Bangkok: General-Major, der beim Aufstand der Rückkehrer am Airport intervenierte – wurde gefeuert

Die Behörden drohen, die Namen von 24 Thailändern preiszugeben, die am Freitag (3. April) am internationalen Flughafen Suvarnabhumi ankamen und nach Hause zurückkehrten, um eine staatliche Quarantäne zu vermeiden, wenn sie sich nicht bis Sonntag 18 Uhr melden.

Der Kommissar der Einwanderungspolizei, Generalleutnant Sompong Chingduang, warnte davor, dass die trotzigen Rückkehrer auch nach dem Notstandsdekret und dem Gesetz über Infektionskrankheiten bestraft werden, die zwei Jahre Gefängnis und / oder eine Geldstrafe von 40.000 Baht beinhalten.

Insgesamt 158 thailändische Passagiere kamen am Freitagabend am Flughafen an. Mehrere von ihnen protestierten gegen die Quarantäne in staatlichen Einrichtungen und behaupteten, sie seien nicht im Voraus darüber informiert worden. Es kam zu einem Aufruhr, bis zwei Militäroffiziere intervenierten und mit den Passagieren sprachen, die anschließend den Flughafen verlassen durften.

Bisher haben 134 von ihnen den Behörden Bericht erstattet, 24 Personen haben sich bisher dagegen noch nicht bei den zuständigen Behörden gemeldet.

Der ständige Innenminister Chatchai Promlert erteilte allen Provinzgouverneuren eine dringende Anweisung, alle 158 Passagiere aufzuspüren. Sie wurden auch angewiesen, den Kontaktpersonen mit den Rückkehrern zu raten, ebenfalls 14 Tage lang in die Selbstquarantäne zu gehen.

Thailändische Medien berichteten, dass es am Abend (Freitag, 3. April) um 20 Uhr auf dem Flughafen Suvarnabhumi zu einem Aufstand gekommen sei, als Beamte und Gesundheitsbehörden versuchten, eine Gruppe von mehr als 100 Thailändern wegen des Coronavirus in eine von der Regierung genehmigte Quarantäne zu zwingen.

Die Rückkehrer aus dem Ausland weigerten sich, nach Sattahip gebracht zu werden, und zwei Hotels wurden für sie in Bangkok eingerichtet.

Sie forderten die Beamten dazu auf, ihnen zu erklären, warum sie dies tun mussten, da sie behaupteten, sie hätten keine Ahnung davon.

Die thailändische Webseite Sanook berichtete, dass ein Soldat im Rang eines Generalmajors aufgefordert wurde, mit der wütenden Menge zu verhandeln.

Nach rund zwanzig Minuten mussten die widerstrebenden Gesundheitsbehörden zurücktreten und die Gruppe durfte in ihren Häusern eine 14-tägige Quarantäne durchführen.

Wie die Medien berichten, wurde der betreffende Generalmajor von seinem Posten entbunden. Gegen ihn wurde mittlerweile in Verfahren eingeleitet. / TP-PBS

 

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Wolf5
Gast
Wolf5
7. April 2020 6:07 pm

wenn stin meint, ich würde einige Dingen anders definieren, stimmt dies so nicht, da ich es grundsätzlich anders sehe.

1. So kann man die Zahl 200.000 Rückkehrer leicht dem von mir eingestellten Link entnehmen.
Dort ist zu lesen:
„Knapp drei Wochen nach Beginn der Rückholaktion sind von den gestrandeten Deutschen mehr als 200 000 wieder zu Hause. Innerhalb von 20 Tagen wurden die Reisenden aus 57 Ländern nach Deutschland gebracht.“
(Stand 6. April, 13.40 Uhr)
https://www.sueddeutsche.de/reise/corona-reisen-auswaertiges-amt-reise-rueckholaktion-deutsche-ausreise-heimreise-quarantaene-1.4848700

Ich denke, dass dies schon eine gewaltige Leistung war, zumal sich viele Deutsche in recht abgelegenen Gegenden befanden.
Und wenn einzelne Länder dann eine Ausreise nicht mehr genehmigen, kann man dies nicht der deutschen Regierung anlasten.

2. stin:“Funktioniert ja auch bei den Deutschen nicht allzu toll. Dann erst von einem Schwellenland wie Thailand.“

Wem wunderts, dass stin wieder mit dem Totschlagargument „Schwellenland“ kommt und dann Kosten für die Rückholung ins Spiel bringt.
Dabei wurde schon im Vorfeld erklärt, dass sich die Kosten für die deutschen Rückkehrer im normalen Rahmen bewegen werden.

3. wenn stin seine Weisheiten zu Nr. 10 dem „Merkur“ entnommen hat, so bin ich doch verwundert, da der „Merkur“ sich auf einen sogenannten geheimen Plan beruft, welcher angeblich der „Bild“ vorliegt. – Zweifel bei diesen Lügen-Blättern sind angebracht.
Sonst stellt stin ja sogar Berichte seriöser Zeitung immer wieder in Abrede.

4. Auch die Begründung mit der Desinfektion des Flughafens ist nur vorgeschoben.
Schließlich hat Bangkok zwei Flughäfen, so daß die Möglichkeit der Landung von Thai-Rückkehrern jederzeit auf dem zweiten Flughafen bestanden hätte.
Aber diese „Regierung“ wollte eine Einreise ihrer eigenen Leute um jeden Preis verhindern.

