Pattaya: Verhaftung von Thailänder, der einen Schweizer attackierte

Am frühen Sonntagmorgen war ein 55-jähriger Tourist aus der Schweiz vor einem Grillstand in der Soi 16, Second Road von einem Thailänder mit einer Holzlatte niedergeschlagen worden. Der Schweizer hatte sich zuvor über den laufenden Motorradmotor des Thais beschwert und — als dieser nicht reagierte — den Motor der fremden Maschine eigenhändig ausgestellt. STIN berichtete hier.

Zwei Tage später, also am frühen Dienstagmorgen, verhafteten Beamte der Polizeistation Pattaya einen 54-jährigen Geldverleiher namens Singh in seiner Wohnung in einem Apartmenthaus in der Soi Korphai. Die Ermittler waren bei den Auswertungen der Sicherheitskameras am Tatort auf eine Aufnahme gestoßen, die für einige Sekunden das Motorradkennzeichen des Verdächtigen zeigte.

Bei der Befragung auf der Polizeistation Pattaya versuchte Singh die Tat nicht zu leugnen oder schön zu reden, sondern gestand, dass er sich durch die “unverschämte Einmischung” des Ausländers bloßgestellt fühlte und daraufhin “eine Sicherung bei ihm durchgebrannt sei”.

Die Polizei benachrichtigte den Schweizer Touristen, dessen Verletzung bereits so gut verheilt war, dass er keinen Verband mehr tragen musste. Der 55-Jährige identifizierte den Angreifer und ließ es sich nicht nehmen, auch bei der Tatnachstellung am Originalschauplatz die ganze Zeit persönlich dabei zu sein.

Nach Angaben lokaler Medien wird Singh sich wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten müssen.

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3 Antworten zu Pattaya: Verhaftung von Thailänder, der einen Schweizer attackierte

  1. Avatar Raoul Duarte sagt:

    Wenn man das unten verlinkte youtube-Video V1 vom Vorfall betrachtet, stellt sich der Ablauf dieser unsinnigen Auseinandersetzung etwas anders dar.

    Daß der Motorradfahrer weggefahren und mit einer Holzlatte zurückgekommen wäre, um den Schweizer hinterrücks eins über den Schädel zu geben (was hier im Blog ja sogar als Grund für eine Anklage wegen Mordes angegeben wurde), ist auf diesem Video V1 jedenfalls nicht zu sehen.

    Der Schweizer ist auch nicht etwa in Abwesenheit des Fahrers an das abgestellte Fahrzeug herangetreten, um es auszuschalten, sondern hat nach dem fremden Zündschlüssel gegriffen, als der Thai-Besitzer noch auf dem Motorrad saß und auf sein Smartphone blickte.

    Der konnte dieses “unverschämte Tun des Farang” anscheinend wirklich nicht fassen, ist ganz ruhig abgestiegen und hat dem Schweizer mit bloßer Hand eine Ohrfeige versetzt, daß der von seiner Sitzbank geflogen ist.

    Direkt-Link zum Video (V1 auf Thai): https://youtu.be/JOuIcPG8p1o

    Damit hätte das ganze erst einmal sein Bewenden haben können, wenn der wohl etwas cholerisch veranlagte Schweizer nicht gemeint hätte, dem Thai “die Meinung geigen” zu müssen – erst danach eskalierte das ganze.

    Hier zum Vergleich noch einmal das (später aufgenommene und im ersten Teil eingestellte) Video V2, in dem der Schweizer nach dem Vorfall befragt wird.

    Direkt-Link zum Video (V2) : https://youtu.be/xc_ZYNe9L_k

    Ich denke, daß von einer womöglich hohen 6-stelligen Entschädigungs-Summe an den Schweizer nun keine Rede mehr sein wird. Aber warten wir’s ab, was sich bei einem (gar nicht mehr sicheren) Prozeß noch alles herausstellen wird.

    Es kann allerdings auch sein, daß es mit der öffentlichen Entschuldigung des Motorradfahrers, die ebenfalls am Ende des Videos V1 (der Fahrer konnte auf der Polizeistation “anonym” mit Helm sprechen) zu sehen ist. sein Bewenden haben könnte. Es sei denn, der Schweizer versucht, ein Verfahren gegen den Thai zu “erzwingen”. Dann kann man zum Ausgang eines solchen Prozesses nur spekulieren.

  2. Avatar gg1655 sagt:

    Richtig wäre allerdings eine Anklage mindestens wegen gefährlicher Körperverletzung.
    Wenn nicht sogar versuchter Totschlag in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung.
    Könnte sogar versuchter Mord sein. Schließlich ist der Mann extra weg gefahren um sich zu bewaffnen und hat dann mit dieser Waffe mehrfach auf den Kopf des Schweizers eingeschlagen. Es war also keine Tat im Affekt mehr da der Täter den späteren Tatort ja schon einmal verlassen hat und mit der Absicht zurück kam sein Opfer zu verletzen.
    Den Tod des Opfers hat er dabei Billigend in Kauf genommen.

    • STIN STIN sagt:

      Richtig wäre allerdings eine Anklage mindestens wegen gefährlicher Körperverletzung.
      Wenn nicht sogar versuchter Totschlag in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung.
      Könnte sogar versuchter Mord sein. Schließlich ist der Mann extra weg gefahren um sich zu bewaffnen und hat dann mit dieser Waffe mehrfach auf den Kopf des Schweizers eingeschlagen. Es war also keine Tat im Affekt mehr da der Täter den späteren Tatort ja schon einmal verlassen hat und mit der Absicht zurück kam sein Opfer zu verletzen.
      Den Tod des Opfers hat er dabei Billigend in Kauf genommen.

      wenn der Schweizer seine Anzeige nicht zurückzieht, wird es eh so kommen.
      Auch das Holzbrett wird als Waffe angesehen, auch der Vorsatz ist gegeben.
      Wenn er dann rauskommt, haben andere Kreditmafiosi sein Revier schon übernommen, das geht schnell 🙂

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