt und erhielt umgehend Schützenhilfe aus China – politisch, wirtschaftlich und auch militärisch. US-Präsident Obama droht mit den nunmehr deutlich abgekühlten Beziehungen zu Thailand der Verlust eines treuen Bündnispartners in Amerikas geostrategischer Einkreisung Chinas in Südostasien.

Nicht nur machtpolitisch kommt Südostasien in Bewegung. Zehn ASEAN-Staaten sind eng mit  Chinas Wirtschaftsraum verflochten. Schon seit Jahren hat China die USA als größten Handelspartner der Region verdrängt. Alle ASEAN-Staaten werden durch starke Exportlastigkeit (Thailand: rund 65 Prozent) und Konkurrenz um Auslandsinvestitionen bestimmt. Ende 2015 sollen in ASEAN zwischenstaatliche Zollmauern fallen. Durch anhaltende Wirtschaftskrise und politische Instabilität drohen Thailand in Südostasien auf Jahre hinaus Positionsverluste. Auch Bangkoks Anspruch auf eine politische Führungsrolle im ASEAN-Staatenbund dürfte unter dem Militärregime vorerst zu den Akten gelegt werden.

Neues Bewusstsein, konservative Eliten

Macht- und Verteilungskämpfe rivalisierender Eliten verhindern seit Jahren Strukturanpassungen der thailändischen Wirtschaft an veränderte Rahmenbedingungen in Südostasiens Arbeitsteilung. Doch Thailands Krise beinhaltet mehr als den Konflikt zwischen konservativen und neuen Eliten um politische Macht und wirtschaftlichen Einfluss. Jenseits seiner korrupten politischen Klasse,   putschfreudigen Militärs und Wirtschaftskrisen hat Thailands Gesellschaft einen tiefgreifenden sozialen Wandel vollzogen. Modernisierungsverlierer setzen Konfiguration und Funktion des politischen Systems unter Druck. Neues Bewusstsein manifestiert sich nun in rebellischen Forderungen nach Verteilungsgerechtigkeit und politischer Partizipation.

Thailands Bevölkerung ist politisiert und polarisiert. Seit Entmachtung des Regierungschef und Telekom-Milliardärs Thaksin Shinawatra durch einen Militärcoup 2006 präsentiert sich Thailands innenpolitische Krise als Konflikt zwischen rivalisierenden ideologischen Lagern: Rothemden und Gelbhemden. Farbige Unterscheidungsmerkmale symbolisieren dabei sichtbar  Nutznießer und Verlierer tiefgreifender Strukturveränderungen der letzten Jahrzehnte. Jenseits von Rivalitäten zwischen Rothemden und Gelbhemden, konservativen und neuen Eliten sowie Thailands jüngstem Militärputsch rücken zunehmend kritische Fragen auch nach der Zukunftsfähigkeit des politischen Systems in den Mittelpunkt.

Opposition in Wartestellung

Seit Machtübernahme durch General Chan-ocha im Mai 2014 herrscht im Königreich weitgehend Ruhe. Thailands außerparlamentarische Opposition hält sich mit Aktionen zurück. Ruhe vor dem Sturm? Politische Beobachter im In- und Ausland schließen eine Eskalation und Radikalisierung der politischen Lage keineswegs aus. Träger politischer Unruhen waren seit 2006 wiederholt die sogenannten Rothemden, Thailands einzige landesweit mobilisierungsfähige Massenbewegung – im Kern ein Bündel amorpher Basisbewegungen für Demokratie, doch politisch bislang geschickt als Vehikel des ex-Regierungsschefs Thaksin Shinawatra instrumentalisiert und kontrolliert. Wer sind und was wollen Thailands Rothemden?

Das soziale Profil der Rothemden (Bauern, Kleingewerbetreibende, IndustriearbeiterInnen) ist heterogen, ebenso deren politische Forderungen und Strategien. Eine Bewegung ohne feste Organisationsstrukturen und ohne politisches Programm. Ideologische Orientierungslosigkeit. Dieses Bild vermitteln Thailands Rothemden in Zeiten der Militärdiktatur. Dennoch lassen sich unterschiedliche Strömungen erkennen. Rehabilitierung und Rückkehr von Thaksin Shinawatra fordern Rothemden-Funktionäre, die selbst von der Zusammenarbeit mit dem entmachteten Regierungschef profitiert haben. An der Basis hingegen scheint das Bedürfnis nach Lösung von der Fixierung auf die Person Thaksin an Boden zu gewinnen und den Fokus stärker auf politische Reformen zu richten. Gewaltsamen Widerstand befürwortet nur eine isolierte Minderheit.

