Thai-Baht wird stärker und bedroht den Tourismus – Regierung kämpft dagegen

Thailand und die thailändische Zentralbank versuchen, den Baht von seinem Sechsjahreshoch wieder herunter zu holen, da die Stärke der thailändischen Währung nicht nur die lokale Produktion, sondern auch den Tourismus in Thailand bedroht. Die Bank von Thailand „Bank of Thailand“ (BOT) hat die Zinssätze gesenkt und die Kapitalkontrollen gelockert, um die in diesem Jahr am besten abschneidende Währung Asiens endlich zu bändigen.

Es ist eine ironische Wendung für ein Land, das nach dem Zusammenbruch seiner Währung zum Epizentrum der asiatischen Finanzkrise von 1997 wurde. Aufgrund seiner relativ soliden Fundamentaldaten ist Thailand nun ein sicherer Hafen für Investoren und ihr Kapital in Südostasien.

Dies hat zu einer steigenden Währung geführt, durch die die thailändischen Exporte auf dem Weltmarkt weniger wettbewerbsfähig werden und zusätzlich auch noch das Land für Ausländer teurer wird, um hier in den Urlaub zu fahren.

Der Baht notierte am späten Dienstag (12. November 2019) bei 30,3 gegenüber dem US-Dollar. Er veränderte sich kaum gegenüber dem 6. November, als er nur um 0,4 % nachgab, was der Gouverneur der Zentralbank, Veerathai Santiprabhob, als beispiellose Maßnahme begrüßte.

Die Bank senkte ihren Leitzins für den eintägigen Rückkauf auf 1,25 % und erreichte damit ein Allzeittief. Ab dem 8. November war es auch einfacher, Gelder aus dem Land zu entfernen.

Der Gouverneur der Bank of Thailand, Herr Veerathai Santiprabhob, Mitte, spricht nach einem geldpolitischen Treffen am 6. November. (Foto von Yohei Muramatsu)

Analysten haben jedoch Zweifel an der Fähigkeit dieser Bewegungen geäußert, den Baht nach oben zu entlasten. Der Baht legte in diesem Jahr um rund 7 % zu, was den größten Gewinn aller aufstrebenden asiatischen Währungen darstellt.

„Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Baht weiter stark bleibt“, sagte Kota Hirayama, Senior Economist bei SMBC Nikko Securities, und verwies dabei auf den hohen Leistungsbilanzüberschuss in Thailand.

Die Lockerungsmaßnahmen könnten amerikanische Vorwürfe der Währungsmanipulation in einer Zeit nach sich ziehen, in der die Devisenpolitik benachbarter südostasiatischer Staaten unter US-amerikanischer Kontrolle steht.

Sollte die Zentralbank zu stark tendieren, um den Baht abzukühlen, könnte dies US-Sanktionen gegen Thailand als Währungsmanipulator auslösen. In einem halbjährlichen Devisenbericht vom Mai 2019 hat das US-Finanzministerium das benachbarte Singapur, Malaysia und Vietnam auf seine „Überwachungsliste“ der Handelspartner gesetzt, deren Währungspraktiken als beachtlich eingestuft wurden.

Seit seiner Rolle als Epizentrum der asiatischen Finanzkrise 1997 hat Thailand daran gearbeitet, die steuerliche Gesundheit zu verbessern. Thailands Anteil der öffentlichen Verschuldung am Bruttoinlandsprodukt liegt bei etwa 40 % – weit unter den Nachbarn wie Malaysia und Vietnam, die für die Schwellenländer als gefährlich eingestuft werden.

Thailand weist auch einen großen Leistungsbilanzüberschuss auf, der zu einem großen Teil durch Exporte und Tourismus erzielt wird, was 50 % bzw. 20 % des BIP entspricht. Die Devisenreserven belaufen sich auf rund 220 Milliarden US-Dollar und sind damit ungefähr doppelt so hoch wie auf den Philippinen oder in Indonesien.

