Bangkok: Expats leiden immer mehr unter dem starken Baht

Der Traum vieler Expats von einem ruhigen und sorgenfreien Ruhestand in Thailand ist durch den starken Baht zerbrochen und löst sich in Rauch auf. Immer mehr Rentner müssen erkennen, dass sie sich durch den starken Baht noch nicht einmal mehr einen einfachen Ruhestand in Thailand leisten können.

Brian Maxey zog aus dem Vereinigten Königreich nach Thailand, um sich mit seiner britischen Rente einen einfachen Ruhestand zu sichern. Stattdessen fällt es ihm mittlerweile aufgrund des starken Baht immer schwerer, die finanziellen Auflagen seines Visums zu erfüllen.

Der ehemalige Flugzeugtechniker kaufte ein günstiges Stadthaus, einen Pickup und ein Motorrad, als er vor zwei Jahrzehnten im Alter von 55 Jahren im Königreich ankam. Damals bekam er noch für 1 britisches Pfund ungefähr 60 Baht. Heute bekommt er für das gleiche Pfund allerdings nur noch etwas weniger als 38 Baht.

„Damals war Thailand noch ein billiger Ort zum Leben“, sagte Maxey in einem Interview in der Küstenstadt Pattaya, die bei europäischen Rentnern beliebt ist. „Aber die Zeiten sind vorbei. Thailand ist heute nicht mehr ein billiger Ort zum Leben“, fügte er hinzu.

Der Druck auf ausländische Rentner ist nur ein Beispiel dafür, wie die scharfe Aufwertung des Baht durch Thailand zieht. Die Währung ist seit fünf Jahren die umsatzstärkste Währung gegenüber dem US-Dollar. Sie beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit der Exporte und stellt die Wirtschaft auf den schwächsten Wachstumspfad seit 2014.

Die Regierung hat im vergangenen Jahr fast 80.000 Visa für den Ruhestand ausgestellt, ein Anstieg von 30 % gegenüber 2014. Um sich zu qualifizieren, müssen Ausländer eine Einlage von 800.000 Baht bei einer thailändischen Bank vorweisen oder ein monatliches Einkommen von 65.000 Baht haben. Eine andere Möglichkeit besteht darin, Einkünfte und Einlagen in Höhe von insgesamt 800.000 Baht zu erwirtschaften.

Laut den Daten der Einwanderungsbehörde hatten die Briten 2018 den größten Anteil an Rentenvisa. Es folgten Amerikaner, Deutsche, Chinesen und Schweizer Rentner, die bezahlbare, sonnenverwöhnte goldene Jahre suchten.

Einst bekannt als Auslöser der asiatischen Finanzkrise von 1997, wird der Baht heute von globalen Investoren als Zufluchtsort angesehen. Ein Handelsüberschuss und jährliche Einnahmen aus dem Auslandstourismus von mehr als 60 Milliarden US-Dollar untermauern seine Widerstandsfähigkeit.

Gegenüber dem Dollar legte die Währung im Jahr 2019 um mehr als 6 % zu. Dies war die beste Performance in einem Korb asiatischer Volkswirtschaften, den Bloomberg verfolgte.

Es wird wahrscheinlich weiter stabil bleiben, sagte Masakatsu Fukaya, ein aufstrebender Devisenhändler bei der Mizuho Bank in Tokio. Laut Fukaya könnte es sogar zu einem noch stärkeren Aufwärtsdruck kommen, wenn Unternehmen ihre Produktion nach Thailand verlagern, um die US-Zölle auf in China hergestellte Produkte zu umgehen.

Einigen Rentner hat der starke Baht schon fast die Schuhe von den Füßen geraubt, sagte Niels Colov, der vor etwa 40 Jahren aus Dänemark nach Thailand gezogen ist und bei der Organisation eines Clubs für Expats in Pattaya hilft.

„Es gibt einen Exodus von Ausländern aus dieser Region nach Vietnam, Kambodscha und auf die Philippinen“, sagte er. „Wir sprechen hier mittlerweile über Tausende von Menschen“.

Einige der verbleibenden Expats müssen möglicherweise ihre Ausgaben kürzen, sagte Christian Foerster, ein Österreicher, der sich ebenfalls schon vor 20 Jahren nach Thailand zurückzog.

„Es gibt eine enorme Veränderung“, sagte er. „Alles ist teurer. Aber es geht darum, sich anzupassen und bescheiden zu leben“.

Gleichzeitig sind die Lebenshaltungskosten in Thailand nach wie vor noch immer niedriger als in vielen Industrienationen wie den Vereinigten Staaten oder in Europa, und die Beamten fördern es weiterhin als Ruhestandsziel.

