Bangkok: Gewalt in Krankenhäusern – Ministerium plant Massnahmen

Das Gesundheitsministerium plant strenge Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit in den staatlichen Krankenhäusern, da die Gewalt in den letzten sieben Jahren sehr stark zugenommen hat. Dr. Sukhum Kanchanapimai, der Staatssekretär des Gesundheitsministeriums sagte gestern (7. Mai), dass bisher 51 Vorfälle in den staatlichen Krankenhäusern zu insgesamt 10 Todesfällen und zu 56 Verletzten geführt haben.

Dr. Sukhum hielt gestern ein Seminar zu diesem Thema ab und präsentierte den Teilnehmern dabei auch schon erste Lösungswege.

Zu den ersten von Dr. Sukhum vorgeschlagenen Lösungen zur Erhöhung der Sicherheit in den staatlichen Krankenhäusern zählen:

  • ein Überblick über die Anordnung der Notfallstationen,
  • Doppeltüren mit kontrolliertem Zugang,
  • zusätzliche Überwachungskameras
  • und der Lebensversicherungsschutz von 2 Millionen Baht pro Kopf für das medizinische Personal auf den Notfallstationen.

Dr. Sukhum erklärte dazu, dass alleine zwischen den Jahren 2012 bis 2019 51 gewalttätige Vorfälle in den staatlichen Krankenhäusern stattgefunden hätten. Dabei kam es zu 18 Schlägereien, 19 Angriffe auf medizinisches Personal, einen Fall von Sachschaden, einen Fall von Störungen, sechs Selbstmorde und sechs weitere Fälle.

Solche Vorfälle hätten zu drei Todesfällen und 13 Verletzungen bei medizinischem Personal und sieben Todesfällen und 43 Verletzungen bei Angehörigen der Öffentlichkeit geführt.

Die Zahl der Vorfälle habe sich im Laufe der Jahre immer weiter erhöht, erklärte Dr. Sukhum.

  • Im Jahr 2012 gab es einen Zwischenfall,
  • im Jahr 2013 gab es keinen Zwischenfall,
  • im Jahr 2014 wurde ein Zwischenfall gemeldet,
  • im Jahr 2015 wurden bereits sieben Zwischenfälle bekannt,
  • im Jahr 2016 waren es vier,
  • im Jahr 2017 wurden gleich zehn Zwischenfälle bekannt,
  • im Jahr 2018 waren es bereits 17 Zwischenfälle,
  • und alleine in den ersten vier Monaten des Jahres 2019 wurden schon 11 Zwischenfälle aus den staatlichen Krankenhäusern gemeldet.

Zu den aktuellen Sicherheitsmaßnahmen in den Notaufnahmen gehören Wachdienstmitarbeiter, Alarme, die das Personal um Hilfe bitten, Sicherheitsübungen und ein gewisses Selbstverteidigungs-Training. Weitere Maßnahmen werden noch hinzugefügt, betonte Dr. Sukhum.

Die Abteilung „ Design and Construction „ des „ Department of Health Service Support „ wurde aufgefordert, die Pläne für die Notfallabteilung zu überprüfen. Die Mitarbeiter der Abteilung sollen dabei sicherstellen, dass mindestens zwei Eingänge vorhanden sind, deren Türen geschlossen und mit einem Schlüsselkartenzugriffssystem ausgestattet werden können. Zusätzlich sollen an den wichtigen Positionen in und um die Notfall Stationen weitere Überwachungskameras (CCTV – Kameras) installiert werden, sagte er.

Das Ministerium erwäge auch den Abschluss einer Lebensversicherung für das medizinische Personal in den Notaufnahmen. Dabei soll es sich um eine Entschädigung von 2 Millionen Baht pro Kopf handeln, sagte er weiter.

Der Assistent des Ärzterats des thailändischen Generalsekretärs Herrn Passakorn Wanchaijiraboon sagte auf dem gleichen Seminar, dass der Rat am 20. April eine Sicherheitsumfrage für 1.726 medizinisches Personal (über die Hälfte davon waren Krankenschwestern in den Zwanzigern) durchgeführt hatte.

Rund 51,5 Prozent der Befragten gaben dabei an, im Durchschnitt ein bis dreimal pro Jahr eine Form von Gewalt erlebt zu haben. In der Umfrage wurde ebenfalls festgestellt, dass die Gemeindekrankenhäuser die meisten Vorfälle miterlebt hatten, etwa vier bis sechs Vorfälle pro Jahr. Dagegen wurden aus den Krankenhäusern, die von der Polizei oder der Armee betreut wurden, „ nur „ ein bis drei Vorfälle pro Jahr gemeldet.

Rund 48,4 Prozent der Vorfälle hätten zu normalen Verletzungen geführt, wogegen 26,9 Prozent zu einem Organverlust oder sogar zum Tod geführt hätten, gaben die Befragten an.

Bei 96 Prozent der genannten Fälle war der Rausch der Hauptfaktor. Deswegen sprachen sich 97,2 Prozent der Befragten sogar dafür aus, dass sie ein Verbot für betrunkene Personen, die in die Notaufnahme gehen wollen, begrüßen würden.

Die Umfrage ergab weiter, dass 54,9 Prozent das Risiko von Gewalt als einen wesentlichen Faktor für den Rücktritt von medizinischem Personal einschätzen würden.

Der stellvertretende Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Herr Kosolwat Inthuchanyong, sagte, dass der Eingriff in die Notaufnahme eines Krankenhauses mit einer Haftstrafe von 3 bis 15 Jahren zu bestrafen sei. Er fügte hinzu, dass vor allem der Angriff auf einen behandelnden Patienten, als versuchter Mord geltend gemacht werden könnte.

Das Eindringen in die Notaufnahme eines Krankenhauses unterliege zusätzlich auch noch einer zivilrechtlichen Schadensersatzklage, fügte er weiter hinzu.

Gegenwärtig laufen bereits Gerichtsverfahren in Bezug auf vier Fälle von mutmaßlichen Eindringen in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Eine unbekannte Anzahl ähnlicher Fälle werde ebenfalls vom Staatsanwalt wegen Anklage geprüft, fügte er weiter hinzu.

 

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