Thailand demontiert sich selbst – viele Schikanen bei der Visa-Erteilung für Rentner

Warum macht Thailand das – aus welchen Gründen? Wie beschädigt man den vormals guten Ruf eines Landes, ohne dass es dafür wichtige Gründe gibt? Wie vergrault man eine Stammklientel, aus Unkenntnis der Mentalität der westlichen Besucher? In vielen Leserforen großer Tageszeitungen und in sozialen Netzwerken kreisen diese Fragen – und sie alle drehen sich um ein heikles Thema: Warum greift die Regierung seit Monaten ausgerechnet gegen viele ausländische Gäste im Land durch, obwohl diese statistisch bei Straftaten oder sonstigen Vergehen kaum ins Gewicht fallen?

Hohe Finanzhürde für die Erteilung eines Langzeitvisums:

Beispiel 1: Die Ankündigung, dass bald jeder Inhaber eines Non-Immigrant Jahresvisums in Thailand 800.000 Baht für mindestens drei Monate auf seinem thailändischen Konto vorweisen muss, war nicht neu – aufgeschreckt worden sind viele von der Drohung der Immigrationsbehörden, dass dieser Betrag auch drei Monate nach der Visaerteilung ein weiteres Mal nachzuweisen ist.

800.000 Baht waren vor drei Jahren umgerechnet 20.200 Euro. Beim heutigen Wechselkurs von 35,25 Thai-Baht für einen Euro sind es 22.539 Baht. Das ist ein realer Kursverlust von elf Prozent. Ähnlich sieht es für Rentner aus, die eine Mindestmonatsrente in gleicher Höhe wie die aufs Jahr akkumulierten 800.000 Baht nachweisen müssten, also ein Einkommen von ca. 67.000 Baht durch Rente oder Pension.

Auch diese hohe Finanzhürde für den legalen Verbleib im Königreich ist seit Jahren bekannt. Allerdings gab es – wie in Thailand üblich – doch Möglichkeiten, mit weniger nachgewiesenem Finanzpolster seinen Langzeiturlaub auf Samui, Phuket, in Hua Hin oder Pattaya verbringen zu dürfen.

Dass in Thailand bei einem monatlichen Durchschnittseinkommen von geschätzt 12.000 bis 15.000 Baht von ausländischen Gästen mehr als das Vierfache an Finanzmitteln verlangt wird, beschäftigt insbesondere weniger betuchte Rentner. Viele griffen in der Not dankbar auf Agenturangebote zurück, die ihnen zur Visaerteilung kurzfristig das fehlende Geld liehen und danach zurückerhielten. Fast alle waren zufrieden, die Immigrationsbehörden, die Langzeitgäste, viele von ihnen geben über die langen Monate ihres Verbleibs in Thailand nachweislich mehr Geld aus als beispielsweise chinesische Kurzurlauber.

Chinesen scheinen bei Funktionären wichtiger zu sein als westliche Besucher

Thailands Junta und das ihr untergeordnete Tourismusministerium stellen dennoch seit Jahren Chinas Markt in den Fokus ihrer Werbestrategien und ernten damit bei den treuen westlichen Stammurlaubern wenig Verständnis. Erst eigene markante Fehler in der Außendarstellung, insbesondere nach dem verheerenden Schiffsunglück vor Phuket mit 48 toten chinesischen Urlaubern am 5. Juli 2018, änderten alles.

Weil Thailands starker Mann und stellvertretender Ministerpräsident Prawit Wongsuwon damals den Chinesen eine Mitschuld am tödlichen Unfall des Ausflugschiffes Phönix gab, war die Empörung im Reich der Mitte riesig. Bis heute strafen chinesische Urlauber Thailand ab – die Zahl der Ankömmlinge ist drastisch gesunken.

Von den zigtausenden Rentnern und Langzeit-Touristen in Thailand wird geschätzt die Hälfte die Forderung der Immigrationsbehörden nicht dauerhaft erfüllen können. Ohne Hilfe der Visaagenturen werden viele das Land verlassen und neue Domizile in Kambodscha, Vietnam, in Laos oder auf den Philippinen suchen müssen. „Gesindel mit wenig Geld“ sind sie nicht. Auch wenn manche betuchtere Pensionisten sich ins Fäustchen lachen und den Exodus begrüßen – Thailand verliert ein gewaltiges Stammpublikum, mit deren Budget viele Familien im Isaan oder in sonstigen ländlichen Bereichen mitversorgt wurden.

