Chiang Rai: Eltern wollten 13-jährige Tochter mit 50-jährigen Mann verheiraten

Eine Nichtregierungsorganisation in Chiang Rai berichtet, dass sie einem 13-jährigen Mädchen dabei geholfen hat, einer Zwangsheirat mit einem 50-jährigen Mann zu entkommen. Das Zentrum für Mädchen „Center for Girls“ gab auf seiner Facebook Seite bekannt, dass die Organisation eine Nachricht von dem Mädchen „Nu Na“ erhalten habe, das die Organisation um Hilfe bittet.

Nu Na sagte, dass ihre Eltern sie dazu gezwungen hätten, einen 50-jährigen Mann zu heiraten, sobald sie die Highschool beendet hatte.

„Ich will aber noch nicht heiraten. Ich möchte weiter zur Schule gehen“, schreibt das 13 Jahre junge Mädchen an die Organisation.

Artwork for FTWeekend Comment – issue dated 05.01.19

„Meine Mutter zwingt mich dazu, den Mann zu heiraten, aber ich will nicht. Ich möchte ein Stipendium, damit ich weiter zur Schule gehen kann. Ich möchte draußen zur Schule gehen. Hilf mir bitte. Ich möchte weiter lernen“, schreibt sie in ihrer Verzweiflung

Nu Nas Freundin hatte an einem Workshop des Zentrums für Mädchen zum Thema Kinderrechte teilgenommen und dabei erfahren, dass die Eheschließung von Kindern eine Verletzung der Kinderrechte darstellt. Diese Freundin bat die Organisation Center4girls.org (CFG) um Hilfe und übermittelte ihr dabei auch den Brief der 13-jährigen.

Frau Nunnaree Luangmoi, Gründer und Direktor von CFG, sagte, Nu Nas Familie habe finanzielle Probleme und schulde dem Mann Geld. Sie sagte, dass der Mann den Eltern möglicherweise ein Ultimatum gestellt habe: zahlen Sie das Geld zurück oder geben Sie ihm stattdessen ihre Tochter.

Laut Frau Nunnaree ist CFG allerdings nicht dazu befugt, die betroffenen Kinder von ihren Eltern zu trennen. Die Regierung kann in diesem Fall ebenfalls noch nicht helfen oder eingreifen, da zu diesem Zeitpunkt noch kein Verbrechen begangen wurde, fügte sie weiter hinzu.

Da sie Nu Na nicht aus ihrer Familie entfernen konnten, besuchte ein Team des Zentrums für Mädchen den 50 Jahre alten Mann. Er sagte allerdings, er habe dem Mädchen nur ein Handy gekauft. Ihre Mutter habe ihn daraufhin aufgefordert, sie aus der Familie herauszunehmen.

Das Team nahm eine Kopie des Strafgesetzbuchs und zeigte sie dem Mann und erklärte ihm dabei die rechtlichen Sanktionen, die der Mann erleiden würde, wenn er das Kind heiratete.

Der mutmaßliche Bräutigam bestritt alles mit der Begründung, dass er Nu Na nicht so gesehen habe. Er sagte, er mag sie nur und kaufte ihr ein Handy, weil sie eine gute Schülerin war.

Laut einem Sprecher von CFG ist eine der älteren Schwestern von Nu Na’s bereits verheiratet. Sie sagte, die Eltern seien gewalttätig gegenüber ihren Kindern und behaupten, dass Nu Na ihr Kind sei und sie deshalb auch alles mit ihr machen könnten. CFG hat mittlerweile schon mehrere Male mit den Eltern gesprochen.

Als CFG ein Kinderlager in dem Dorf organisierte, bat Nu Na, mitzukommen. Sie sagte den Arbeitern, dass sie nicht mehr zu Hause bleiben wolle. Letztendlich konnte die Organisation die Eltern trotz aller Schwierigkeiten davon überzeugen, Nu Na von zu Hause wegzulassen und wieder zur Schule gehen zu lassen.

Nu Na wurde in ein Kinderheim überwiesen, in dem sie jetzt lebt und jeden Tag zu einer nahe gelegenen Schule gefahren wird.

Als sie Nu Na vor 2 Monaten besuchten, schien es ihr gut zu gehen. Sie sagte, dass sie ihr Zuhause nicht vermisse und dass sie weiter lernen wolle, bis sie die Schule beendet habe.

Frau Chitraporn sagte, Nu Na sei schlau, aber sie wolle keine höhere Ausbildung machen. Sie möchte die Schule schnell beenden, damit sie Geld verdienen kann, um für ihre Familie zu sorgen.

Zu dieser Zeit war Nu Na 13 Jahre alt und nach dem thailändischem Recht eine Minderjährige und unter dem Alter der Einwilligung für eine Ehe.

Nach § 317 des thailändischen Strafgesetzbuches wird mit Freiheitsstrafe von drei bis fünfzehn Jahren bestraft, wer dem Elternteil, einem Erziehungsberechtigten oder dem Betreuer ohne triftigen Grund ein noch nicht über fünfzehn Jahre altes Kind wegnimmt. Zusätzlich droht ihm auch noch eine Geldstrafe von 6.000 Baht bis 30.000 Baht.

Im Übrigen heißt es in § 279 auch, dass die Begehung „unanständiger“ Handlungen an einem Kind unter fünfzehn Jahren mit einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als zehn Jahren oder einer Geldstrafe von nicht mehr als 20.000 Baht oder beidem geahndet werden.

In § 277 heißt es auch, dass jeder, der mit einem Mädchen, das noch nicht älter als fünfzehn Jahre ist und nicht seine eigene Frau ist, zusammen ist, mit einer Freiheitsstrafe von vier bis zwanzig Jahren und einer Geldstrafe von 8.000 bis 40.000 Baht bestraft wird Baht.

Wird die Straftat gegen ein Mädchen begangen, das noch nicht älter als dreizehn Jahre ist, wird der Täter mit einer Freiheitsstrafe von sieben bis zwanzig Jahren und einer Geldstrafe von 14.000 bis 40.000 Baht oder einer lebenslangen Freiheitsstrafe bestraft. / TP-CRT

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3 Antworten zu Chiang Rai: Eltern wollten 13-jährige Tochter mit 50-jährigen Mann verheiraten

  1. Avatar Wolf5 sagt:

    In Europa und den USA gehören derartige Zustände (zum Glück) weitgehend der Vergangenheit an, obwohl es auch hier noch Regelungen gibt, welche es erlauben, dass Mädchen bereits ab 14 Jahren heiraten dürfen.

    Sollte nach meiner Auffassung international geächtet und umgehend geändert werden.

    Wie die Ehemündigkeit in einigen Ländern geregelt ist, findet man hier:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Ehem%C3%BCndigkeit

    • STIN STIN sagt:

      Buddhisten?!

      ja, buddhistische Hochzeit. War da auch einmal dabei – waren aber beide schon 16, der Junge auch.
      Beide auch freiwillig. Ein Jahr später haben sie dann standesamtlich geheiratet – geht ab 17 in TH, mit
      Zustimmung der Eltern.

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