Bangkok: Thais haben meist nur für einen Monat Rücklagen auf der Bank

Laut einer Studie der Thai Military Bank (TMB) haben Millionen von Arbeitnehmern nur für einen Monat Rücklagen auf der Bank. Einer Studie der TMB zufolge sind acht Millionen thailändische Arbeitnehmer von wirtschaftlichen Schwierigkeiten bedroht, da ihre Ersparnisse auf der Bank sie nur für 30 Tage lang über Wasser halten.

Naris Sathapholdecha, der Executive Director des TMB Analytics Center sagte, dass 34 Prozent der Thailänder ausreichende Ersparnisse haben oder länger als sechs Monate ohne Arbeit auskommen können, 45 Prozent könnten noch 2 – 3 Monate ohne Einkommen auskommen, wogegen rund 20 Prozent von ihnen von ihren Einsparungen gerade einmal noch einen Monat lang ihren Lebensunterhalt finanzieren können.

Im Falle unvorhergesehener Ereignisse wie der Arbeitslosigkeit aufgrund der Covid-19 Pandemie stellten die Analysten der TMB fest, dass 38 Millionen der thailändischen Arbeitskräfte einem Risiko ausgesetzt sind, wobei durchschnittlich 8 Millionen Menschen (20 Prozent) sich nicht länger als einen Monat ernähren können.

30 Millionen Bürger haben Ersparnisse, die mehr als einen Monat lang halten, aber nur 13 Millionen Menschen können ihre Familien länger als sechs Monate ernähren.

Die Bank of Thailand (BOT) berichtete Ende Februar, dass 101 Millionen Konten aller Art Einlagen in Höhe von 14,15 Billionen Baht waren, was einer Steigerung von 2,75 Prozent oder mehr als 3,79 Milliarden Baht entspricht. Die meisten Einlagen betragen nicht mehr als 50.000 Baht auf 88,21 Millionen Konten, was rund 419 Milliarden Baht entspricht.

„Nach dem Ausbruch von Covid-19 kann sich die Kostenbelastung verringern und zu Einsparungen für die zukünftige Verwendung führen. Das Sparverhalten wird jedoch zu den Einlagen zurückkehren, wie aus dem Einlagenwachstum hervorgeht, während die Anlage von risikogewichteten Aktiva, sowohl Immobilienaktien als auch Fonds, abnehmen wird, bis sich der Markt wieder normalisiert hat.

Daher werden die Menschen in diesem Jahr Geld in Form von Einlagen sparen, da diese sicher und bis zu 5 Mio. Baht geschützt sind, während die Banken selbst die Zinsen für Privatkundeneinlagen nicht reduzieren, sondern nur für die Unternehmenseinlagen „, sagte Naris.

In der Sparstruktur der privaten Haushalte werden die Einlagen auf 45 Prozent steigen, nach 37,9 Prozent Ende letzten Jahres, fügte er hinzu.

Die Einlagen der privaten Haushalte beliefen sich auf 7,96 Billionen Baht, was 37,9 Prozent der gesamten Ersparnisse entspricht, gefolgt von 24,2 Prozent (5,08 Billionen Baht), 13,38 Prozent (2,81 Billionen Baht) und 19,15 Prozent (Vorsorge) 0,02 Billionen Baht).

„Dies ist eine gute Gelegenheit, die Kosten zu kontrollieren, insbesondere um unnötige Kosten zu reduzieren. Studien zeigen, dass jeder Vierte oder rund 25 Prozent reduziert werden kann „, sagte Naris. / TP-TV

 

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11 Antworten zu Bangkok: Thais haben meist nur für einen Monat Rücklagen auf der Bank

  1. Avatar Wolf5 sagt:

    Was auch nicht übersehen werden darf:

    “Die Selbstmordrate in Thailand nimmt zu und so wird geschätzt, dass die Anzahl der Selbstmordtoten seit der Krise inzwischen die 50 gemeldeten Corona-Toten übersteigt.

    So gibt es Berichte über mindestens 22 Selbstmorde im Zusammenhang mit Ausbrüchen seit dem 20. März.

    Thailand hat die weltweit schlimmste Vermögensungleichheit, und die Reihen der Armen sind am stärksten betroffen.

    Aber die Situation war laut WHO schon vor der Pandemie schlimm.
    Thailand hatte die höchste Selbstmordrate in der ASEAN mit 14,4 Selbstmorden pro 100.000 Menschen ab 2016.

    Die Behörden wurden kritisiert, dass sie nicht in der Lage waren, 5.000 THB-Stipendien zu zahlen, von denen sie versprochen hatten, dass sie “niemanden zurücklassen” würden.
    Viele „informelle Arbeitnehmer“, die sich bewarben, wurden vom Finanzministerium abgelehnt, das sich auf ein automatisiertes Bewerber-Screening stützte.

    https://coconuts.co/bangkok/news/at-breaking-point-thailands-poor-are-killing-themselves/

  2. Avatar Wolf5 sagt:

    Ein interessanter Bericht von Manfred Rist, Singapur – damit stin gleich wieder behaupten kann und wird, dass Herr Rist keine Ahnung von Thailand hat.

