Bangkok: Prayuth wird von vielen Politikern kritisiert

Nach der Aufhebung der politischen Verbote der Junta nutzen zahlreiche Politiker der verschiedenen Parteien ihre Chance und greifen Premierminister Prayuth Chan o-cha und seine Regierung direkt an. Viele Parteien waren sich dahin gehend einig, dass die von der Junta geführte Regierung in den vergangenen vier Jahren ihrer Macht viele Probleme geschaffen habe. Daher waren sich zahlreiche Politiker und ihre Parteien ebenfalls darin einig, dass ein Regierungswechsel dringend erforderlich sei.

Die meisten Parteien, die sich gestern zum Thema Prayuth und seine Regierung geäußert haben, sind mit dem ehemaligen Premierminister Thaksin Shinawatra und seiner Schwester Yingluck Shinawatra verbunden. Thaksin Shinawatra lebt seit 2008 im selbst auferlegten Exil in Übersee.

Am Dienstag hob der amtierende Nationale Rat für Frieden und Ordnung „ National Council for Peace and Order ( NCPO ) „ neun seiner früheren Anordnungen, durch die die politischen Aktivitäten aller Politiker und Parteien seit dem Militärputsch 2014 eingeschränkt wurden, teilweise wieder auf. Der Nationale Rat für Frieden und Ordnung hat das Verbot der politischen Zusammenkünfte von fünf oder mehr Personen effektiv aufgehoben und es damit den Parteien ermöglicht, ab sofort wieder Versammlungen und andere politische Aktivitäten abzuhalten.

Der erfahrene Politiker Herr Chaturon Chaisang zeigte sich erleichtert über die Aufhebung der politischen Verbote und sagte, das Land seit vielen Jahren stillgestanden habe.

„ Das Land wird von einem Führer regiert, dem es an Reife mangelt und der nicht weiter untersucht werden darf. Die Menschen haben kein Recht, ihre Leiden auszudrücken. Der selbst ernannte Anführer des Landes schreit sie ständig an “, sagte er.

Herr Chaturon, der das Wahlstrategiekomitee der Thai Raksa Chart Partei leitet sagte weiter: Die Thais sollten die Anordnungen und die Leiden der Junta nicht länger tolerieren. Das schließt auch die immer weiter wachsende Kluft zwischen Arm und Reich ein. Außerdem brauche Thailand eine demokratisch gewählte Regierung, um das internationale Vertrauen in das Land wiederherzustellen, fügte er weiter hinzu.

„ Die Diktatur in Thailand muss durch eine Demokratie ersetzt werden. Wir können die Gedanken von General Prayuth Chan o-cha nicht ändern, deshalb besteht der einzige Ausweg darin, die gesamte Regierung zu ändern “, sagte er. Der Politiker, der erst kürzlich offiziell die Thaksin Pheu Thai Partei verlassen hatte, behauptete in seiner Rede, dass seine neue Partei die Probleme des Landes lösen könne.

Herr Chaturon bat General Prayuth außerdem um eine klare Erklärung darüber, dass er im Vorfeld der Wahlen als Chef der Junta keine weiteren Befehle erteilen werde, wodurch speziell nur eine Partei, die für den nationalen Rat für Frieden und Ordnung ( NCPO ) vorteilhaft ist, einen offensichtlichen Vorteil hat.

Das Treffen der möglichen Wahlkandidaten der Thai Raksa Chart Partei fand gestern im Stadtteil Thong Thani in der Provinz Nonthaburi statt. Bei der Veranstaltung waren die Führungskräfte und die wichtigen Schlüsselfiguren der Partei, darunter auch der junge Führer Herr Preechapol Pongpanit, anwesend.

Khunying Sudarat Keyuraphan, die das Wahlstrategiekomitee der Pheu Thai Partei leitet sagte gestern, es sei langsam an der Zeit, dass “ die Leute, die wirklich arbeiten können „, endlich wieder das Land führen würden.