Aber die Stärke des Baht hat wichtige Industrieexporte wie Automobile und die Elektronik beeinträchtigt. Die Exportwerte für Januar bis September gingen gegenüber dem Vorjahr um 2 % zurück, was teilweise auch auf den Handelskrieg zwischen den USA und China zurückzuführen ist. Der starke Baht verteuert auch das Reisen in Thailand. Das Ministerium für Tourismus und Sport (TAT) hat seine Prognose für ausländische Ankünfte für das Jahr 2019 bereits von 40,2 Millionen auf 39,8 Millionen Menschen gesenkt.

Die Lockerung der Kapitalkontrollen durch die Zentralbank kommt sowohl Privatpersonen als auch den Unternehmen zugute. Für Privatanleger, die ins Ausland ziehen oder Verwandte im Ausland haben, wurden die Beschränkungen für den Versand von Geldern nach Übersee aufgehoben. Privatanleger konnten bis zu 200.000 USD pro Jahr direkt in ausländische Wertpapiere investieren, ohne einen thailändischen Intermediär zu beauftragen.

Exporteure mit einem Erlös von weniger als 200.000 USD pro Frachtbrief könnten diesen Erlös auch ohne zeitliche Begrenzung in Fremdwährung behalten. Es wurde erwartet, dass die Beseitigung der Notwendigkeit, Erlöse in Baht umzuwandeln, den Aufwärtsdruck auf die Währung lindern würde. Die Maßnahme unterscheidet Thailand von vielen südostasiatischen Nachbarn, die nur über begrenzte Kapitalabflüsse verfügen, um ihre Währungen stabil zu halten.

Die Lockerung folgt auf einen Schritt im Juli, der darauf abzielt, einen Mittelzufluss für Baht-Spekulationen zu bekämpfen. Die Bank von Thailand hat die Einlagen und das Depotguthaben von Ausländern auf 200 Millionen Baht (6,58 Millionen US-Dollar) pro Person begrenzt, nach 300 Millionen Baht. Diese Maßnahme verhinderte jedoch den Aufstieg des Baht.

Im Jahr 2018 stieg der Handelsüberschuss Thailands mit den USA auf 19 Milliarden US-Dollar. Bis etwa 2017 intervenierte die Bank of Thailand (BOT) je nach Bedarf, um den Baht zurückzuhalten. Aber die zunehmende Kontrolle der Trump-Administration über wahrgenommene Manipulatoren hat solche Überhandlungen riskant gemacht.

Washington hat bereits damit begonnen, den Druck auf Bangkok zu erhöhen. Im vergangenen Monat teilte das Büro des US-Handelsbeauftragten mit, dass eine Reihe von aus Thailand eingeführten Produkten ab April 2020 vom Status des Vorzugstarifs ausgenommen werden. In der Ankündigung der USTR wurde darauf hingewiesen, dass die Rechte der Arbeitnehmer nicht in ausreichendem Maße gewahrt werden, doch einige sahen dies als Mittel zur Verringerung des Handelsdefizits an.

Der Vorsitzende des thailändischen Konglomerats Saha Group, Boonsithi Chokwatana, sagte, dass zur Aufrechterhaltung der Exporte, der Baht im Bereich von 32 bis 34 gegenüber dem Dollar gehandelt werden sollte. Die thailändische Handelskammer sagte, dass die Stärke des Baht das Land 200 Milliarden Baht bis 300 Milliarden Baht an Exporteinnahmen kostet, ein schwerer Schlag für die Volkswirtschaft.

Andererseits verschafft der starke Baht den thailändischen Gruppen einen Vorteil bei Investitionen in Übersee und könnte die starke Abhängigkeit des Landes von Exporten verlagern. Charoen Pokphand Foods, das größte Lebensmittelunternehmen des Landes, wird in diesem Jahr 30 Milliarden Baht in den Ausbau von Auslandsstandorten investieren und plant, den Umsatz im Ausland im kommenden Jahr von derzeit 72 % auf 75 % seines Gesamtumsatzes zu steigern. / TP-NIKKEI-AR

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SF
Gast
SF
21. Februar 2020 7:10 pm

TC hat jedes Jahr ein Defizit ~250mrdTB. Nach meinem Wissen, wird das nicht unverzüglich im nächsten Jahr ausgeglichen,  sondern über Kredite "finanziert "!

