Der Zustand der Erde verschlechtert sich rapide – Chiang Mai ein negatives Beispiel

Superkeime, Luft- und Wasserverschmutzung, zerstörte Ökosysteme und massives Artensterben: Um den Zustand unserer Erde ist es derart schlecht bestellt, dass immer mehr Menschen unter großen gesundheitlichen Problemen leiden und sogar daran sterben. Das ist die Quintessenz des Global Environment Outlook (GEO), einer Studie der Vereinten Nationen, die im Rahmen der UN-Umweltkonferenz in der kenianischen Hauptstadt Nairobi veröffentlicht wurde. Das Video oben zeigt die zurzeit immense Luftverschmutzung im Norden von Thailand.

Die rund 250 Wissenschaftler aus 70 Ländern, die sechs Jahre lang am GEO zum Zustand der Erde gearbeitet haben, rechnen vor, dass ein Viertel aller Erkrankungen und vorzeitigen Todesfälle weltweit durch Umweltverschmutzung sowie die fortschreitende Zerstörung von Ökosystemen verursacht wird. Demnach waren allein 2015 neun Millionen Tote darauf zurückzuführen.

Dringendes Handeln ist notwendig

„Entweder wir verbessern den Umweltschutz drastisch, oder Millionen von Menschen werden in Städten und Regionen in Asien, dem Nahen Osten und in Afrika bis Mitte des Jahrhunderts vorzeitig sterben“, schreiben die Verfasser der am Mittwoch vorgestellten Studie. Der Glaube an stetes Wirtschaftswachstum werde angesichts von künftigen Todesraten, Arbeitsausfällen und Gesundheitskosten sinnlos, so die Forscher.

Serbien/Belgrad

Für die GEO-Studie wurden anhand von Datenmaterial die Auswirkungen von Umwelteinflüssen auf die Entwicklung von mehr als hundert Krankheiten weltweit ausgewertet. Das Ergebnis: Die zunehmende Umweltverschmutzung leiste einer weltweiten Epidemie Vorschub, die immer größere wirtschaftliche Schäden verursache.

Millionen Tote durch Luftverschmutzung

So verursachten verseuchtes Trinkwasser und dürftige Sanitäranlagen jährlich den Tod von rund 1,4 Millionen Menschen. Noch gefährlicher sei die Luftverschmutzung, der jährlich zwischen sechs und sieben Millionen Menschen zum Opfer fielen. In Gewässer geleitete Chemieabfälle hätten generationenübergreifende Gesundheitsfolgen. Die Zerstörung von Böden durch industrielle Landwirtschaft und Abholzung betreffe bereits heute Regionen, in denen 3,2 Milliarden Menschen leben.


Chiang Mai/Thailand

Zugleich öffne sich die Schere zwischen Armen und Reichen immer weiter, warnen die Experten. Übermäßiger Konsum, Lebensmittelverschwendung und Verschmutzung in den Industrieländern führe in ärmeren Ländern zu Hunger, sich verschärfender Armut und Krankheiten.

Superkeime durch massiven Antibiotika-Einsatz

Darüber hinaus weisen die Wissenschaftler auch auf die fatalen Folgen von massivem Antibiotika-Einsatz in der Lebensmittelproduktion hin. Bis Mitte des Jahrhunderts könnten daraus resultierende Resistenzen dazu führen, dass Super-Bakterien zur Hauptursache für vorzeitige Todesfälle würden.

In einer Handlungsanweisung an die Politik heißt es in dem Bericht: „Es ist dringendes Handeln in einem beispiellosen Ausmaß notwendig, um die Situation zu stoppen und umzukehren.“ Allerdings gebe es noch kein internationales Vertragswerk zum Umweltschutz vergleichbar mit dem Pariser Klimaabkommen. Die Lage sei aber nicht aussichtslos, schreiben die Forscher. So seien etwa bei der Verschwendung von Lebensmitteln wirkungsvolle Gegenmaßnahmen möglich.
Folgen laut Experten kaum absehbar.

Mit dem Pariser Abkommen von 2015 wurde beschlossen, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad. Derzeit steuert die Erde allerdings auf eine Erwärmung von mindestens drei Grad zu. Die Folgen von Umweltzerstörung wie Abholzung der Wälder, Luftverschmutzung und industrieller Lebensmittelproduktion seien dagegen bis heute kaum absehbar, heißt es im GEO-Bericht. kaum absehbar, heißt es im GEO-Bericht.

Ein Drittel der Lebensmittel landet im Müll

Lebensmittelverschwendung habe einen Anteil von neun Prozent an der weltweiten Treibhausgasen-Emission. Derzeit landeten weltweit ein Drittel aller Lebensmittel im Müll, in den reicheren Ländern liege die Quote bei 56 Prozent. Diese Probleme könnten durch Müllvermeidung und Fleischverzicht relativ schnell begrenzt werden, so der Rat der Forscher.

 

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