Peking: China setzt eine Stadt mit 11 Millionen Einwohnern außer Gefecht

China setzt eine Stadt mit 11 Millionen Einwohnern außer Gefecht, die als Epizentrum des neuen Ausbruchs des Coronavirus gilt, bei dem bisher 17 Menschen getötet und fast 600 Menschen infiziert wurden. Die Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt arbeiten daran, eine globale Pandemie zu verhindern.

Es wird angenommen, dass der bisher unbekannte Coronavirus-Stamm Ende letzten Jahres aus illegal gehandelten Wildtieren auf einem Tiermarkt in der zentralchinesischen Stadt Wuhan hervorgegangen ist. Fälle wurden bereits in den USA entdeckt, was die Befürchtungen beflügelt, dass sich das Virus bereits weltweit ausbreitet.

Die lokale Regierung von Wuhan sagte, dass sie aufgrund der Umstände alle städtischen Verkehrsnetze schließen und ab Donnerstag (23. Januar) um 10 Uhr (9 Uhr thailändischer Zeit) ausgehende Flüge aus der Stadt einstellen würde.

Im Gegensatz zu der Geheimhaltung des SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) von 2002 / 2003, bei dem fast 800 Menschen ums Leben kamen, hat die kommunistische Regierung Chinas diesmal regelmäßige Updates veröffentlicht, um eine Panik zu vermeiden, da Millionen von Menschen zum chinesischen Neujahrsfest verreisen.

Die chinesischen Behörden bestätigten Ende Mittwoch 571 Fälle und 17 Todesfälle, berichtete das staatliche Fernsehen am Donnerstag. Weltweit sind acht weitere Fälle bekannt – Thailand hat vier Fälle bestätigt, während die USA, Taiwan, Südkorea und Japan jeweils einen gemeldet haben.

Vizepremier Sun Chunlan sagte während eines Besuchs in Wuhan, dass die Behörden über die Verbreitung des Virus und ihre Bemühungen, es einzudämmen, offen sein müssten, berichtete die offizielle Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag.

Nach einem Treffen am Mittwoch in der Genfer Zentrale kündigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag an, sie werde entscheiden, ob der Ausbruch zu einem globalen Gesundheitsnotfall erklärt werden soll, was die internationale Reaktion verschärfen würde.

In diesem Fall ist es der sechste internationale Notfall im Bereich der öffentlichen Gesundheit, der im letzten Jahrzehnt ausgerufen wurde.

Der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte den Genfer Reportern, dass Chinas bisherige Maßnahmen „sehr stark“ seien, forderte jedoch Peking auf, „mehr und bedeutende Maßnahmen zur Begrenzung oder Minimierung der internationalen Verbreitung“ zu ergreifen.

„Wir haben ihnen gegenüber betont, dass sie durch eine starke Aktion nicht nur den Ausbruch in ihrem Land kontrollieren, sondern auch die Wahrscheinlichkeit einer internationalen Ausbreitung dieses Ausbruchs minimieren können. Deshalb erkennen sie das an“, sagte er.

China unterbrach am Mittwoch alle städtischen Transportnetze in und aus Wuhan, als der globale Alarm über das Coronavirus zunahm.

Ein hochrangiger Beamter des US-Außenministeriums forderte China außerdem auf, „eine größere Rolle im Bereich der globalen Gesundheit zu spielen, damit mehr und bedeutende Maßnahmen ergriffen werden, um die internationale Verbreitung zu begrenzen oder zu minimieren“.

„Der Mangel an Transparenz in der Vergangenheit, insbesondere bei SARS, gibt uns Anlass zur Sorge, dass dies hier ebenso der Fall sein könnte“, sagte der Beamte und fügte hinzu, dass es „positive Anzeichen dafür gab, dass in Wuhan Maßnahmen ergriffen wurden“.

Die Befürchtungen einer Pandemie erschreckten die Märkte zunächst, aber sie fanden am Mittwoch wieder zu Kräften zurück, und die Anleger nannten die robuste Reaktion der Behörden als beruhigend.

Der Ausbruch begann in Wuhan, einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt sowie dem wichtigsten Industrie- und Handelszentrum Zentralchinas. Mittlerweile hat sich der Ausbruch auch auf andere wichtige Ballungszentren wie Peking, Shanghai und Hongkong ausgeweitet.

Es ist keine Heilung für das Virus bekannt. Zu den Symptomen zählen Fieber, Atembeschwerden und Husten, ähnlich wie bei vielen anderen Atemwegserkrankungen, und sie können eine Lungenentzündung verursachen.

Die chinesischen Behörden untersuchen immer noch die Herkunft des Virus, obwohl sie bestätigten, dass der Ausbruch auf einem Markt in Wuhan mit illegalen Transaktionen mit wildlebenden Tieren begann und sich über die Übertragung der Atemwege von einer Person zur anderen ausbreiten kann.

Unter den bestätigten Patienten sind 15 medizinische Fachkräfte, was die Besorgnis über eine mögliche weltweite Pandemie noch verstärkt.

Viele Chinesen sagten ihre Reisen ab, kauften Gesichtsmasken, mieden öffentliche Orte wie Kinos und Einkaufszentren und wandten sich sogar einem Online-Pest Simulationsspiel zu, um damit umzugehen.

Die internationalen Flughäfen haben das Screening von Passagieren aus China und dem Europäischen Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (ECDC) weltweit intensiviert und in einer Risikobewertung festgestellt, dass eine weitere globale Verbreitung des Virus wahrscheinlich ist.

Großbritannien beriet sich zusammen mit anderen Ländern, darunter Australien, um die Bürger von allen Reisen nach Wuhan, die nicht unbedingt notwendig sind, abzuhalten. / TP-BP

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2 Antworten zu Peking: China setzt eine Stadt mit 11 Millionen Einwohnern außer Gefecht

  1. Avatar SF sagt:

    Ich sehe da keine "Außergefechtsetzung"!

    Wer außer Ihnen verbreitet denn noch so eine Panik? 

    • STIN STIN sagt:

      Ich sehe da keine “Außergefechtsetzung”!

      Wer außer Ihnen verbreitet denn noch so eine Panik?

      bereits 20 Millionen unter Quarantäne.

      Naja, das erklärte der Vizepremier Sun Chunlan. Der koordiniert das.
      WHO meinte, es würde noch zuwenig getan.

      D.h. für die 20 Millionen, eigentlich Hausarrest. Nicht zur Arbeit – Verkehrsmittel sind alle
      eingestellt, Strassen blockiert.
      Also man muss zumindest in der Stadt bleiben und Menschen meiden.

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