Auslieferungshäftling vor laufenden Kameras in Fußketten vorgeführt

Beispiel 2:  Der jüngste Fall des bahrainisch stämmigen Fußballers Hakeem Al Airabi, der seit November in Thailand wegen eines Auslieferungsbegehrens Bahrains in Haft sitzt, veranschaulicht das mangelnde diplomatische Fingerspitzengefühl der Thairegierung und Justiz. Der in Australien asylsuchende Sportler war während eines Urlaubs in Thailand nach einem international erwirkten Haftbefehl festgenommen worden. Seither streiten Diplomaten aus Bahrain, Australien und dem Inhaftierungsland Thailand um eine Lösung.

Nicht der Fall an sich wäre so signifikant für eine völlig unnötige Rufschädigung Thailands – es ist die brachiale Art und Weise, wie man den möglichen Abschiebehäftling öffentlich vorgeführt hat. Mit Handschellen und Fußketten schlurfte der 25jährige gestern vor das Bangkoker Gericht und die Empörung war weltweit enorm.

Hakeem Al Airabi hat in Thailand keine Straftat begangen und stellt für das Land keine Bedrohung dar. Weshalb kam keiner der involvierten hohen Politiker und Justizfunktionäre auf die Idee, den Flüchtling aus Bahrain menschenwürdig vor den Kameras auftreten zu lassen? Australiens Premierminister hat scharf protestiert und viele westliche Regierungen schlossen sich an. Der diplomatische Schaden ist mindestens so groß wie der an der Reputation Thailands.

Die australische U-23 Fußballnationalmannschaft sagte kurzfristig ein Trainingslager in Thailand ab. Indirekt forderten australische Medien einen generellen Boykott Thailands als Urlaubsland. Der Rückgang westlicher Touristen ist an vielen Stränden unübersehbar. Nur ein Sturm im Wasserglas, der bald in sich zusammenfällt? So einfach scheint es nicht mehr zu sein, nach der Häufung ähnlicher Skandale und einer erkennbar härteren Gangart Thailands gegen Ausländer.

An Koh Samuis Stränden, in Bangkoks City, auf Phuket und auch im Touristenort Pattaya mit seinem illustren Nachtleben, überall dort zeigt sich der beginnende Niedergang des Tourismus guter alter Tage. Westliche Urlauber machen sich rar, sogar in den Hochsaisonmonaten Januar und Februar bleiben viele Tische und Liegen in Thailands Topdestinationen leer. Umweltverschmutzung an vielen Ständen, ein im Weltvergleich gefährlicher Straßenverkehr, Raubrittertum durch Taximafiosi, ein teils unverständlicher Bauwahn in einst idyllischen Tourismus-Gebieten, die Argumente ließen sich fortführen. Es sind nicht Thailands Menschen, nicht die von vielen geliebte Kultur und die überragenden kulinarischen Angebote, die auf dem Prüfstand stehen.

Es ist die Politik und die Außendarstellung des Landes, die kein positives Echo findet bei der kritischen westlichen Tourismusgemeinde.

Qantitätstourismus anstelle des viel gepriesenen Qualtitätstourismus

Das Wort Qualitätstourismus haben Thailands Funktionäre seit Jahren so oft strapaziert, dass es heute fast eine negative Bedeutung erhalten hat. Quantitätstourismus mit zweifelhaften Statistikrekorden muss Thailands Journaille seit Jahren vermelden. Kalte Jubelzahlen anstelle von Charme, Gigantomanie statt umweltorientierter Strategie, kein erkennbares Wahrnehmen der unübersehbaren Problematik mit ihren Langzeitfolgen.

Bangkoks vorübergehender Shutdown durch tagelangen gefährlichen Smog schien wie das Sinnbild einer verstörenden Neuzeit. „Was ist nur aus meinem guten alten Thailand geworden“, klagte jüngst ein amerikanischer Rentner (73), der seine Koffer packte und wieder nach Florida zurück ausgewandert ist. Er lebte zwölf Jahre in Hat Yai in Südthailand, war bei Thais hochgeachtet, gab jährlich mehr als eine Million Baht für sein Leben aus.