Dank der Stärke des Baht liegt die Rente von Rentner Maxey in Pattaya mit 1.000 GBP weit unter der monatlichen Mindestanforderung. Infolgedessen behält er das Äquivalent einer Einzahlung von 22.000 GBP ein, um die Regel bei der Verlängerung seines Visums zu erfüllen.

„Das ist eine Menge Geld, das man auf einem Konto haben muss, das man nicht anfassen kann“, sagte Maxey und fügte hinzu, er wolle trotz der Schwierigkeiten, die mit seiner Ansiedlung im Land verbunden sind, in Thailand bleiben. TP-BP

 

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Michael
Gast
29. Dezember 2020 6:15 pm

Corona ist eine politische agenda und thailand macht mal sauber bei der gelegenheit mit bum unterschichten touristen und weiss ich was noch für kreaturen aus aller welt, die respectlos das schöne land in den letzten jahrzehnt heimgesucht haben!

Nun endlich mal schluss mit dem riesenbums thailand!

Ich bin seit 35 jahren in thailand und weis, von was ich rede!

Peters
Gast
20. Juli 2020 4:08 am

Thailand gibt sich die grösste mühe, dass unatraktivste land asiens zu werden!

Verstehe ich alles nicht mehr!

SF
Gast
SF
7. Oktober 2019 11:41 am

In meinen Augen ist TH laengst Pleite!!!!

Die haben jedes Jahr ein riesiges Defizit.

In Rechtsstaaten darf man das nur in Ausnahmen, fuer ein Jahr ueberleiten und dann unmittelbar im naechsten Jahre ausgleichen.

TH gibt einfach weiter Geld aus!

Meiner Ansicht nach decken die das Defizit mit Krediten!???

Ausserdem verkauft TH Land um damit Schulden zu tilgen!

Wie zB bei der Bahn, aber auch sonst ueberall!

In Rechtsstaaten darf der Staat kein Vermoegensverzehr haben.

Habe ich hier schon mehrfach erlaeutert und belegt, wurde aber genauso oft geloescht!

Naqtuerlich kann ein Staat Land verkaufen. Dann MUSS er aber mit dem Erloess, neues Vermoegen schaffen, und darf das Geld nicht fuer Laufendes verbrauchen oder Schulden damit tilgen.

Auf diesem Wege geht mehr von TH verloren als die Strand-Erosion es schafft!

Die Waehrungsueberschuesse, muessen auch tatsaechlich in Bar ($-Noten, €-Noten, …) oder in Gold VORHANDEN sein!!! …. und nicht nur als Buchhaltungswert erwaehnt werden und es ist nur warme Luft dahinter.

Das haben aber wohl nach Takki auch noch andere weiter gemacht!??!

Wenn das alles auffliegt, wird man den Farangs rote Teppiche ausrollen und jeder kann 100 MiaNois haben!

SF
Gast
SF
21. Februar 2020 7:23 pm
Reply to  STIN

xxxxxxxxxxxxx zensiert – sinnbefreit

Nein! 

Khon India sind keine Farang! 

xxxxxxxxxxxx

berndgrimm
Gast
berndgrimm
5. Oktober 2019 6:41 am

STIN schreibt:

Mein ehem. Kundenberater meiner Bank ist nun nach TH gezogen, der fühlt sich da pudelwohl.

Ich habe doch extra geschrieben "und kein Krimineller ist"!

Natürlich gibt es immer noch genug Leute die Thailand auch heute noch

attraktiv finden.Besser als Mallorca oder die Türkische Riviera ist es allemal.

Es kommt auch darauf an welche Ansprüche man stellt.

Ich werde auch vermissen dass ich so einfach Einhandsegeln kann

und in einem Land wo es eigentlich garkeine Pferde gibt mit

so hochwertigen Pferden reiten kann.

Aber es geht um das Gesamtpaket, das stimmt hier einfach nicht mehr.

Wenn ich als Sonnenklar Touri hier 2 Wo in einem 5***** Hotel

in Khao Lak Urlaub für 999€ mit HP und Ausflügen machen kann

dann würde mir das auch gefallen.

Aber ich erlebe Thailand und sein Reichwerden bei gleichzeitigem

Untergang der Gesellschaft seit 33 Jahren und nicht nur im Urlaub!

Die Likes und Dislikes der BP Leser zeigen eindeutig die Stimmung

unter den Expats hier.

Zu diesem Artikel z.B.