Meiner Ansicht nach,  müßten hier Gold-/ Währungsreserven u. a.   eingesetzt werden,  die dann schon längst im dunklen Keller wären. Und der Baht mit den Überweisungen der Wanderarbeiter (über Hawala) noch eine KellerEtage tiefer. 

SF
Gast
SF
3. Februar 2020 9:09 pm

Für einen Euro bekommt man fast wieder 35 TB

Wolf5
Gast
Wolf5
18. November 2019 9:34 am

berndgrimm hat richtig erkannt, dass dieser Troll RD nun als Bobo versucht, weiterhin seine gequirlte Scheixxx zum Besten zu geben.
Kann nur raten – wie immer – einfach ignorieren, zumal unser stin gleich wieder behaupten wird, es handele sich bei Bobo um einen anderen User.

Was jedoch die Stärke des Baht anbelangt, wird sich daran nur wenig ändern, solange der Handelskrieg zwischen den USA und China besteht.
So verpuffen alle bisher von Thailand eingeleiteten Maßnahmen wirkungslos.
Das einzige was tatsächlich helfen würde, wäre eine kräftige Abwertung des Baht.
Dies würde der thail. Wirtschaft sehr zugute kommen, gleichzeitig besteht jedoch das Problem, dass (wie bereits in obigen Beitrag erwähnt) falls die Zentralbank zu stark tendieren sollte , um den Baht abzukühlen, dies US-Sanktionen gegen Thailand als Währungsmanipulator auslösen und das US-Finanzministerium Thailand (wie das benachbarte Singapur, Malaysia und Vietnam) auf seine „Überwachungsliste“ der Handelspartner setzen könnte.

Folgerichtig wählt Thailand deshalb das kleinere Übel und hofft weiterhin auf Entspannung im Handelskrieg.

Bobo
Gast
Bobo
18. November 2019 4:33 am

Wenn all die neurechten Verschwörungsfanatiker aus Thailand zurück nach Deutschland kommen, Gnade uns Gott. Wer soll diese Leute hier durchfüttern und wie sollen wir deren neurechte Sprüche ertragen?

Bitte wertet den Baht ab, bitte! Ich will dieses Klientel hier nicht haben!

berndgrimm
Gast
berndgrimm
18. November 2019 9:07 am
Reply to  Bobo

Der Goebbels Imitator der früher hier als Raoul Duarte auftrat

kommt jetzt mit kleinem Geschirr aber den gleichen Verleumdungen zurück!

Sollte DJ Bobo kein Zweitnick sein so kann ich ihm versichern

dass ich und wir keinesfalls nach Deutschland zurückkommen werden.

Nicht wegen GroKo oder Merkel (nach beiden wird es dort sicherlich

nicht besser)  sondern wegen des Wetters und der AfD-verseuchten

Gesellschaft!

"neurechte Sprüche" gibt es leider keine.

Alles was der Nazi Sumpf um Bernd Höcke heute auskotzt

sind die Lieder des Chefpropagandisten Paul  Josef Goebbels

und des grossen Führers des 1000jährigen Reiches

welches nach 12 Jahren gottseidank an dem eigenen Grössenwahn

scheiterte und in einer totalen Niederlage Deutschlands endete.

Bezahlen mussten leider nicht die Nazi Verursacher

sondern grossteils deren Gegner oder Unbeteiligte!

Aber in diesem Thread ging es ja um den THB,

ja , irgendwann wird der auch mal wieder runterkommen

aber solange kann ich leider nicht warten!