Sein Miethaus steht leer, seine Stammkneipe wird in wenigen Wochen schließen. „Big Bob“, wie ihn seine Freunde riefen, hat wegen wiederkehrender Schikanen bei der Visaerteilung und gefühlter mangelnder Wertschätzung kapituliert. Thailand liebte ihn nicht und irgendwann empfand er genauso.<

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Udo Boos
Gast
Udo Boos
20. Mai 2022 11:21 pm

I am a German Farang in this country.I would like to say something about Thailand's

politic,but I do not want to go to Monkey House.

Siamfan
Gast
Siamfan
10. März 2022 3:07 pm

Schon wieder ist eine Antwort verschwunden! 

Die TMB Bank hat keine Probleme mit Farangs und auch nicht mit Rentnern!!! 

Das hat nur die eine….  Dame,  die vor wenigen Monaten in die Filiale versetzt (warum auch immer)  wurde. 

Ich hatte bis heute ~20.000.000 TB Umsatz in der alten und neuen Bank. 

Soviel wird die….  Dame nie mit sauberer Arbeit verdienen,  zumal bei mir jedes Jahr etwa eine weitere Mio dazu kommen wird. 

Die Lächerlichkeit von STIN Verdreherei wurde innerhalb 1 Minute widerlegt,  als meine Frau bei der Zentrale der in Bkk angerufen hatte. 

Das Gleiche gilt für alle anderen Banken bei STINs Behauptungen. 

Zum Beispiel die Bangkok  hat sich um 180° gedreht und bläst jetzt Farangs überall Puderzucker rein. 

Egal ob als kleinster Soldat,  Amrsrat,  oder als Schüler/Student wäre mur das in D bei der Bank nicht passiert! 

Sie hat nicht nur das Ansehen der Bank mit Füßen in den Dreck getreten,  auch das des Königreiches!!! 

Wenn ein Soldat in D das Ansehen der BRD  beschädigt hatte,  wurde er bei einer Disziplinarmaßnahme zusätzlich bestraft worden. 

Daran ändert sich auch nichts,  wenn sie sich von jemaden dazu hat Übereden lassen,  im Gegenteil,  ich denke damit ist die Schnittstelle zur organisierten Kriminalität überschritten!!! 

Ich habe meine Frau gebeten, nochmal in BKK anzurufen,  macht sie aber nicht. 

Das ganze Fehlverhalten mit dem offensichtlichen Betrug einer anderen Beamten zu "entschuldigen", ist wieder typisch STIN! 

Die Antwortfunktion am Phone "klemmt", wenn man sie anklickt und es tut sich gar nichts. 

Das hat mit Ihrer Schikanen-Schrauberei überhaupt nichts zu tun,  zu dem Sie das hier nicht mitgeteilt haben. 

Wenn es "klemmt", muß man durch zoomen,  den ganzen Bereich von der "Antwortfunktion,  bis zum Ende der Antwortmaske auf dem Screen sehen kann. 

Das gelingt mir meist beim6. -9.Mal und dann ich anfangen zu antworten. 

Das habe ich schon zigmal so detailiert dargestellt,  wurde aber zensiert,  gelöscht,  nicht beachtet,  ….

 

Mich würde mal interessieren,  wenn Ausländer,  Reiche,  mit workpermit,  Unternehmer, …. reagieren,  wenn sie das zu lesen bekommen! 

Wie geschrieben und gelöscht,  wird mich meine Frau,  bis zur Verlängerung meines RetirementVisa begleiten. 

Das mit dem 100.000 TB-Betrug, wäre auch bei mir möglich und ich glaube es wurde auch schon mal ein Mann entlassen!?!? 

Wie schonmal geschrieben und gelöscht,  habe ich zu den meisten Bankbeamten großes Vertrauen. 

Für die und auch für alle die nachkommen werden (mein Sohn hat das schonmal als Berufswunsch geäußert),  werde ich hier weiterhin den Finger in die Wunde halten, auch wenn es tatsächlich (siehe Kommentar STIN) einen Anstifter gab. 

BankMitarbeiter,  die sich bestechenlassen und Fake-Statements ausstellen,  müssen mit Stumpf und Stil ausgerottet werden.