Bangkok: Bis zu 120 Millionen Baht wenn Abgeordnete für Prayuth stimmten

Die Sprecherin der Future Forward Partei, Frau Pannika Wanich und 13 weitere Parteimitglieder gaben gestern bekannt, dass ihnen riesige Geldsummen bis zu 120 Millionen Baht zur Wahl von General Prayuth Chan o-cha als neuem Premierminister angeboten wurden.

Zu den Abgeordneten, die die Behauptung aufstellten, gehörten Anawin Ratanasataporn, Taophipob Limchitrakorn, Thitinan Saengnark, Thongdang Benjapak und Theerachai Phanthamat.

Frau Pannika sagte, es gäbe keine Möglichkeit, dass die Pro-Junta Phalang Pracharath Partei eine stabile Regierung mit nur 150 Sitzen im Unterhaus bilden könne, weshalb sie vielen Parteien im Austausch für ihre Stimmen für Prayuth riesige Summen angeboten habe.

Herr Anawin, ein Abgeordneter aus Pathum Thani sagte, er sei sogar zweimal darauf angesprochen worden, seine Stimme für Prayuth zu verkaufen. Die Person, die er nicht identifizieren wollte habe ihm zunächst 25 Millionen Baht für seine Stimme für Prayuth angeboten. Als er das Angebot ablehnte, habe die Person das Angebot auf 60 Millionen im Austausch für seine Stimme ebenfalls abgelehnt.

Der Abgeordnete von Bangkok, Herr Taopiphob Limchitrakorn gab ebenfalls bekannt, ihm seien erstmals 30 Millionen Baht von jemandem angeboten worden, den er kenne. Schließlich wurde das Angebot auf 50 Millionen Baht, dann auf 70 Millionen Baht und schließlich in der vergangenen Woche sogar auf 120 Millionen Baht erhöht, als Gegenleistung für seine Stimme, aber er lehnte alle Angebote sofort ab.. Er erklärte gegenüber der Presse, dass er jedoch mit der Aussage geantwortet habe, Demokratie könne nicht gekauft werden.

Der Kandidat aus Khon Kaen, Herr Thitinan bestätigte ebenfalls, dass ihm zunächst 55 Millionen Baht plus eine monatliche Zahlung für seine Stimme für Prayuth angeboten wurden. Der Abgeordnete Herr Thongdang aus Samut Sakhon sagte, er habe bis zu 75 Millionen Baht angeboten bekommen, dies jedoch ebenfalls abgelehnt.

Frau Pannika bestätigte, dass den Abgeordneten von der Future Forward Partei zwischen 5 und 120 Millionen Baht angeboten wurden. Gleichzeitig fügte sie noch hinzu, dass einige Mitglieder der Partei sogar bedroht wurden, wenn sie sich weigerten, für General Prayuth zu stimmen.

Parteisprecherin Frau Pannikar Wanich behauptete auch, dass ein Parteimitglied Morddrohungen erhalten habe, wenn es sich weigere, die Bestechungsgelder anzunehmen.

Sie sagte weiter, dass es im Parlament viele Makler gebe, die die Junta an der Macht halten wollten. Auf Nachfrage von Journalisten weigerte sie sich jedoch, die Namen preiszugeben, um die Abgeordneten nicht zu gefährden.

„ Die Aufgabe eines Abgeordneten ist es, die Interessen der Bevölkerung zu schützen und eine Regierung zu bilden, die anhaltende Probleme lösen kann. Ihre Aufgabe ist es nicht, sich anderen Abgeordneten im Austausch für 400 oder 500 Millionen Baht anzuschließen. Wir von der Future Forward Partei werden weiter zusammenhalten, da wir dieselbe Ideologie teilen. Wir haben keine Verräter in unserer Partei “, betonte Frau Pannika.

Sie sagte jedoch, dass die Partei die Identität des „ Vermittlers “, der die Angebote unterbreitet hatte, aufgrund der Morddrohungen gegen die angesprochenen Abgeordneten nicht offen legen würde.

Sie sagte, dass die Höhe der Angebote dem Gesetz von Angebot und Nachfrage entspreche, fügte jedoch hinzu, dass es unter den Abgeordneten der Partei keine „ Kobras “ gebe.