    „Für Südostasien hat der Überlebenskampf neu begonnen.
    Länder wie Thailand, Indonesien und die Philippinen werden in der Armutsbekämpfung um Jahre zurückgeworfen.

    Im Gegensatz zu früheren Krisen steht China jetzt als Zusatzmotor kaum bereit.

    Die wirtschaftlichen Auswirkungen der gegenwärtigen Krise sind für Südostasien bei weitem noch nicht absehbar.

    Doch der Zusammenbruch der Märkte, die noch im Jargon bis vor kurzem als «aufstrebend» galten, tritt jeden Tag deutlicher hervor.

    Etwa in der jüngsten Prognose des Internationalen Währungsfonds:
    Demnach wird die Wirtschaftsleistung der fünf grösseren regionalen Volkswirtschaften – Indonesien, Malaysia, Thailand, Singapur und der Philippinen – im laufenden Jahr um 1,3% schrumpfen. 

    Im Fall von Thailand und Malaysia kommt dazu, dass die Verschuldung der Haushalte mit rund 70% des BIP sehr hoch ist. 

    Die Corona-Krise hat ferner eine Schwachstelle in Südostasien aufgedeckt, die durch Wachstumsschübe und Globalisierungswellen in letzter Zeit etwas in Vergessenheit geriet:
    Die vor über fünf Jahrzehnten ins Leben gerufene südostasiatische Staatengemeinschaft Asean bietet in solchen Situationen nur wenig Rückhalt.

    https://www.nzz.ch/wirtschaft/mit-corona-hat-fuer-suedostasien-der-ueberlebenskampf-neu-begonnen-ld.1552240

    Und zur Ergänzung noch eine Einschätzung von Vatikan-News:

    „Thailand: Corona-Gefahr in Bangkoks Armenvierteln.
    Im größten Armenviertel von Bangkok Khlong Toei leben unzählige Menschen auf engstem Raum, mangelnde Hygiene und eine notdürftige Gesundheitsversorgung gehören zum Alltag.
    Wenn der Corona-Virus hier zuschlagen würde, wäre das ein „Massaker“.

    https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2020-04/thailand-corona-armenviertel-kholg-toei-alessandro-brai-xaver.html

    • STIN STIN sagt:

      Ein interessanter Bericht von Manfred Rist, Singapur – damit stin gleich wieder behaupten kann und wird, dass Herr Rist keine Ahnung von Thailand hat.

      „Für Südostasien hat der Überlebenskampf neu begonnen.
      Länder wie Thailand, Indonesien und die Philippinen werden in der Armutsbekämpfung um Jahre zurückgeworfen.

      keine Ahnung ob der Thailand kennt, also persönlich dort schon mit Menschen landesweit gesprochen hat oder nur nach Aktenlage
      bewertet und schreibt.
      Ich mag lieber investigative Journalisten.

      Aber o.g. Aussage wird schon stimmen – da muss man kein Journalist sein, um das so zu sehen.
      Sehe ich auch so, wenn ich die Lage weltweit betrachte.

      Im Fall von Thailand und Malaysia kommt dazu, dass die Verschuldung der Haushalte mit rund 70% des BIP sehr hoch ist.

      die Verschuldung der Haushalte war/ist wegen der Mikrokredite so hoch. Ab diesen Zeitpunkt hatte dann fast jeder Haushalt – nachdem die Kreditaufnahme gem.
      Schneeballsystem zusammengebrochen ist – rund 250.000 Baht Schulden. Das war das Limit der Gov.Banken – mehr gab es nicht.
      Daran knabbern heute alle noch…..

      Die Staatsverschuldung in TH ist gesund – 2019 um die 34% zum BIP. Davon träumt eigentlich jeder EU-Staat wo das Limit lt. EU-Vorgabe bei 60% liegt.
      Deutschland hat da 61% – Österreich über 80%.

      Also hat TH noch Luft…

      Was die Verschuldung der Haushalte betrifft, macht die Regierung sehr viel, um das zu reduzieren:

      Der staatliche Sektor arbeitet kontinuierlich an der Lösung des Schuldenproblems der privaten Haushalte, indem er Finanzwissen fördert, Maßnahmen zur Regulierung von Kreditkarten- und Privatkrediten unter der Aufsicht der BOT herausgibt und Beratungsstellen einrichtet, in denen die Menschen die Hauptursachen der Schulden studieren können: mehr Geld ausgeben, als sie verdienen, vor allem für nicht wesentliche Ausgaben, und das Fehlen eines angemessenen langfristigen Finanzplans.

      https://der-farang.com/de/pages/haushalte-sind-weiterhin-stark-verschuldet

      „Thailand: Corona-Gefahr in Bangkoks Armenvierteln.
      Im größten Armenviertel von Bangkok Khlong Toei leben unzählige Menschen auf engstem Raum, mangelnde Hygiene und eine notdürftige Gesundheitsversorgung gehören zum Alltag.
      Wenn der Corona-Virus hier zuschlagen würde, wäre das ein „Massaker“.

      richtig, das gilt natürlich auch hier wieder weltweit. In Indien wohl das grösste Problem mit den Slums.
      Das hat die Armee aber wohl komplett abgeriegelt. Also die sterben halt wie die Fliegen – keine Lösungen in Sicht,
      weder für Thailand, noch anderswo.