Parlamentarische Diktatur?

Als eigenständige politische Partei mit einer (unabhängigen) progressiven Agenda könnten rebellierende Rothemden Thailands politische Landschaft rein theoretisch aufmischen. Eine Metamorphose der Rothemden-Bewegung zu einer schlagkräftigen politischen Partei liegt jedoch nicht im Interesse der in Machtkämpfe verstrickten politischen Klasse Thailands. Eine Emanzipation der Rothemden von dem jahrelang (2001-2006) autoritär regierenden ex-Regierungschef Thaksin Shinawatra ist 2015 ebenfalls nicht erkennbar.

Seit April 2015 liegt ein Verfassungsentwurf vor. Dort ist nachzulesen, in welche Richtung Thailands politische Reise gehen soll.  Ein proportionales Wahlsystem soll kleine Parteien stärken, die Parteienstruktur im Parlament zersplittern und Koalitionsregierungen fördern. Der Regierungschef kann vom Parlament oder auch von außen gewählt werden. Von 200 Senatoren werden künftig nur 77 gewählt, 123 ernennen Vertreter des Militärs, der Staatsbürokratie und Wirtschaft. Im Kern will die Militärführung eine Rückkehr des Shinawatra-Clans in Thailands Politik blockieren und Machtpositionen der konservativen Elite konsolidieren. Thailands politische Krise wird mit diesem Verfassungsentwurf nicht zu lösen sein.

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emi_rambus
Gast
emi_rambus
30. Juli 2016 10:24 pm

Ich finde nichts passenderes:

Philippine crime war packs decaying jails
http://www.bangkokpost.com/news/asean/1048401/crime-war-packs-philippine-jails

Der helle Wahnsinn!
Fuer mich ist das nur eine Problemloesung, die neue Probleme verursacht, weil nicht die Ursache beseitigt wird.
Ursachen:
-Keine Zukunftsaussichten (Bildung) fuer ALLE
-Keine Menschenrechte fuer ALLE
-Kein Wasser fuer ALLE
-Keine Arbeit fuer ALLE
-Keine Gesundheitsversorgung fuer ALLE
-………………………..ALLE
😥

Es koennen nur ALLE ueberleben!

berndgrimm
Gast
berndgrimm
29. Juli 2016 4:59 am

So kanns gehen!

berndgrimm
Gast
berndgrimm
17. August 2015 3:31 pm

Weit wichtiger als die politische Krise in der sich Thailand seit Jahren
befindet ist die gesellschaftliche Krise die dieses Land für viele
die sich nicht durch Äusserlichkeiten blenden lassen
äusserst unattraktiv macht.
Folgendes ist ein Beitrag von Giles Ji Ungpakorn aus seinem Blog
Ugly Thailand den ich in weiten Teilen zustimme obwohl ich
GJU nicht als Opfer (wie er sich gern darstellt) sondern durchaus
als Mittäter einschätze:

Giles Ji Ungpakorn

Both the Rohingya slave labour scandal, exposed by the Guardian newspaper and other media, and the police handling of the brutal murders of two British tourists on Ko Tao, reveal a very nasty side of Thai society.

While large numbers of decent Thai people would condemn the human trafficking, systematic rapes, imprisonment on large cargo ships and the eventual enslavement in the fishing industry, of hundreds of Rohingya refugees from Burma, much more needs to be done. Thai organisations and political groups should be mobilising and campaigning over this issue and trade unions should be making a stand against the shocking labour conditions in the fishing industry.

There might be sympathy in Thai society for those at the sharp end of human trafficking, when it is exposed in the media,

but deep-rooted racism and nationalism, which infects most Thais, means that when the issue of welcoming the refugees and re-settling them in normal Thai society is raised, there is widespread hostility. This spills over into the blatant disregard for the plight of migrant workers from neighbouring countries. When not being trafficked, they are abused, beaten and robbed of their wages by employers and members of the security forces. Government posters reinforce derogatory views about migrants, accusing them of crimes and of carrying diseases. Ordinary Thais routinely use racist terms like “Kak”, “Yuan”, “Farang”, “Aye-Meud” (Darky) etc. to refer to people of other ethnicities.

This poisonous racism is responsible for the continuing miscarriage of justice over the Ko Tao murders. The two Burmese migrant workers, who are in court facing serious charges, are the “usual scape-goats”. There is also an appalling attitude among many Thais towards European women and the wearing of normal swimwear on the beach, as though it was an indication of “loose morals”.