Surging baht shatters expat dreams of easy retirement

gab es 288 Likes und 28 Dislikes . Ich habe auf Dislikes geklickt

nicht weil ich mit dem Tenor des Artikels nicht einverstanden war

sondern weil ich die Häme zwischen den Zeilen verstehen konnte.

Ich habe schon häufig geschrieben, wer sich um nix kümmert,

am liebsten neben der Spur lebt und kein hohes Selbstwertgefühl hat

ist in Thailand goldrichtig.

Und so ein Wetter ohne wirkliche Naturkatastrophen gibt es auch

nirgendwo anders.

 

berndgrimm
Gast
berndgrimm
4. Oktober 2019 5:42 pm

Ja, ich habe diesen zwar tränenreichen aber eben auch hämischen Artikel

in der BP natürlich gelesen.Som nam na! Wer nach Thailand kommt

und kein Krimineller ist, ist selber dran Schuld.

Unter dem derzeitigen Regime schon sowieso!

Natürlich sind die exorbitanten Preise speziell für Produkte die

fast ausschliesslich von Ausländern gekauft werden ein grosses Problem!

Aber für mich sicherlich nicht der Hauptgrund weshalb wir hier wegziehen.

Auch nicht die sehr teure PKV Krankenversicherung die man hier

abschliessen muss um im Alter versichert zu sein.

Bei mir ist es der von dem Regime und den Behörden geschürte Ausländerhass

und die Häme und die Schadenfreude die man hier von den Schlammfressen

erlebt die selber nur von Ausländern oder dem Unglück und der Ausbeutung

ihrer Pi leben.

Ich habe es nicht nötig mit solchem Pack  zusammenzuleben.

Aber vorher muss man seinen Krempel hier erstmal loswerden.

Und an wen? Nur an Ausländer ! Denn Thai würden nie von einem Farang

zum "Marktpreis" kaufen! Die warten bis er Pleite ist.

Bei uns können sie da zwar lange warten aber die Tatsache dass wir gezwungen

sind hierzubleiben steigert natürlich nicht meine Begeisterung für dieses Land.

Aber die hohe Wahrscheinlichkeit dass dieses Regime vor uns am Ende

sein wird ist ein kleiner Trost und ich beobachte gern das Siechtum des Regimes!

SF
Gast
SF
5. Oktober 2019 2:15 am
Reply to  STIN

Ich schreibe eigentlich nur noch, damit Sie etwas zum Zensieren und Loeschen haben.

Von mir loeschen Sie taeglich 20 sachliche aber auch kritische Kommentare.

Das mit dem Baht-Kurs gibt sich wieder.

Wuerde Europa die GB-ler endlich rausschmeissen und die NATO am Besten auch, ging der Wechselkurs zum Euro sehr schnell wieder hoch.

Ansonsten denke ich werden hier bald einige Seifenblasen platzen. Deswegen baue ich mir ja gerade einen Panikraum aus.

Ausserdem ist mein Lieblingsbier aktuell von 52 Baht auf 47 TB (7/11=>55TB) runter gegangen. Das entspricht einer Preissenkung von fast 10%.

Schweinefleisch ist auch billiger geworden.

Ich denke, man will die Rentner dazu zwingen, Thaifrauen zu heiraten. Haben das genug Idioten gemacht, wird der Satz von 400.000 TB auf 2 Mio TB angehoben!

55555

Timo
Gast
Timo
5. Oktober 2019 2:28 pm
Reply to  berndgrimm

So wie es in den Wald reinruft, schallt es zurück. Wenn ich das schon lese: "Schlammfressen"… 
Selber Schuld. Ohne Respekt läuft es nirgends. Und natürlich sind immer die anderen Schuld. Bloß nicht mal an die eigene Nase fassen. Solche Ausländer braucht kein Staat oder solche Mitmenschen.

berndgrimm
Gast
berndgrimm
5. Oktober 2019 4:45 pm
Reply to  Timo

Ach Gottchen!

Jetzt kommt der Goebbels Imitator in neuer Verpackung.

Wenn Timo wirklich in Thailand leben würde

wüsste er sehr genau welche Thai ich als Schlammfressen

bezeichne.

Jean/CH
Gast
Jean/CH
6. Oktober 2019 11:56 am
Reply to  Timo

Die "Schreibweise" ist verräterisch, stinkt nach RD.  Timo, merken Sie sich eines,  was die Mitmenschen ganz sicher auch nicht brauchen sind Moralisten und "Gesundbeter" Ihrer Art. Ich behaupte mal, vor Ihrer Haustüre liegt genug Dreck, schaffen Sie zuerst da Ordnung, bevor Sie Ihre "Sonntagspredigt" zu Besten geben.