„ In den letzten vier bis fünf Jahren haben die Menschen unter der Schuldenlast der Regierung sehr stark gelitten. Es ist an der Zeit, den politischen Parteien, die wirklich Geld verdienen und das Land führen können, wieder an die Macht kommen. Wir wollen keine Menschen in der Regierung, die nur Geld ausgeben können “, betonte sie weiter.

Außerdem wurde Premierminister Prayuth Chan o-cha auch aus seinen eigenen Reihen vor einem Wahlkampf als Kandidat für den Posten des Ministerpräsidenten gewarnt. Der Premierminister ist in seiner Eigenschaft als Regierungsbeamter gesetzlich dazu verpflichtet, seine politische Unparteilichkeit aufrecht zu halten.

Die Warnung wurde von seinem stellvertretenden Premierminister Herrn Wissanu Krea-ngam ausgesprochen, nachdem er von mehreren Reportern gefragt wurde, ob der Premierminister sich wie die anderen Politiker auch, für den Wahlkampf engagieren könnte, falls er von der regierungsnahen Palang Pracharat Partei als Kandidat für das Amt des Premierministers nominiert wird.

Der stellvertretende Premierminister Herr Wissanu Krea-ngam erklärte deutlich, dass Premierminister Prayuth Chan o-cha nach wie vor noch ein Regierungsbeamter ist. Daher ist er gesetzlich dazu verpflichtet, politisch neutral zu bleiben.

 

 

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4 Kommentare zu Bangkok: Prayuth wird von vielen Politikern kritisiert

  1. berndgrimm sagt:

    Anhang

    Wer erinnert sich noch daran welches Theater gemacht wurde weil Thanatorn

    100THB Mitgliedsbeiträge pro Mitglied kassieren wollte?

    Unerlaubte Parteifinanzierung hiess es damals.

    Jetzt kommt die Pracharath der Junta:

    PPRP 'feast' nets record cash haul Banquet woos rich, powerful backers 19 Dec 2018

    The Palang Pracharath Party (PPRP) appears to be winning favour among business leaders and the elite after the party claimed its fund-raising banquet scheduled to be held Wednesday evening achieved its… target of raising 600 million baht before the first service. If the PPRP reaped 600 million baht-plus, as claimed, that would break the record set by the Democrat Party back in 2011 when it led a coalition…
    The PPRP event, named "United Thailand", kicks off at 6pm at Impact Arena Muang Thong Thani today, with some 200 tables for a Chinese-style feast. Each table costs three million baht.
    Mr Nataphol declined to identify the benefactors but it is widely believed that many of them comprise influential business figures, high-profile politicians and VIP guests who are banking on the party…
    The PPRP is widely believed to be a political vehicle of the military regime to help Gen Prayut Chan-o-cha to return to power as prime minister again after the election. Four ministers of the Prayut… cabinet are also key executives of the party.

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    Wer veröffentlicht die Gästeliste?

    Dann wüssten wir wer Thailand wirklich regiert.

    Eigentlich müsste man ja froh sein dass diese "Partei" mal selber ein wenig Geld

    einspielt denn bisher musste der Steuerzahler die Propaganda Auftritte

    der Partei Minister bezahlen.

    Nur wird es dadurch leider noch schlimmer!

    Nicht nur dass wir die Partei Minister weiterhin bezahlen müssen,

    nein, zusätzlich werden diese Parteispenden auch noch steuermindernd wirken!

  2. Ben sagt:

    Die FFP hat ganz schön Mumm….

    Bangkok Post

    FFP targets power rejig, graft, military / Party seeks to 'change face of the country'     17 Dec 2018 at 00:46

