Petroleumproduzent testet smartes Solar-Stromnetz mit Blockchain-Technologie

Ein Petroleumproduzent Bangchak aus Thailand will ein smartes Stromnetz für den Betrieb seiner Tankstellen testen. Mithilfe von Batteriespeichern will man so nicht nur den Stromverbrauch, sondern vor allem Abgase in der Millionenstadt Bangkok herunterschrauben.

Schüler bekommen smogfrei. Bewohner wagen sich nur mit Atemschutz auf die Straße. Drohnen versprühen Wasser in die Luft, um die Abgase zu bändigen. Wenn die thailändische Hauptstadt Bangkok derzeit ein Problem plagt, dann ist es die Luftverschmutzung. Seit mehreren Monaten ächzt die Millionenstadt unter dem stärksten Smog seit Langem.

Bangchak, einer von Thailands größten Petroleumproduzenten, will nun seinen Teil an der Ausnahmesituation beisteuern und testet ein smartes Stromnetz. Wie der Branchendienst Microgrid Knowledge berichtet, prüft Bangchak derzeit in einem Pilotprojekt, wie sich Stromverbrauch und Abgase mithilfe eines blockchainbasierten Stromverteilers optimieren lassen.

Hierfür hat der Petroleumhersteller nun die Solar-Anlagen einer seiner Tankstellen in Bangkok mit einem in der Nähe gelegenen Einkaufszentrum verbunden. Batterien sollen den Sonnenstrom speichern, um diesen mithilfe der Blockchain-Plattform auf beide Gebäude zu verteilen. Technisches Rückgrat des Projektes ist eine Ethereum-Blockchain des US-Dienstleisters Green Community Energy Management Systems (GEMS).

Bewährt sich der Pilotversuch in Bangkok, könnte das System anschließend auch im landesweiten Netz der Bangchak-Tankstellen Anwendung finden, erklärt Wuthipong Suponthana vom Energieunternehmen Leonics. Dieses koordiniert das Projekt gemeinsam mit dem Tankstellenbetreiber.

Unser Kunde Bangchak möchte das entsprechende Know-how für die Gestaltung und die Nutzung von Microgrid-Systemen sammeln. Damit werden die Kosten für die Energiespeicherung sinken und Bangchak will bereit sein, die Systeme einzusetzen,

beschreibt Suponthana die Vorzüge der Blockchain-Plattform.

Strom sparen dank smarter Netze

Neu ist die Idee intelligenter Stromnetze jedoch nicht. Vielmehr haben in den vergangenen Jahren weltweit bereits zahlreiche Pilotprojekte gezeigt, dass Bangchaks Vision Früchte tragen kann. So betreibt das New Yorker Energieunternehmen LO3 Energy mithilfe von Siemens bereits seit vergangenem Jahr ein smartes Microgrid im Stadtteil Brooklyn. Hier handeln Nachbarn mithilfe einer Blockchain-Plattform mit dem Solarstrom ihrer Häuser.

Aber auch über Microgrids hinaus sollen Blockchain-Stromnetze künftig zum Einsatz kommen. An der chinesischen Eliteuniversität Fudan arbeitet man derweil an einer dezentralen Strombörse. Diese soll es Teilnehmern erlauben, ohne Mittelsmann untereinander Strom zu tauschen und zu handeln. Erneuerbare Energien erleben im Reich der Mitte derzeit einen Boom. Diese jedoch zu speichern und bedarfsgerecht in das Stromnetz einzupflegen, gestaltet sich hingegen immer wieder als Herausforderung.

Hierunter ächzt auch das Bundeswirtschaftsministerium in der Umsetzung seines Jahrhundertprojektes Energiewende. Künftig will man sich hier die Vorzüge smarter Netze ebenfalls zu eigen machen. Bei einem in der vergangenen Woche vom Ministerium ausgeschriebenen Praxistext soll sogenannte Smart-Meter–Technologie zum Einsatz kommen, um verschiedene Produktionsanlagen, Speicherbatterien und Verbraucher miteinander zu verknüpfen. Die Machbarkeitsstudie soll prüfen, wie Blockchain-Technologie zum Wechsel auf erneuerbare Energien beitragen kann.

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SF
Gast
SF
12. März 2019 10:17 pm

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Da es schon Tausende Pilotprojekte gibt,  sollte es ja auch links zu positiven Abschlussberichten geben. 

Oberflächlich hört sich das sehr nach dem kaputten System in D an!