Bangkok: Regierung lehnt Angebot Chinas ab, die Stromschnellen auf dem Mekong zu sprengen

Laut einer Regierungssprecherin hat Thailand ein von den Chinesen geführtes Projekt, die Stromschnellen auf dem Mekong zu sprengen, abgelehnt. Die thailändische Regierung reagierte damit auf die lokale Bevölkerung und auf verschiedene Umweltgruppen, die sich gegen das Projekt ausgesprochen hatten.

China hatte bereits im Jahr 2001 einen Plan zum Ausbaggern des Mekong ins Leben gerufen, um so Platz für große Schiffe zu schaffen, die Waren aus der Binnenprovinz Yunnan in die Häfen in Thailand, Laos und im Rest Südostasiens befördern können.

Dem Plan hatten nicht nur die Naturschützer, sondern auch die zahlreichen Gemeinden in Thailand, die am Mekong lebten, widersprochen. Sie befürchteten, dass das Sprengen der Stromschnellen der Umwelt schaden und letzten Endes nur China zugute kommen würde.

Das thailändische Kabinett erklärte sich während eines wöchentlichen Treffens am Dienstag (4. Februar) dazu bereit, den Chinas Baggerplan zu streichen.

„Die betroffenen Gemeinden sowie die gemeinnützigen Gruppen waren gegen den Plan, weil sie befürchteten, dass er die Lebensweise beeinträchtigen würde, und China hatte auch keine Finanzierung dafür. Also haben wir das Projekt beendet“, sagte Trisulee Trisaranakul, eine stellvertretende Regierungssprecherin.

„Der Plan hat sich bisher noch nicht bewährt. Wir haben nur Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen durchgeführt“, sagte sie gegenüber der Nachrichten Agentur Reuters.

Die chinesische Botschaft in Bangkok stand für einen Kommentar nicht sofort zur Verfügung.

In einem thailändischen Kabinettsdokument heißt es, dass China im vergangenen Jahr die Länder am Mekong darüber informiert habe, dass es nicht vorhabe, das Projekt fortzusetzen. Trotzdem wurden die Arbeiten an den Flussabschnitten in Laos und Myanmar jedoch fortgesetzt, berichtet Reuters in einer Pressemitteilung.

Der Mekong fließt von China, wo er als Lancang River bekannt ist, durch fünf südostasiatische Länder. Allerdings ist der Mekong in Nakhon Phanom im Bezirk That Phanom fast ausgetrocknet und zwingt die Boote, die Waren und Passagiere über die Grenze zwischen Thailand und Laos transportieren, andere Routen zu finden.

Das provenzalische Hafenamt berichtete, dass das Wasser im Mekong Fluss, während es durch die Provinz fließt, im Januar auf eine Tiefe zwischen 1 und 1,5 Metern gefallen ist. Das ist der niedrigste Stand seit den letzten 10 Jahren, berichten die Medien.

Das niedrige Wasser hatte die Boote nicht nur dazu gezwunge n, ihren Kurs zu ändern, sondern sie müssen zusätzlich auch noch ihre Ladekapazität verringern, berichten die lokalen Medien. Der transnationale Mekong ist seit November 2019 so gut wie ausgetrocknet. Der Grenzhandel ist nun beeinträchtigt, da die Boote jetzt mehr Geld für Treibstoff für die Umleitungen ausgeben müssen.

Dazu kommt, dass der Mekong seit Ende letzten Jahres innerhalb von kürzester Zeit die Farbe des Wassers änderte.

Grünalgen und fast strahlend blaues Wasser machen den Fischern im Mekong immer mehr Sorgen Wenn der normalerweise trübe braune Mekong, auf einmal ein strahlend blaues Wasser mit sich führt, dann stimmt etwas mit der Gesundheit des Mekong nicht, sagen die lokalen Fischer. Seit Ende letztes Jahr waren die Dorfbewohner im Nordosten von Thailand sehr überrascht, als sich innerhalb von kürzester Zeit die Farbe des Mekong änderte.

Sowohl die seltsame Farbe des Mekongs als auch die Algen haben die Sorge um die Gesundheit des Flusses verstärkt, von der mehr als 60 Millionen Menschen in Südostasien für ihren Lebensunterhalt abhängen.

„Das ist völlig unnatürlich“, sagte der Fischer Tongchai Kodrak über die Algen und das blaue Wasser, die beide auf ein geringeres Maß an lebensbringendem Sediment im Wasser hinweisen.

Er sagt, dass in jeder Trockenzeit ein bisschen Algen auftauchen, aber dieses Jahr ist es mehr, als sich irgendjemand jemals daran erinnern kann.

Wissenschaftler sagen, dass die neue blaue Farbe des Mekongs – die erstmals im November 2019 in Nordthailand zu sehen war und nun den Fluss hinunter nach Kambodscha führt – durch seichtes, langsameres Wasser verursacht wird.

Normalerweise fließt das Sediment durch den 2.390 km langen unteren Mekong und nährt die Fischgründe und das Ackerland, während es von China nach Myanmar, Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam fließt. / TP-REUTERS

 

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