      • Avatar "Forentroll" sagt:

        Mikrokredite sind nur ein Teil! 

        Die Reichen haben auf jedem Haus ein Kredit und haben gar nicht die Absicht diesen zu tilgen. 

    • Avatar "Forentroll" sagt:

      Das mit dem Klong Toey halte ich für ein total überholtes Gerücht!!! 

  3. Avatar berndgrimm sagt:

    Da Arbeit und Leistung in Thailand nicht bezahlt werden und die Loehne und Gehaelter

    zu niedrig sind koennen die armen Eingeborenen keine Ruecklagen anlegen.

    Abgesehen von der Sanuk Mentalitaet.

    Seit Thaksin werden die Prachachun deshalb in die Schulden getrieben  um den

    Binnenmarkt anzuheizen.

    Dies macht in einer permanenten Wachstumsgesellschaft durchaus Sinn,

    aber das Wachstum Thailands blieb immer hinter der Projektion der Regierungen

    weit zurueck und in diesem und den naechsten Jahren gibt es garkein Wachstum

    sondern Rezession.

    Es gibt hier ueberhaupt keine Sparanreize fuer Leute mit etwas Geld.

    Man erzieht hier die Leute zu Big Spendern ohne dass sie selber Geld haben.

    • Avatar "Forentroll" sagt:

      Wenn sie die Zinsen nicht zahlen und den Kredit nicht tilgen können,  machen sie einen neuen Kredit. 

      China hat Hunger auf Land,  weltweit. 

      Interessant wäre,  wer der Verpächter ist! 

      555555 

  4. Avatar Wolf5 sagt:

    Waren wieder Rechenkünstler am Werk.

    Multipliziert man die 88,21 Mill. Konten x 50.000,00 Baht ergibt dies eine Summe von 4.410.500.000.000,00 Baht (also ca. 4,41 Bill. Baht), was mehr als dem 10-fachen der genannten Summe von rund 419 Milliarden Baht entspricht.

    Geht man statt dessen von 419 Milliarden Baht aus und teilt diese durch die 88,21 Millionen Konten, so stehen jedem Kontoinhaber im Durchschnitt nur 4.750,00 Baht zur Verfügung.

    Deshalb bleibt es mir (und wahrscheinlich auch anderen) ein Rätsel, wie die BOT zu diesen Aussagen kommt.

    Auch die Aussage, dass 101 Millionen Konten über Einlagen in Höhe von 14,15 Billionen Baht verfügen, gibt Rätsel auf.

    Das würde bedeuten, dass im Durchschnitt jedes Konto über 140.099,00 Baht verfügen könnte und zeigt einmal mehr, dass derartige Aussagen das Papier nicht wert sind, auf welchen sie veröffentlicht werden.

  5. Avatar paul sagt:

    nun ja wir wissen ja alle was wir von diesen prognosen und experten zu halten haben!

    hier stehen jetzt 100de gebrauchter wagen zu verkaufen. 3/4 der geschäfte an der haupstrasse sind zu. die ganzen arbeiter im bereich 10000 Baht/pro monat haben keine rücklagen. wie denn auch da miete,strom,wasser,kredite, kinder und essen gerade mal, wenn überhaupt, bis 3 tage vor zahltag reichen. geht mal ende des monats in big c und tesco = tote hose. big c entläßt hier 2 personen beim kassenpersonal. jetzt soll der quark nochmal um 1 monat verlängert werden. todesstoß für das land und viele seiner menschen!!!

    • Avatar Jean CH sagt:

      Jetzt mal halblang lieber Paul, jeder Thai ist ein Experte, und jedem Experten steht für seine Expertiesen noch ein Wahrsagen zur Seite, so sieht's aus.( Satire geschl.) Da wo ich seit vielen Jahren wohne (Isaan) sind Familien mit einem Einkommen von netto BTH 10'000 in der Minderzahl. Vergessen wir nicht die immense Verschuldung praktisch jeder Familie. Auch vor der "Cororna-Zeit"  waren die Kaufhäuser ab 20. des Monats leer!  Rücklagen sind ein Wunschdenken! Diese Familien sind nicht mal in der Lage, jeweils das Schulgeld für ihre Kinder zu sparen. Dass das Elend langsam aber sicher sichtbar wird, sieht man daran, dass jeden Morgen immer mehr Leute ihr Essen im Tempel holen. War bis vor 1 Monat nicht der Fall!

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