Yet just look at the lack of morals in Thai society. We have a thriving sex industry where young people are exploited and trafficked. Thais are the predominant clients and beneficiaries of this industry. The country’s rulers, past and present, including Prayut, Abhisit and Taksin, are usually mass murderers who will never face trial for human rights abuses. Corruption and exploitation by the rich and powerful is the order of the day.

The root cause of this appalling situation is that there is far too little opposition to authoritarianism in all its forms. This is a vicious circle because when individual people are brave enough to speak out, they are subject to repression. The left is weak, the trade unions are disorganised or mainly apolitical and the pro-democracy Red Shirts have been demobilised by the UDD and Taksin. The National Human Rights Commission is staffed by members of the security forces, fanatical royalists and reactionaries. The NGOs are either with the military or are only interested in campaigning for fragmented single issues.

Fundamentally it is the weakness of the left and organised labour which accounts for a lack of strong opposition. Not only is the opposition to authoritarianism too weak, but there is almost no opposition to nationalism and racism in society. In such circumstances, ordinary Thai working people are tied to the mainstream ideology of the ruling class. Karl Marx once commented that British workers would never be able to liberate themselves until they got rid of racist ideas about the Irish. We could say similarly that ordinary working Thais will not be able to liberate themselves until they reject nationalism and racism. Throughout Europe today in an era of austerity, nationalism and racism are used to weaken movements opposed to neoliberalism and the impoverishment of workers. It is socialists and left-wing organisations which form the core of opposition to racism and nationalism in Europe.

In Thailand we desperately need to revive the left in a struggle for democracy and against national chauvinism.

berndgrimm
Gast
berndgrimm
12. August 2015 2:59 am

egon:
http://www.khaosodenglish.com/detail.php?newsid=1439298164

Egon darüber schrieb ich gestern schon in http://www.nittaya.at:

The criminal court has accepted a lawsuit filed by a group of activists seeking to hold Thailand’s military junta legally responsible for staging its coup d’etat against the former government last May.

Fifteen activists from an anti-junta group called Resistant Citizens first filed suit on 22 May 2015 – the anniversary of the coup – but the court dismissed it on the grounds that the defendants had granted themselves blanket legal amnesty for the military takeover.
The activists re-filed the lawsuit late last month, and the court announced yesterday it would accept the case, according to Arnon Nampha, a lawyer and leading member of Resistant Citizens.Asked to comment on the lawsuit, Gen. Prayuth replied curtly that the activists are welcome to pursue the legal case.

“So be it. So what? I did it, so what? What are they going to punish me for?” Gen. Prayuth said today during a press conference at Government House.

Richtig!
Wenn diese Gruppe wirklich etwas für die Zukunft Thailands tun wollten so hätten sie nicht
als Thaksins letzte Truppe in Thailand auftreten dürfen.
Alles nur Show ohne Sinn und Verstand.
Die hätten auch noch Minister im Yingluck Kabinett werden können.

berndgrimm
Gast
berndgrimm
10. August 2015 3:15 pm

egon:
http://passauwatchingthailand.com/2015/08/10/wie-soll-es-in-thailand-weitergehen/

Egon!
Wenn du den Beitrag von deinen Thaksinjodler Freunden vorher mal
durchgelesen hättest wüsstest du selber woran er hapert.
Es gibt viel berechtigte Kritik an Prayuth und seiner Militärdiktatur.

Leider kann PWT KEINE davon benennen!

Stattdessen versteckt man sich hinter internationaler Kritik
wegen des Menschenhandels,des unkontrollierten Fischfangs
und der mangelnden Flugaufsicht.

Alles Probleme die während der Thaksin Democrazy schon da
waren und dort verschlimmert wurden.

Und dann kolportiert man noch eine Story von Thaksins selbsternannten
Humanmistblättchen “Prachatai” die die Ujguren Auslieferung dem
Druck der Chinesen auf Prayuth zuordnen.

Dazu noch eines: Unter Thaksin/Yingluck wären die genauso schnell
ausgeliefert worden.

Vor 2006 hätte Thaksin vielleicht versucht sie als Geiseln für
Wirtschaftshilfe zu nehmen.

Aber diese guten Zeiten sind für ihn vorbei.
So ein Pech aber auch!

egon
Gast
egon
12. August 2015 1:03 am
Reply to  berndgrimm
emi_rambus
Gast
emi_rambus
6. August 2015 12:09 pm

<a href="http://www.schoenes-thailand.at">STIN</a>: naja, für 50 Millionen Baht organsier ich dir auch alles durch. Es ist eine gekaufte Bewegung.

