Phang Nga: Thailänder wegen Kinderhandel zu 374 Jahren Haft verurteilt

Ein Gericht in der südthailändischen Provinz Phang Nga verurteilte einen 31 Jahre alten Mann wegen Kinderhandel zu einer Rekordstrafe von 374 Jahren Haft. Laut einem Urteil der Anwälte wird dies vor allem auch eine Abschreckung für andere Kriminelle darstellen.

Der 31-jährige Yuttana Kodsap, wurde von einem Gericht in der südthailändischen Provinz Phang Nga des Kinderhandels zum Zwecke der Pornografie für schuldig befunden. Laut dem Gerichtsurteil hat der 31-jährige Kinder im Alter von 7-12 Jahren zum Spielen von Computerspielen in sein Haus gelockt.

Hier nahm er dann an den minderjährigen Kindern sexuelle Handlungen vor, der er mit seiner Kamera filmte. Laut den Angaben der Polizei hatte er die Aufnahmen später online gestellt und über eine Chat App verkauft.


Symbolbild

Ein Gericht in der Provinz Phang Nga verurteilte ihn wegen seiner Straftaten zu insgesamt 374 Jahren Gefängnis und forderte ihn zusätzlich auf, jedem der fünf Opfer eine Entschädigung in Höhe von 800.000 thailändischen Baht (26.000 USD) zu zahlen.

Der Fall war mittlerweile der zweite in Thailand, in dem Straftäter zu mehr als 300 Jahren Gefängnis verurteilt wurden. Im vergangenen Jahr verurteilte ein anderes Strafgericht ebenfalls drei Männer wegen Kinderhandel und wegen Prostitution zu jeweils bis zu 309 Jahren Gefängnis.

In beiden Fällen wurde die Freiheitsstrafe jedoch nach dem thailändischen Recht auf 50 Jahre begrenzt.

Papop Siamhan, ein unabhängiger Anwalt mit Fachkenntnissen im Bereich Menschenhandel sagte, dass Fälle von Kinderprostitution von den thailändischen Gerichten schwer bestraft werden und die betroffenen Straftäter zu langen Haftstrafen verurteilt werden, da sie häufig mehrere Gesetze und viele Kinder betrafen.

„Lange Gefängnisstrafen werden abschreckend wirken, weil die Menschen Angst haben werden, solche Verbrechen zu begehen. Es wird aber auch noch weiter dazu führen, dass die Behörden und die Richter bei der Behandlung solcher Fälle vorsichtiger vorgehen“, sagte er weiter.

Anfang dieses Jahres haben die Vereinigten Staaten in ihrem jährlichen Bericht Thailand für die Verurteilung von sexuellen Straftätern und Menschenhändler sowie von mitschuldigen Beamten zu erheblichen Haftstrafen gelobt.

Im Bericht 2018 des US-Außenministerium, der Ende Juni 2018 in Washington veröffentlicht und von US Außenminister Mike Pompeo vorgestellt wurde, wird positiv hervorgehoben, dass die thailändische Regierung und die betroffenen Behörden ihre zunehmenden Anstrengungen durch die Verfolgung und Verurteilung von Menschenhändlern unter Beweis stellen.

Außerdem hat Thailand durch die Verringerung der Strafverfolgungszeiten für die Fälle von Menschenhandel und durch den Einsatz spezialisierter Abteilungen zur Bekämpfung des Menschenhandels gezeigt, dass es das Problem ernst nimmt und dagegen angeht, heißt es in dem Bericht weiter.

Thailand wurde in dem Bericht als sogenanntes Tier-2 Land eingestuft, was bedeutet, dass es erhebliche Anstrengungen unternimmt, um die Kriminalität zu bekämpfen.

Seit Januar dieses Jahres haben die thailändischen Gerichte 170 Freiheitsstrafen in Menschenhandelsfällen verhängt. Davon wurden nach den Angaben des thailändischen Gerichtshofs 74 Straftäter zu mehr als zehn Jahren Haft verurteilt.

Archana Kotecha, die Regionaldirektorin für Asien und Leiterin der Rechtsabteilung der Anti-Sklaverei Organisation Liberty Shared sagte, dass lange Strafen wirksame Abschreckungsmittel sein können, wenn sie in Fällen von Menschenhandel gegen Straftäter im Zusammenhang mit Kindern und nicht gegen Straftäter mit niedrigem Level gerichtet werden.

Dies müsse jedoch mit der Beschlagnahme von Vermögenswerten einhergehen, die zur Entschädigung der Opfer verwendet werden sollten, fügte sie hinzu.

„Eine Abschreckung, die auf die Freiheit und das Vermögen der Täter abzielt, ist wahrscheinlich wirksamer und ganzheitlicher, da sie die Notwendigkeit berücksichtigt, die Opfer für das zu entschädigen, was sie ertragen haben, und dabei gleichzeitig auch den wirtschaftlichen Gewinn des Täters beseitigt“, sagte sie. / TP-REU

 

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