    The Future Forward Party (FFP) has unveiled its election campaign policies targeting power decen-tralisation, flushing out corruption and downsizing the military. At a press conference in Bangkok on Sunday, the party laid out the principal issues it plans to tackle. At the top of agenda are stopping power centralisation, promoting equality through comprehensive welfare programmes and reforming education. Party leader Thanathorn Juangroongruangkit said the party champions economic advan-cements through breaking monopolies, promoting the flow of logistics and transport by train and introducing new farming technologies and ridding farmers of their debts. He added the state must function with transparency, which is achieved by suppressing corruption and placing the power to monitor the government in the people's hands. Mr Thanathorn insisted the armed forces must be downsized with a drastic cutback in troops, from 330,000 currently to 170,000, and the number of generals, from 1,600 at present to 400. Military conscription must also be abolished. The authority to purchase weapons will rest solely with the government, not the forces. The democratic pillar must be established, he said, adding the "legacies" of the coup makers would be undone and a new political order launched. "Our policies will change the face of the country entirely. We're looking further, thin-king deeper and most important of all, we are prepared to go to greater lengths to tackle the roots of the problems head-on," he said. The party also proposed increasing maternity leave and tripling the old-age pension to 1,800 baht per month. The money to finance the hike will be drawn in part from cuts in the military budget…

     

     

  3. berndgrimm sagt:

    Anhang

    Prayut's job safe even with PM nod Wissanu lays down limits on PM's campaign role 16 Dec 2018

    Gen Prayut Chan-o-cha can continue performing his duty as prime minister even after he has been nominated by a political party to be its prime ministerial candidate for the next election, said Deputy Prime…
    However, Mr Wissanu warned of the legal quagmires Gen Prayut would face if he was listed as prime ministerial candidate. The pro-regime Palang Pracharath Party (PPRP) has said Gen Prayut emerged as its… has said Gen Prayut emerged as its ideal potential candidate. For example, Gen Prayut cannot assist the party which nominated him in canvassing for votes even outside office hours. "There are also…

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    Schöne Story!

    Natürlich braucht Prayuth nach der Nominierung zum PM Kandidaten keine Reklame

    mehr für seine Militärpartei zu machen.

    Er hat ja vorher schon genug Reklame dafür gemacht.

    Genauso seine Minister von denen man das erste Mal gehört hat nachdem sie

    ihre Partei Funktionärsposten bezogen haben!

    Die Sache wird so ablaufen:

    Pracharath hat ja nur Prayuth als Wahlprogramm!

    Wenn die Nicht Militärparteien die Militärpartei kritisieren, kritisieren sie Prayuth.

    Der wird dann darauf antworten und Propaganda für sich machen.

    Er braucht nur 125+ Sitze im gewählten Parlament.

    Die erreichen die Militärpartei und die allgefälligen Mitkassierer Parteien locker.

    Welcher Richter in Thailand würde Recht gegen den "gewählten" Diktator sprechen?

    Und selbst wenn würde spätestens der Supreme Court dies revidieren!

  4. berndgrimm sagt:

    . Wir können die Gedanken von General Prayuth Chan o-cha nicht ändern, deshalb besteht der einzige Ausweg darin, die gesamte Regierung zu ändern

    So ist es. Wenns denn helfen würde! Prayuth ist nicht die einzige Nulpe in Thailand.

    Ich habe schon einmal geschrieben dass ich hier seit den ersten beiden Thaksin

    Regierungsjahren nur die Abhisit Regierung gesehen habe die hier gute Sacharbeit

    geleistet hat. Leider kam dies durch die Volksrevolutionsoper von 2010 nicht an.

    Alle Regierungen dazwischen und danach waren sachlich Kontraproduktiv!

    Aber die Probleme Thailands gehen viel tiefer. Es sind nicht nur die

    "gewählten" Politiker oder Machthaber sondern besonders die ungewählten

    in Justiz,Polizei,Behörden etc.

    So tun als ob und jede Kritik unterdrücken ist die Devise.

    Zu Selbstkritik ist man eh nicht fähig.

    Ich hatte grosse Hoffnungen in diese Mlitärdiktatur gesetzt

    weil Prayuth in seinen Freitagsmonologen das Richtige erzählt hat.

    Leider hat er aber garnix oder eben das Falsche getan.

    Er lebt in seiner eigenen Scheinwelt und kennt das reale Thailand

    garnicht. Aber noch schlimmer sind seine Kalfakter!

    Die schwänzeln um ihn rum ,tun garnix ausser ihm zuzustimmen.

    Ich sehe kein einziges Ministerium wo Sacharbeit geleistet wird.

    Es geht ausschliesslich um Machterhalt.

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