Bangkok: Familie der Todesfahrerin übergibt dem Gericht über 42 Millionen Baht für Entschädigungszahlungen

Die Familien der neun Toten bei einem Verkehrsunfall in Bangkok im Jahr 2010, an dem eine unter ihrem Spitznamen „ Praewa “ bekannte minderjähriger Fahrer beteiligt war, erhalten jetzt nach neun langen Jahren warten offenbar endlich eine finanzielle Entschädigung.

Erst im letzten Monat hatten die nationalen Medien und die sozialen Netzwerke noch gemeldet, dass die Reichen Leute mit viel Geld in Thailand wie so oft nach einem Unfall oder einer Straftat mal wieder mit einem Freispruch oder mit einem „ blauen Auge „ davon gekommen sind. STIN berichtete hier.

Im Dezember 2010 erregte der Fall einer damals 16-jährigen Autofahrerin großes Aufsehen. Die Frau mit besten Verbindungen zu höheren Stellen hatte ohne Führerschein ein Kleinbus gerammt und war für den Tod von neun Menschen verantwortlich. Nach dem Unfall kümmerte sich das „Töchterlein“ aus gutem Hause nicht um die Verletzten sondern beschäftigte sich eifrig mit ihrem Handy. Die Bilder machten damals in den sozialen Netzwerken die Runde und brachten viele Bürger auf die Palme.

Im Mai 2015 kam dann auch Praewa, das „ Töchterchen aus gutem Hause „ mit einem Klaps auf die Hand davon. Der Fall erregte die Gemüter der Bürger, aber nicht, weil die Frau ohne Führerschein unterwegs war. Das ist in Thailand nichts Neues. Frau Praewa hatte nach dem Unfall keine Zeit oder Lust, um sich um die Verletzten an der Unfallstelle zu kümmern.

Stattdessen stellte sich gemütlich neben ihr Fahrzeug und beschäftigte sich ausgiebig mit ihrem Handy. Laut Aussagen der damaligen Presse machte sie lieber Fotos von der Unfallstelle und befasste sich mit dem Chat auf ihrem Handy, anstatt sich um die auf der Straße liegenden Verletzten zu sorgen.

Die gutbetuchte junge Frau wurde nach nur einem Tag im Gefängnis bereits schon wieder entlassen. Erst zwei Jahre später, im Jahr 2012 wurde sie von einem Gericht zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt. Später erhielt sie die Auflage, eine gemeinnützige Arbeit auszuführen.

Nachdem im letzten Monat erneut die Debatten über den Fall in den sozialen Netzwerken entfacht wurden, forderte die Mutter der rücksichtslosen Fahrerin die Unfallopfer auf, ihre Familie nicht mehr zu verurteilen.

Die Mutter des Minivan-Fahrers erklärte damals unter Tränen gegenüber den Reportern: „ Wir wollen, dass der Fall endlich zu einem Ende kommt. Wir haben bis heute nichts von der Angeklagten gehört. Sie hat nie mit uns gesprochen oder angerufen. Ich wäre froh zu hören dass es ihr Leid tut oder dass sie traurig über den Unfall ist. Aber sie hat diese Worte nie zu uns gesagt “.

Im Juli 2019 meldete sich dann zum ersten Mal die Mutter der jungen Frau, die öffentlich für ihr rücksichtsloses Fahren verurteilt wurde und sagte, dass jedes einzelne Mitglied ihrer Familie seit dem Unfall eine traumatische Tortur erlitten habe.

Frau Laddawan Devahastin Na Ayudhya sagte, dass jeder in ihrer Familie nachts nur noch mit Schlaftabletten einschlafen könne. Außerdem müsse sie seit dem Unfall sehr genau auf ihre Tochter Praewa achten, die seit dem immer depressiv ist und möglicherweise Selbstmord begehen könnte.

