Mordfall Koh Tao: Verteidiger berichtet über Folter

Der Anwalt, der zwei burmesische Gastarbeiter verteidigt, die des Mordes verdächtigt werden, hat die Polizei am Montag beschuldigt, seine Klienten während den Ermittlungen gefoltert zu haben. „Sie wurden geschlagen und man drohte ‚sie verschwinden zulassen‘, um ein Geständnis zu erpressen.“

Folterungen durch die Polizei in Thailand sind nichts Neues, aber in einem Interview mit„The Associated Press“ lieferte der Verteidiger Nakhon Chompuchat ausführliche Details über die angeblichen Drohungen und körperlicher Gewalt an einen Verdächtigen. Die Polizei bestreitet jedoch, die Verdächtigen gefoltert und bedroht zu haben.

Der Prozess wegen der Ermordung von David Miller (24) und Hannah Witheridge (23) endete am Sonntag. Herr Nakhon erklärte, der Richter gab ihm und der Staatsanwaltschaft noch bis zum 26. Oktober Zeit um ein Schlussplädoyer vorzutragen, bevor ein Urteil am 24. Dezember ausgesprochen wird.“

Die Leichen des ermordeten britischen Paares wurden am 14. September letzten Jahres an einem felsigen Küstenabschnitt auf Koh Tao entdeckt. Ermittlungen zeigten, dass sich die jungen Rucksacktouristen auf der Insel kennenlernten und im selben Hotel wohnten. Beide wurden brutal zu Tode geschlagen und Frau Witheridge ist ausserdem auch noch von 2 Männern vergewaltigt worden.

Zwei Männer aus Burma, die illegal auf Koh Tao arbeiteten, wurden festgenommen und nach ihrem Geständnis vor ein Gericht gestellt. Sie widerriefen dieses Geständnis jedoch später.

Herr Nakhon zitierte einen der Angeklagten, Win Zaw Htun, mit den Worten: „Die Polizei hatte ihm Handschellen angelegt und ausgezogen. Sie machten Fotos von ihm und zwangen ihn zu gestehen, dass er der Mann auf den Bildern einer Sicherheits-Kamera in der Nähe des Tatorts sei. Die Polizeibeamten zogen hart an seinen Genitalien. Sie traten ihm in den Rücken und schlugen unaufhörlich auf ihn ein. Sie drohten ihn an einen schweren Felsen zu binden und im Meer zu versenken.“

Die Polizei sagte zu Win Zaw Htun: „Diejenigen, die über keinen Pass verfügen, haben keine Rechte und wenn sie verschwinden, wird es keiner bemerken.“

Der Burmese wurde des Mordes verdächtigt, weil eines der Handys des ermordeten Paares in den Sträuchern hinter dem Zimmer von Win Zaw Htun gefunden wurde. Der Anwalt sagte, dass sein Klient das Handy am Strand in der Nacht des Mordes fand. Er nahm es an sich und am nächsten Morgen hätte er von dem Mord erfahren. Er hatte es aus Angst zerschlagen, in eine Plastiktüte gesteckt und warf es aus dem Fenster.

Der zweite Angeklagte, Zaw Lin berichtete, ihm wurden die Augen verbunden und er hatte Hiebe auf die Brust erhalten. Ein Dolmetscher soll dem Verdächtigen mitgeteilt haben, dass er umgebracht werde, wenn er kein Geständnis ablege. Hinsichtlich einer ärztlichen Untersuchung wurden zweierlei Aussagen abgegeben. Ein von der Polizei konsultierter Arzt meinte, dass der Mann keine Verletzungen an der Brust aufwies, die von Schlägen stammen. Ein anderer Arzt aus dem Gefängnis hatte jedoch blaue Flecken auf der Brust des Burmesen diagnostiziert.

Die Polizei soll Zaw Lin ständig eine Plastiktüte über den Kopf gezogen haben, solange, bis er ohnmächtig wurde, sagte der Anwalt.

Die Verteidigung hatte sich während der Verhandlung auch auf die Probleme von unprofessionellen Dolmetschern und deren ethnischen Vorurteile gegen die Burmesen konzentriert, die bei den Verhören der Angeklagten anwesend waren.

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