Die Sprecherin warnte gleichzeitig die Mitglieder der Partei davor, dass jeder Abgeordnete, der für General Prayuth stimmt, sofort aus der Partei ausgeschlossen wird.

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10 Antworten zu Bangkok: Bis zu 120 Millionen Baht wenn Abgeordnete für Prayuth stimmten

  1. Avatar Raoul Duarte sagt:

    NIDA-Umfrage: Mehrheit schenkt den FFP-Behauptungen keinen Glauben

    53% aller Befragten meldeten grundsätzliche Zweifel an den angeblichen Vorkommnissen an. Selbst diejenigen, die sich Bestechungs-Versuche vor der Wahl Prayuths zum 29. Premierminister vorstellen könnten, bezweifeln, daß die behaupteten Geldsummen von bis zu 120 Millionen THB tatsächlich geboten wurden: 21,7%.  Nur 15,23% aller Befragten schenken den 13 FFP-Abgeordneten uneingeschränkt Glauben.

    Demnach halten fast 75% der 1,267 Teilnehmer die Aussagen der Future Forward teilweise oder vollständig für Lügen.

    Ein niederschmetterndes Ergebnis in Sachen Glaubwürdigkeit für eine neue Gruppierung, die vollmundig angekündigt hatte, sie wolle für mehr Ehrlichkeit im Parlament sorgen.

  2. Avatar Raoul Duarte sagt:

    Die Wahl-Kommission hat der Beschwerde des Aktivisten Srisuwan angenommen.

    Sollten die 13 Abgeordneten der Future Forward – so seine Argumentation – die angeblichen Korruptions-Versuche nicht mit den Namen der Leute untermauern, würden sie ihren Status als Abgeordnete verlieren und könnten mit einer Geldstrafe von jeweils 50,000 THB bestraft und für fünf Jahre aus der Politik verbannt werden.

    Man wird sehen, wie sich diese Posse weiter entwickeln wird.

  3. Avatar SFdasistmeinemeinung sagt:

     

    Auch das ist wieder eine Fakeueberschrift der HF (HistoryFaker).

    In der Zukunft wird das und aehnliche Ueberschriften benutzt um den vollzogenen Stimmenkauf zu belegen!

  4. Avatar Raoul Duarte sagt:

    Berichtigung:     

    Der "Aktivist" Srisuwan hat unter anderem gegen den FF-Abgeordneten Taopiphop (das ist dieser schräge "Craft-Beer"-Brauer) nun, wie selbst die "Bangkok Post" berichtet, Anzeige erstattet.

    Die angeblichen und nicht offengelegten Bestechungs-Versuche verstoßen seiner Auffassung nach gegen …

    Ich denke, daß diese Sache noch lange nicht ausgestanden ist – und freue mich, daß die Aktion von der Vereinigung zum Schutz der thailändischen Verfassung gestartet wurde.

    Watum der Beitrag vorzeitig abgesendet wurde und auch innerhalb der normalerweise dafür vorgesehenen Zeit nicht mehr korrigiert werden konnte, kann ich nicht erklären.

  5. Avatar Raoul Duarte sagt:

    Während sich die FF-Partei des milliardenschweren Söhnchens und Thaksin-Kumpels Thanathorn an der Streuung der Gerüchte über angebliche Korruptions-Versuche abarbeitet, ist die vom kriminellen Milliardärs-Flüchtling Thaksin aus dem Ausland geführte PT-"Partei" vollauf damit beschäftigt, neue "Führer" zu finden, die als solche auch öffentlich und im Parlament agieren dürfen.

    Weder Viroj, Sudarat oder Chaikasem, die bisher als solche fungierten (Sudarat wollte zunächst sogar PM werden), können solche Ämter bekleiden, da sie alle keine Parlaments-Mitglieder sind.

    Alles nur Ablenkungsmanöver der wegen der jetzigen Situation völlig kopflosen "PolitikerInnen".

  6. Avatar Raoul Duarte sagt:

    Solange weder die Namen des ominösen "Vermittlers" noch die der angeblichen "Geldgeber" genannt werden (können), muß man diese Behauptungen auch als solche kennzeichnen.