Auf die Frage der Reporter, warum sich die Zahlungen an die Unfallopfer seit neun Jahren verzögern, wich Frau Laddawan der Frage aus und sagte nur, dass es sich für die Familie so anfühlt, als hätte der Vorfall erst gestern stattgefunden, und dass sie und ihre Familie durch die Tragödie und die soziale Verurteilung durchweg traumatisiert wurden.

Eine nicht näher genannte Quelle des Zivilgerichts erklärte am Montag (5. August) gegenüber den Medien, dass Praewas Familie das geforderte Geld heute, am Dienstag (6. August) an das Zivilgericht in der Ratchadaphisek Road übergeben werde.

Der Gesamtbetrag beläuft sich mittlerweile auf 42.637.810,40 Baht, einschließlich des ursprünglichen Entschädigungsbetrags von 25.781.137 Baht für die Familien der Verstorbenen und der Verletzten. Dazu kommen noch die Zinsen in Höhe von 7,5 % pro Jahr in Höhe von 16.650.023,40 Baht (berechnet vom 27. Dezember 2010 bis 6. August 2019) und den damit verbundene Gebühren, teilte die Quelle weiter mit.

Nachdem Praewas Mutter am Montagnachmittag erfahren hatte, dass sie es endlich geschafft hatte, das Geld für die Entschädigung vor dem 28. August zu sammeln, erklärte der stellvertretende Staatssekretär des Justizministeriums, Herr Tawatchai Thaikyo gegenüber den Reportern, dass er sich für die Angehörigen der Opfer freue, da sie die vom Gericht eingetriebenen Zahlungen bald erhalten werden.

Er schlug vor, dass die Mutter von Praewa die Anwälte über die Übergabe der Entschädigung an das Gericht schnell informieren solle, um eine Verletzung der Zahlungsfrist oder zusätzliche Zinsforderungen zu vermeiden. Herr Tawatchai dankte allen Seiten dafür, dass sie diesen Fall endlich abgeschlossen haben.

Praewa, damals noch ein Teenager, die zu jung für einen Führerschein war, stieß am 27. Dezember ihr geliehenes Auto gegen einen öffentlichen Van, der auf der Thammasat Universität Victory Monument Route auf der Mautstraße Din Daeng – Don Muang im Bezirk Bang Khen fuhr. Dabei wurden neun Menschen getötet und sechs weitere Personen zum Teil schwer verletzt.

Einige der Überlebenden beschwerten sich im letzten Monat, dass sie von Praewa immer noch keine Entschädigung erhalten hatten, obwohl der Oberste Gerichtshof am 8. Mai in einer Zivilklage entschieden hatte, dass sie, ihre Eltern und der Besitzer des Autos, das sie fuhr, eine Strafe vom insgesamt 25 Mio. Baht plus Zinsen für die Verletzten und die nächsten Angehörigen der Getöteten zahlen mussten.

Das Justizministerium hatte mitgeteilt, dass die Exekutionsabteilung das Vermögen der Verurteilten versteigern würde, wenn die Entschädigung nicht vor dem 28. August 2019 gezahlt würde. So wollte das Ministerium sicherzustellen, dass die Familien der Opfer ihre Beiträge innerhalb der nächsten sechs Monate erhalten.

Der Oberste Gerichtshof wies ihre Berufung zurück, nachdem das Berufungsgericht 2014 Praewa zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt hatte, das dann für vier Jahre ausgesetzt wurde. Sie wurde für drei Jahre auf Bewährung gestellt. Sie wurde auch angewiesen, 144 Stunden Zivildienst zu leisten, den sie 2016 absolvierte. Praewa war es auch verboten, bis zum Alter von 25 Jahren zu fahren. Sie wird dieses Jahr 25 Jahre alt. / TP-TN

 

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4 Antworten zu Bangkok: Familie der Todesfahrerin übergibt dem Gericht über 42 Millionen Baht für Entschädigungszahlungen

  1. Avatar SFdasistmeinemeinung sagt:

     

    Nachdem hier zigfach meine Kommentare geloescht wurden, bequehmt die werte Dam sich jetzt doch zu einer Antwort!

