Thailand ist wegen drohender Schweinepest auf Alarmstufe Rot

Thailand, einer der führenden Schweinefleischproduzenten Asiens, ist wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest auf Alarmstufe Rot. Das Königreich bemüht sich verstärkt darum, ein tödliches Schweinefleischvirus abzuwehren, das bei seiner Ausbreitung in der Region ein großes Chaos anrichtet.

Die Afrikanische Schweinepest – eine Krankheit, die fast alle von ihr befallenen Schweine tötet – hat sich in Asien von China und der Mongolei nach Vietnam bis in das Nachbarland Kambodscha ausgebreitet. Millionen von Schweinen wurden getötet, was zu einem weltweiten Proteinmangel führte und den Bauern und Lebensmittelunternehmen Verluste in Milliardenhöhe bescherte.

“ Wir sind in Alarmbereitschaft für das Schweinevirus „, sagte Anan Suwannarat, der ständige Sekretär im thailändischen Landwirtschaftsministerium, in einem Interview mit den thailändischen Medien. “ Wir versuchen alles, um die Ausbreitung nach Thailand zu verhindern „, betonte er weiter.

Thailand hat nicht nur die Kontrollen an Flughäfen und Grenzkontrollpunkten verschärft, sondern auch illegale Schlachthäuser und Händler unter Druck gesetzt und strengere Anforderungen für die Meldung von toten Schweinen gestellt. Die Behörden haben auf den Flughäfen und an den Grenzen kontaminierte Schweinefleischerzeugnisse entdeckt. Bei Kontrollen auf Farmen wurden bisher jedoch noch keine Fälle des Schweinevirus festgestellt.

China, der größte Erzeuger und Verbraucher von Schweinefleisch, versucht seit August, den Ausbruch einzudämmen. Ohne Impfstoff breitet sich das Virus jedoch sehr schnell weiter aus.

Die in Asien verbreitete afrikanische Schweinepest ist unbestreitbar schlimm und tötet praktisch jedes von ihr infizierte Schwein durch eine hämorrhagische Krankheit, die an Ebola beim Menschen erinnert. Es ist jedoch nicht bekannt, dass es Menschen ebenfalls krank macht.

Vietnam, Südostasiens größter Schweinefleischproduzent, entdeckte seinen ersten Fall im Februar. Kambodscha – zwischen Vietnam und Thailand eingeschlossen – berichtete weniger als zwei Monate später über seine erste Infektion. Die Medien sprechen bereits von einem wirtschaftlichen Risiko für die betroffenen Länder.

“ Den Ausbruch zu verhindern, ist unsere nationale Agenda „, sagte Cheerasak Pipatpongsopon, der stellvertretende Generaldirektor der thailändischen Viehzuchtbehörde. “ Selbst wenn es in das Land kommt, werden wir den Ausbruch schnell eindämmen, um den Schaden für die Branche so gering wie möglich zu halten „, fügte er hinzu.

Das thailändische Landwirtschaftsministerium schätzt, dass ein Ausbruch die thailändische Wirtschaft mehr als 1 Milliarde US-Dollar kosten könnte, wenn mehr als 50 % der Schweine des Landes infiziert sind. Das könnten fast 2 Milliarden US-Dollar sein, wenn 80 % infiziert wären. Die thailändische Regierung genehmigte letzten Monat ein Budget von 4,7 Millionen US-Dollar, um die Nation auf einen möglichen Ausbruch vorzubereiten.

“ Kein Land ist wirklich sicher „, sagte Dirk Pfeiffer, ein Professor an der Abteilung für Infektionskrankheiten und öffentliche Gesundheit der „ City University of Hong Kong „. “ Wie in jedem Land der Region und darüber hinaus besteht auch in Thailand ein hohes Risiko, dass das Virus eingeschleppt wird „, warnte er ebenfalls.

Thailand produziert jährlich über 2 Millionen Schweine und exportiert rund 40 % nach Kambodscha, Laos und Myanmar. Laut Cheerasak werden keine lebenden Schweine oder Schweinefleisch importiert, und jetzt dürfen Besucher keine verarbeiteten Schweinefleischprodukte mehr ins Land bringen.

Seit August wurden Schweinefleischprodukte an den Flughäfen und an den Grenzen 550 Mal konfisziert. Laut den Angaben der Viehzuchtbehörde wurde das Virus bisher schon 43 Mal entdeckt.

Der „ Thai Swine Raisers Association „ zufolge bemüht sich die Regierung, die Krankheit aus dem Land fernzuhalten. Der Präsident der Gruppe, Surachai Sutthitham, sagte, er sei “ zuversichtlich, dass Thailand sich von dem Virus fernhalten kann „.

Die porösen Grenzen erhöhen allerdings das Risiko erheblich, dass die Krankheit doch noch ins Land gelangt. Das Virus kann lange Zeit in ungekochtem Fleisch überleben, und Schweine können sich anstecken, wenn kontaminierte Lebensmittel in ihr Futter gelangen. Aber in Thailand kommt es nur selten vor, dass man die Schweine mit kontaminierten Lebensmitteln füttert, sagte Cheerasak.

Ein Ausbruch in Südostasiens zweitgrößter Volkswirtschaft könnte ein Risiko für große Lebensmittelunternehmen wie Betagro Pcl und Charoen Pokphand Foods Pcl darstellen. Davon wären dann rund 180.000 Kleinbauern bedroht. Dies würde auch eine unmittelbare Herausforderung für die Regierung darstellen, die bald nach den Parlamentswahlen im März gebildet werden soll.

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Optionally add an image (JPEG only)