Bombenanschlag Bangkok: Polizei fahndet nach Uiguren

Die Polizei fahndet nach drei Uiguren, die im April aus einem Gefangenenlager der Immigration in Sa Kaeo flüchteten. Es soll herausgefunden werden, ob die Flüchtigen im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf den Erawan-Schrein stehen.

Am 29. April gelang 17 Uiguren die Flucht aus dem Lager. 14 wurden wieder gefangen genommen, drei Männer blieben verschwunden. Bei den Männern handelt es sich aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht um den Bombenleger, weil sie anders aussehen als der Mann im gelben T-Shirt.

Polizeichef Somyot Poompanmuang sagte, die Polizei ermittle nach wie vor in alle Richtungen. Man kenne auch nicht die Staatsangehörigkeit der Attentäter.

Am Donnerstag erließ das Kriminalgericht Haftbefehl gegen einen zweiten Verdächtigen. Eine Überwachungskamera filmte ihn, wie er ein verdächtiges Paket in einen Kanal warf. Am nächsten Tag explodierte dort eine Bombe im Wasser, verletzt wurde niemand.

Der Haftbefehl lautet auf einen Mann mit asiatischen Gesichtszügen im Alter zwischen 25 und 30 Jahren, der ca. 1,70 Meter groß sein soll.

Medien sprachen mit einem aus der Türkei stammenden Politikwissenschafter, der in Thailand lebt. Er sagte, er sei sich zu „99 Prozent sicher“, dass der Bombenanschlag mit den aus Thailand nach China abgeschobenen Uiguren in Zusammenhang steht.

Man solle sich aber nicht unbedingt auf Extremisten in der Türkei, wie die ins Gespräch gebrachte Gruppierung Graue Wölfe festlegen. Er erinnerte an die beiden Attentäter von Boston, die in Kirgisien geboren wurden.

Für ihn ist es sehr wahrscheinlich, dass die Attentäter aus einer ehemaligen Sowjetrepublik kommen könnten, weil dort Turk-Völker ansässig sind, zu denen auch die Uiguren gehören.

Abschließend meinte der Politikwissenschafter, der anonym bleiben wollte, dass die Militärregierung durch den Anschlag ihre Legitimität verloren habe. Sie hatte die Macht mit dem Ziel ergriffen, Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Jetzt habe sich herausgestellt, dass es nicht einmal möglich ist, das Zentrum der Bangkoker Innenstadt zu schützen. Die Regierung könne nun nicht mehr behaupten, dass seit ihrer Machtergreifung Ruhe und Ordnung herrscht.

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