    STIN sagt:

    8. September 2019 um 5:42 pm

    Sie haben hier zig Kommentare geloescht,

    Dazu aeussern Sie sich nicht!

    weil Sie verhindern wollen,
    dass Oeffentlichkeit und Van-Fahrer erfahren, ueber GPS kann man abhoeren (Stichwort: Tracker Wanzen).

    ja, es gibt Geräte mit GPS, die auch Aufnahmefunktion haben. Sind in D von der Bundesnetzagentur verboten.
    Wie das in TH aussieht, weiss ich nicht.

    Ich auch nicht! Trotzdem glaube ich, es wird genutzt. TiT

    Das sind aber keine Wanzen, sondern einfach Geräte mit Tonaufnahme-Option. Hat aber eigentlich jedes Handy auch.
    Filme ich mit dem Handy, ist auch Ton dabei. Schalte ich es auf Aufnahme, stecke das Handy dann in die Brusttasche, wird
    das ganze Gespräch aufgenommen.

    Das ist nicht vergleichbar und Sie wissen das! Der Tracker ist online, das entspricht beim Telephon, wenn man telefoniert!

    Ausserdem will STIN verhindern, die Presse fragt bei den Abfindungsberechtigten nach,
    wann und wieviel sie erhalten haben.

    nein, interessiert mich nur nicht. Das wird lt.Urteil dann halt aufgeteilt.

    Die Oeffentlichkeit wuerde das aber brennend interessieren. Steht ja auch im Zusammenhang mit den staendigen Vorverurteilungen und boesartigen Uebertreibungen, siehe zB IHRE Ueberschrift oben!!! "Todesfahrerin" … es war kein Mord!

    Es liegt die Vermutung nahe, Geschaeftemacher haben im Voraus einen Bruchteil
    ausgezahlt und kassieren jetzt Voll mit der wAHNSINNSVERZINSUNG!

    nein, die Familie hat Ländereien verkauft, dieses Geld wurde dann den Verwandten der Opfer übergeben.
    Da waren keine Geschäftemacher involviert. Vll höchstens der Anwalt, damit das auch alles protokolliert wird.

    Deswegen haben Sie hier ueber 10mal geloescht!

    Wenn es tatsaechlich noch unabhaengige Presse in TH gibt, dann soll die einfach bei den Empfaengern nachfragen!!!

    Das waere auch fuer die Zukunft wichtig, weil das wird Nachahmung finden und die HF muss auch von etwas leben!

    Praewa hat einen Auffahrunfall mitverursacht mehr nicht. Alles andere war eine Verkettung von Teilverschulden anderer!

    Praewa wurde schuldig gesprochen, für den Tod der Opfer verantwortlich zu sein.
    Sie fuhr ohne FS, und war mit dem Handy beschäftigt – ohne Freisprecheinrichtung.
    Wäre Praewa nicht mit einem Auto gefahren, würden die Opfer heute noch leben.

    Wie schon erklärt, Gerichtsurteile zu kritisieren ist in TH verboten.

    Liebe Frau STIN, mich langweilen Ihre wiederholten , versteckten Drohungen!

    Ich frage nur, warum hat das der “gute” Anwalt der Familie nicht vorgebracht!?

    hat er ja

    LINK oder :Liar:

    – aber es gab ein Geständnis,

    Was fuer ein Gestaendnis??? Sie haette vorsaetzlich die Menschen umgebracht!? Sie hat einen Auffahrunfall verursacht! Ob mit oder ohne Fuehrerschein ist dabei nachrangig, zumal sie eine Fahrerlaubnis hatte!

    keinen FS – und dann noch Fehler beim Fahren gemacht.

    Sie ist dem Van hinten drauf gefahren. Mehr nicht.
    Sie wäre auch in D bestraft worden – dort aber wohl mit einer Gefängnis-Jugendstrafe, ohne Bewährung.