50 Mio? Ich habe schon immer gesagt, TS spart am falschen Platz. das raecht sich immer!

emi_rambus
Gast
emi_rambus
6. August 2015 8:27 am

wm. arz: Ein Hinweis auf einen vor zwei Tagen ins Netz gestellten Thailand-Beitrag:
Wohin steuert Thailand?

Die Verfassung kenne ich bisher nicht. Vom Gefuehl her stimme ich aber der Aussage zu:

Thailands politische Krise wird mit diesem Verfassungsentwurf nicht zu lösen sein.

Diese Verfassung kann ziemlich sicher keiner mehr in den tragenden Elementen aendern. Auch nicht bei Zustimmung im Senat und nicht ueber Referendum!

Neu war fuer mich, der Tourismus ist fuer 20% des BIP “zustaendig”.

Die Fuehrungsstruktur der Roten ist voll durchorganisiert! Das Problem ist lediglich das Fussvolk. Die koennen sie nicht zu fit machen, weil dann die Masse merkt wie sie ausgenutzt werden.

berndgrimm: Die „Basis“ der Roten sind nach wie vor bezahlte und unbezahlte Thaksin Nachläufer.

Aber genau die (10.000+) darf man nicht unterschaetzen!!

  emi_rambus(Quote)  (Reply)

berndgrimm
Gast
berndgrimm
6. August 2015 1:58 am

EXIL: Denn dazu müsste jemand in Thailand wesentlich radikaler durchgreifen und die Menschen dazu zwingen umzudenken. Aber dann stünde wieder die Gefahr eines Bürgerkriegs bevor, in dem Fall nicht Rot gegen Gelb, sondern die Machthaber gegen den Rest der seit Jahrzehnten unregierbaren Thailändischen Bevölkerung.

So ist es!
Und ich sehe keinen “Machthaber” der dazu willens oder fähig wäre.

Ich kann auch das Heruntermachen der Militärjunta von allen Seiten
nicht verstehen weil keine gewählte Regierung
an die Strukturprobleme der Thai Gesellschaft herangehen würde.

An der Basis hingegen scheint das Bedürfnis nach Lösung von der Fixierung auf die Person Thaksin an Boden zu gewinnen und den Fokus stärker auf politische Reformen zu richten.

Dies sehe ich leider nicht so.
Die wirklichen Roten sind viel zu wenige haben keine Macht/Geld und sind
schon garkeine Basisgruppen.
Die “Basis” der Roten sind nach wie vor bezahlte und unbezahlte Thaksin Nachläufer.

Jenseits von Rivalitäten zwischen Rothemden und Gelbhemden, konservativen und neuen Eliten sowie Thailands jüngstem Militärputsch rücken zunehmend kritische Fragen auch nach der Zukunftsfähigkeit des politischen Systems in den Mittelpunkt.

So ist es!
Wenn es in Thailand wirklich eine “demokratische” Basis geben würde so
könnte diese jede Verfassung der Militärs nach den nächsten Wahlen
kippen und für eine notwendige Entmachtung der Militärs sorgen.
Diese Basis gibt es aber nicht.
Die Krise hier ist keine politische, weil die Politik hier garkeine Bedeutung hat.
Es gibt keine Ideologien und schon recht keine “Progressiven” in Thailand.
Alle sind konservativ und nationalistisch.

Die Krise ist in der Gesellschaft wo es keine Moral , Ethik oder Werte
mehr gibt.
Was nützen Gesetze und Verordnungen wenn sie nur für Ausländer
oder Minderbemittelte gelten und nicht durchgesetzt werden?
Anarchie ist kein ram wai porn!

  berndgrimm(Quote)  (Reply)

EXIL
Gast
EXIL
5. August 2015 4:53 pm

Ich finde diese Zusammenfassung trifft den Nagel auf dem Kopf, geht nicht ins Detail aber im großen und ganzen zeigt es auf welche Schwächen dieses Land und eben die Menschen in Thailand haben.

Das Ganze wurde freundlich aufbereitet, es wurde aber auch nichts beschönigt. Es bleibt einfach die Feststellung das Thailand nicht Konkurrenzfähig ist, egal in welchen Belangen und das sich auch in nächster Zukunft nicht viel ändern wird.

Denn dazu müsste jemand in Thailand wesentlich radikaler durchgreifen und die Menschen dazu zwingen umzudenken. Aber dann stünde wieder die Gefahr eines Bürgerkriegs bevor, in dem Fall nicht Rot gegen Gelb, sondern die Machthaber gegen den Rest der seit Jahrzehnten unregierbaren Thailändischen Bevölkerung.