    Da es sich bei den angeblichen Bestechungs-Versuchen ebenso wie bei den behaupteten Mord-Drohungen jeweils um Straftaten handelt, begehen die Parteien mit ihrer Weigerung, die Namen offenzulegen, ihrerseits Straftaten – das sollten sie bedenken.

    Solange es für derlei Geschehnisse keine Beweise gibt, darf man annehmen, daß diese Anschuldigungen einzig und allein den Zweck haben, die Wahl-Gewinner zu diskreditieren, um mit der eigenen Niederlage besser zurechtzukommen.

    Eine Taktik, die man von anderen kriminellen Gruppierungen kennt.

    • STIN STIN sagt:

      Da es sich bei den angeblichen Bestechungs-Versuchen ebenso wie bei den behaupteten Mord-Drohungen jeweils um Straftaten handelt,

      soweit ich informiert bin, ist diese Bestechung in TH nicht strafbar. In D wäre es strafbar, in der Schweiz aktuell auch noch nicht.
      Ich weiss das deshalb, weil man auch 2008 Newin mit 40 oder 50 Millionen Baht in das Lager der Demokraten geholt hat und
      darüber auch dann öffentlich diskutierte.

      Sollte natürlich verboten werden.

      • Avatar Raoul Duarte sagt:

        Aktive wie passive Korruption ist nach thailändischen Gesetzen verboten. Daß sie – wie etwa bei Newin und anderen – in der Vergangenheit nicht immer geahndet wurde, liegt wohl eher daran, daß diese Machenschaften zwar öffentlich diskutiert wurden, aber nicht wirklich nachzuweisen waren.

        Hier liegt es aber völlig anders: Die (angeblich) "bestochenen" Politiker haben ja alle übereinstimmend erklärt, sie seien auf die Korruptions-Versuche nicht eingegangen – demnach bliebe es für beide Seiten (so die Geschichten denn der Wahrheit entsprechen würden) zunächst einmal ohne Folgen.

        Die öffentliche "Beschuldigung" eines politischen Gegners, "korrupt" zu sein, bleibt davon unberührt und strafbewehrt. Man wird sehen, wie sich die Strafverfolgungsbehörden hierzu verhalten, zumal unser zur Zeit "politisch beurlaubter" Milliarden-Erbe zu "Interviews" international einlädt – und diese Gerüchte weiter öffentlich wiederholt.

        • STIN STIN sagt:

          Aktive wie passive Korruption ist nach thailändischen Gesetzen verboten.

          wenn es legal ist, ist es keine Korruption. Es gibt in TH wohl kein Gesetz, dass es verbietet, Abg.
          zu bezahlen, damit sie sich einer bestimmten Partei zuwendet.

          In der Schweiz will man das erst aktuell ändern, bisher wohl auch noch nicht passiert.

          Auch in D sind die Abg. wesentlich freier in der Teegeld-Annahme, als woanders.

          https://www.deutschlandfunk.de/der-gekaufte-volksvertreter.724.de.html?dram:article_id=224514

          Nur Abstimmungsverhalten darf nicht gekauft werden – in TH ist das wohl auch erlaubt.
          Wusste ich auch nicht, las es dann irgendwo damals bei Newin.

          • Avatar Raoul Duarte sagt:

            Der FF-Abgeordnete und "Aktivist" Srisuwan hat unter anderem mit Taopiphop (das ist dieser schräge "Craft-Beer"-Brauer) nun, wie selbst die "Bangkok Post" berichtet, Anzeige erstattet.

            Die angeblichen und nicht offengelegten Bestechungs-Versuche verstoßen ihrer Auffassung nach gegen (Zitat)

            BP:     Section 149 Criminal Code and Sections 28, 29, 44, 46 and 88 of the 2017 Political Parties Act 

            Man darf gespannt sein, wie die Wahl-Kommission auf diese Rechtsauffassung reagieren mag – und welche Auswirkungen es möglicherweise haben wird. 

            Ich denke, daß diese Sache noch lange nicht ausgestanden ist – und freue mich, daß die Aktion von der Future Forward-Seite selbst gestartet wurde.

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