SF
Gast
SF
8. April 2020 5:50 pm
Reply to  STIN

STIN verbreitet wie immer Gerüchte,  jetzt spgar schon bösartige. Er scheint sich in seinem Netzwerk sehr sicher zu fühlen! 

Wolf5
Gast
Wolf5
7. April 2020 2:59 pm

stin verteidigt wieder seine geliebte Junta mit Argumenten – und mögen diese auch noch so falsch sein.

Richtig ist, dass viele Deutsche das Virus nicht ernst nahmen und noch ins Ausland reisten, als dies bereits unverantwortlich war.

Dann begann der Ruf um Hilfe nach der Regierung und die Unterstellung, es würde zu wenig geholfen.

Tatsache ist jedoch, das im Gegensatz zu Thailand viele hunderttausende Deutsche sich im Ausland befanden.(Wieviele Thais tatsächlich aus dem Ausland zurückgeholt wurden bzw. nach TH zurück wollten, darüber schweigt diese Junta)

Knapp drei Wochen nach Beginn der Rückholaktion sind von den gestrandeten Deutschen mehr als 200 000 wieder zu Hause.
Innerhalb von 20 Tagen wurden die Reisenden aus 57 Ländern nach Deutschland gebracht.
Doch etwa 40 000 warten immer noch auf die Rückreise, die meisten in Neuseeland, Südafrika und Peru.
Botschaften rufen Urlauber zur vorzeitigen Abreise auf, solange diese noch möglich ist.
Betroffene sollten nicht nur Veranstalter und Airlines kontaktieren, sondern sich auch in die Krisenvorsorgeliste des Amtes eintragen und – je nach Aufenthaltsland – zusätzlich für die Rückholaktion registrieren.

Außenminister Heiko Maas hatte die Rückholaktion Mitte März gestartet, um zusammen mit Veranstaltern und der Lufthansa deutsche Reisende aus Ländern zurückzuholen, aus denen es keine regulären Flüge mehr gibt.

https://www.sueddeutsche.de/reise/corona-reisen-auswaertiges-amt-reise-rueckholaktion-deutsche-ausreise-heimreise-quarantaene-1.4848700

Im Gegensatz dazu hat TH alles unternommen, um die Einreise der eigenen Bürger zu erschweren (z.B. innerhalb von 72 Stunden nach Abflug ein flugfähiges ärztliches Attest und einen Brief, der von der Royal Thai Embassy oder dem Konsulat ausgestellt wurde) und gleichzeitig die im Ausland lebenden Thailänder gebeten, ihre Rückkehr bis zum 16. April zu verschieben.

http://thailandtip.info/2020/04/06/ploetzliche-veraenderungen-durch-die-luftfahrtbehoerden-lassen-die-thailaender-in-uebersee-und-ihre-familien-frustriert-zurueck/

Und obwohl ich aus Prinzip mich nicht zu Nr. 10 äußere, was hat die Genehmigung des Landratamtes zur Nutzung des Hotels mit der Fluggenehmigung zu tun – nichts!

Und als Mann mit Diplomatenpass und eigenem Flugzeug hat er jederzeit die Möglichkeit, in alle Länder der Welt zu fliegen, da ja auch noch einige Fluglinien und auch die Transportmaschinen weiterhin regelmäßig verkehren.

Aber stin wird, wie bei vielen anderen Themen, lieber vom Sachverhalt ablenken, als die Wahrheit anzuerkennen.

Wolf5
Gast
Wolf5
7. April 2020 10:46 am

Einiges zum Umgang der Junta mit ihren Bürgern:

„Die Forderung der thailändischen Regierung, dass Thais ihre Rückreise in die Heimat verschieben sollen, lässt die im Ausland gestrandeten Thais fragen, was ihr Reisepass wert ist.

Ein Thai kommentierte: „Sind wir denn keine thailändischen Bürger?“

Das ist die Frage, die sich Thais im Ausland stellen, die sich zunehmend von den Rundum-Maßnahmen der Regierung zur Reduzierung von Einreisen im Stich gelassen fühlen.

Denn auch den eigenen Bürgern wird es schwierig gemacht, nach Hause zu fliegen.

Und das, obwohl laut Verfassung keinem Thai die Einreise nach Thailand verweigert werden darf.

„Jedes Land, ich betone, jedes Land, versucht, seine Leute zurückzubringen – auf jede erdenkliche Weise“, heißt es in dem Top-Kommentar unter Mitteilung der Botschaft in Washington DC.
„Nur Thailand will nicht, dass die Leute zurückkehren.“

https://hallomagazin.com/2020/04/06/gestrandete-thais/

Und auch das sagt genug:

Plötzliche Veränderungen durch die Luftfahrtbehörden lassen die Thailänder in Übersee und ihre Familien frustriert zurück.
http://thailandtip.info/2020/04/06/ploetzliche-veraenderungen-durch-die-luftfahrtbehoerden-lassen-die-thailaender-in-uebersee-und-ihre-familien-frustriert-zurueck/

SF
Gast
SF
7. April 2020 10:08 am