Bangkok: 15 Länder verständigen sich auf Freihandelspakt – Indien ist noch nicht dabei

15 Länder haben sich auf dem Asean-Gipfel in Thailand verständigt, den grössten Freihandelspakt im asiatisch-pazifischen Raum im kommenden Jahr abzuschliessen. 15 der 16 verhandelnden Länder wollten den sogenannten RCEP-Vertrag im kommenden Jahr unterzeichnen, hiess es in einer gemeinsamen Erklärung am Montagabend (Ortszeit) beim Abschluss des Treffens der Staats- und Regierungschefs der südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean).

Das 16. Land, Indien, habe sich noch nicht dazu bereit erklärt, da es noch erhebliche Differenzen gebe, hieß es in einer Abschlusserklärung. “Indiens endgültige Entscheidung hängt von der zufriedenstellenden Lösung dieser Probleme ab”, hieß es weiter. Die anderen 15 Staaten würden weiter mit Indien verhandeln.

Der Freihandelspakt unter der Führung von China würde ein Drittel des Welthandels einschliessen. Die RCEP-Gespräche haben durch den Handelskrieg zwischen den USA und China neuen Schwung bekommen, zumal US-Präsident Donald Trump kurz nach seinem Amtsantritt auch das bereits fertig ausgehandelte Abkommen für eine Transpazifische Partnerschaft (TPP) aufgekündigt hatte.

Die RCEP-Teilnehmerstaaten wollen diese Lücke für sich nutzen. Vor allem für China als zweitgrösste Volkswirtschaft wäre der Freihandelspakt ein grosser Erfolg. Teilnehmen wollen auch Japan, Indien, Südkorea, Australien, Neuseeland sowie die zehn Asean-Länder Indonesien, Malaysia, Thailand, die Philippinen, Vietnam, Burma, Brunei, Laos, Kambodscha und Singapur./asg/DP/jha

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3 Antworten zu Bangkok: 15 Länder verständigen sich auf Freihandelspakt – Indien ist noch nicht dabei

  1. Avatar Wolf5 sagt:

    Zu der Frage Wirtschaftswachstum um jeden Preis empfehle ich den ZDF-Beitrag:

    „Die großen Irrtümer der Globalisierung
    Kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert wie die Globalisierung. Die einen verbinden mit ihr Wohlstand und ungeahnte Entfaltungsmöglichkeiten. Andere hingegen fürchten ökologischen Raubbau sowie eine zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich. „
    https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/die-grossen-irrtuemer-der-globalisierung-104.html

    Derzeit ist es leider noch immer der Fall, dass die entwickelten Industrienationen die Nutznießer sind und die Menschen in den Entwicklungsländer die Zeche bezahlen müssen.

    Gleichzeitig wird im obigen Beitrag sehr schön dargestellt, dass, wollten alle Menschen den gleichen Lebensstandard wie wir haben, müßte die Menschheit über 3 Erden verfügen.

  2. Avatar Wolf5 sagt:

    Ich denke, China wird schon dafür sorgen, dass der Freihandelspakt in Jahre 2020 zum Abschluß kommt (mit oder ohne Indien), da es von diesem Vertrag am meisten profitiert.
    Vor allem China drängt deshalb auf einen raschen Abschluss der Gespräche.
    Die Dringlichkeit ist nachvollziehbar, hinterlässt der Handelsstreit mit den USA doch zunehmend Bremsspuren in der chinesischen Wirtschaft.
    Peking könnte durch einen zeitnahen Abschluss neue Absatzmärkte erschliessen und die Abhängigkeit vom US-Markt verringern.
    Erste Anzeichen für eine Verschiebung der Handelsströme gibt es bereits.
    Von Januar bis Juni wuchs der Warenhandel zwischen China und den Asean-Ländern um mehr als 10% und überholte den Warenaustausch mit den USA.
    https://www.nzz.ch/wirtschaft/die-verhandlungen-ueber-die-groesste-freihandelszone-der-welt-stehen-vor-dem-scheitern-ld.1509636

  3. Avatar berndgrimm sagt:

    Diese Meldung wurde nur lanciert um von der grossen Blamage

    des ASEAN – US Gipfels abzulenken.

    Niemand kam zu Prayuths grosser Show der Tatenlosigkeit.

    Und RCEP ist natürlich noch lange nicht in trockenen Tüchern.

    Das ASEAN ein Büttel der Chinesen ist steht fest.

    Vorher waren nur Thailand und die Philippinen Büttel der Amis.

    Ausser leeren Worten gabs garnix wie immer in ASEAN!

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