    Auch das glaube ich nicht! Sie auch nicht!

  2. Avatar SF sagt:

     

    Sie haben hier zig Kommentare geloescht, weil Sie verhindern wollen, dass Oeffentlichkeit und Van-Fahrer erfahren, ueber GPS kann man abhoeren (Stichwort: Tracker Wanzen).

    https://www.youtube.com/watch?v=9C5OHWOQ410

     

    Ausserdem will STIN verhindern, die Presse fragt bei den Abfindungsberechtigten nach, wann und wieviel sie erhalten haben.

    Es liegt die Vermutung nahe, Geschaeftemacher haben im Voraus einen Bruchteil ausgezahlt und kassieren jetzt Voll mit der wAHNSINNSVERZINSUNG!

    Praewa hat einen Auffahrunfall mitverursacht mehr nicht. Alles andere war eine Verkettung von Teilverschulden anderer!

    Natuerlich kritisiere ich nicht die Gerichtsentscheidung!

    Ich frage nur, warum hat das der "gute" Anwalt der Familie nicht vorgebracht!?

    • STIN STIN sagt:

      Sie haben hier zig Kommentare geloescht, weil Sie verhindern wollen,
      dass Oeffentlichkeit und Van-Fahrer erfahren, ueber GPS kann man abhoeren (Stichwort: Tracker Wanzen).

      ja, es gibt Geräte mit GPS, die auch Aufnahmefunktion haben. Sind in D von der Bundesnetzagentur verboten.
      Wie das in TH aussieht, weiss ich nicht.

      Das sind aber keine Wanzen, sondern einfach Geräte mit Tonaufnahme-Option. Hat aber eigentlich jedes Handy auch.
      Filme ich mit dem Handy, ist auch Ton dabei. Schalte ich es auf Aufnahme, stecke das Handy dann in die Brusttasche, wird
      das ganze Gespräch aufgenommen.

      Ausserdem will STIN verhindern, die Presse fragt bei den Abfindungsberechtigten nach,
      wann und wieviel sie erhalten haben.

      nein, interessiert mich nur nicht. Das wird lt.Urteil dann halt aufgeteilt.

      Es liegt die Vermutung nahe, Geschaeftemacher haben im Voraus einen Bruchteil
      ausgezahlt und kassieren jetzt Voll mit der wAHNSINNSVERZINSUNG!

      nein, die Familie hat Ländereien verkauft, dieses Geld wurde dann den Verwandten der Opfer übergeben.
      Da waren keine Geschäftemacher involviert. Vll höchstens der Anwalt, damit das auch alles protokolliert wird.

      Praewa hat einen Auffahrunfall mitverursacht mehr nicht. Alles andere war eine Verkettung von Teilverschulden anderer!

      Praewa wurde schuldig gesprochen, für den Tod der Opfer verantwortlich zu sein.
      Sie fuhr ohne FS, und war mit dem Handy beschäftigt – ohne Freisprecheinrichtung.
      Wäre Praewa nicht mit einem Auto gefahren, würden die Opfer heute noch leben.

      Wie schon erklärt, Gerichtsurteile zu kritisieren ist in TH verboten.

      Ich frage nur, warum hat das der “gute” Anwalt der Familie nicht vorgebracht!?

      hat er ja – aber es gab ein Geständnis, keinen FS – und dann noch Fehler beim Fahren gemacht.
      Sie wäre auch in D bestraft worden – dort aber wohl mit einer Gefängnis-Jugendstrafe, ohne Bewährung.

  3. Avatar Raoul Duarte sagt:

    Eine nicht näher genannte Quelle des Zivilgerichts erklärte […], dass Praewas Familie das geforderte Geld heute […] übergeben werde.

    Das ganze hat nun schon so lange gedauert, daß man die tatsächliche Übergabe abwarten sollte.

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