Wenn DJ Bobo mir unbedingt helfen will damit ich

nicht nach D zurückkomme so soll er mir unsere Wohnung

in der immer noch bestgelegenen Anlage im Meer abkaufen.

Da kann er den "konstruktiven" Farang mimen

der Alles mitmacht solange er nur mitverdienen darf!

Ich kann ihm versichern dass ich nicht nach DACH zurückkommen werde

sondern ein anderes warmes Land mit meiner Kritik überziehen werde!

berndgrimm
Gast
berndgrimm
14. November 2019 8:44 am

Zum obigen Artikel der typischen Thai Selbstbeweihräucherung habe ich einige Anmerkungen:

Es ist unwahr dass der Thai Export von Thai generiert wird.

Alle grossen Exportindustrien werden von Ausländern geführt:

Japaner,Chinesen,Farang

Genauso sieht es im Tourismus aus.Nicht nur die hier immer

gerne kolportierten Betrügereien gehen von Ausländern aus

sondern auch das gesamte Management in den Sektoren

wo es überhaupt noch läuft.

Ja, es gibt grosse Thai Konglomerate , die wurden aber

von Entrepreneuren geschaffen die heute längst tot

oder auf dem Altenteil sind.

Viele entstanden genau durch die Betrügereien die man

immer Thaksin vorgeworfen hat.

Alle Märkte in Thailand sind weitgehend manipuliert

und für ausländische Konkurrenz geschlossen.

Eine löbliche Ausnahme ist die BoT welche seit

dem Crash 1997 eine international kompatible

Geldmarktpolitik macht und sich nicht durch

die jeweilgen Regierungen beeinflussen lässt.

Thailand erwirtschaftet jedes Jahr einen erheblichen

Devisenüberschuss aus Tourismus und Export.

Und nun zum Tourismus.

Nein, der wird keineswegs durch den starken THB

gefährdet.

Er wird ausschliesslich duch die Thainess und durch

den von dieser Militärdiktatur geschürten Ausländerhass

bedroht.

Vom THB Kurs  sind nur die Leistungen Hotel ,Essen

Ausflüge und Transfer betroffen.

Die Flugpreise entstehen ausserhalb Thailands.

Hotel,Essen und Ausflüge/ Transfer sind in Thailand

auch zu dem hohen THB Preis billiger als woanders.

Woran es hapert ist , dass man für sein Geld eine

akzeptable Leistung bekommt.

Schuld daran ist die Thainess und besonders das

unfähige Thai Management.

Man verlangt hier für bestimmte Produkte / Leistungen

Seychellen Preise aber ist nicht bereit oder in der Lage

wenigstens Ägypten Qualität zu liefern.

Man sieht ja auch dass der Massentourismus boomt

aber eben Qualitätstouristen ausbleiben.

Früher hatte Thailand viele Stammgäste die immer wieder

kamen. Ich habe Freunde aus Skandinavien,Finland

und Österreich die kamen früher jedes Jahr nach Thailand

aber seit geraumer Zeit garnicht mehr sondern fliegen

lieber nach Mauritius oder in die Karibik.

Der Grund ist überall der Gleiche:

Kein Gegenwert mehr fürs Geld,zuviel Betrug und eine total

zerstörte Umwelt.

Und selbst für mich der ich vom THB Kurs ständig betroffen

bin ist dies kein wichtiger Grund Thailand zu verlassen.

Für mich ist viel wichtiger:

– Umweltzerstörung ohne irgendeine Aussicht auf Besserung

-Fremdenhass von der Militärdiktatur geschürt.

– direkter Eingriff in die persönliche Freiheit

-keine Vetretung unserer Interessen durch die Botschaften

-Abzocke bei Farang Produkten (Käse , Wein etc)

Also der starke THB  ist nur eine billige Ausrede

der unfähigen Behörden und dieser untätigen Militärdiktatur!

Ach ja, die Regierung kämpft dagegen mit 100THB

Gutscheinen für Leute die in Thailand eh überall

tatenlos herumlungern!666!